Sensorbasierte Wettererfassung 

Smart-City-Projekt „Smarter Winterdienst“ geht in den Testbetrieb – An 13 Standorten im Stadtgebiet erfassen Sensoren den Zustand der Fahrbahnoberfläche

Sommer, Sonne, Hitzewelle: Wer denkt da schon an Schneefall und glatte Straßen. Aber: Der nächste Winter kommt zweifellos und mit ihm kritische Verkehrsverhältnisse. Um diese dann präzise erfassen zu können, startet die Stadt Gütersloh in Kürze den Testbetrieb für den „Smarten Winterdienst“ – ein weiteres Smart-City-Projekt. Mithilfe sensorgestützter Technologie wird die Erkennung und Meldung von gefährlichen Wetterlagen verbessert. Ziel ist es, dass der städtische Winterdienst bei Glatteisbildung und Schneefall gezielter ausrücken kann.

An zunächst sechs bis sieben von geplant 13 Standorten lässt die Stadt in dieser Woche Wetterstationen mit Sensor und Solarmodul anbringen – an einem Laternenpfahl oder an einem Extra-Masten. Weitere Standorte folgen in den nächsten Wochen. Der Sensor ist nach unten auf die Fahrbahn gerichtet. Er erkennt den Straßenzustand – zum Beispiel nass oder überfroren – und übermittelt die physikalischen Messwerte per Funk zur Stadtverwaltung. Das Solarmodul liefert den Strom. Parallel misst und überträgt die Wetterstation rund um die Uhr Klimawerte. Die sieben Standorte sind: Friedrichsdorf: Kreuzung Haflinger Straße/Bachstelzenweg und Kreuzung Zur Großen Heide/Milanweg; Kattenstroth: Kreuzung Schalückstraße/Eichenallee; Innenstadt: Kreuzung Böhmerstraße/Baumstraße; Unterführung Carl-Miele-Straße; Ottilienstraße (Brücke); Isselhorst: Kreuzung Haller Straße/Niehorster Straße (eventuell auch erst später).

Die Sensordaten bieten den Mitarbeitenden der Stadtreinigung bei Schnee oder Glätte eine präzise Entscheidungshilfe, ob und wann zum Streuen und Schneeräumen ausgerückt wird. „Wir erhoffen uns davon, dass überflüssige Fahrtwege und Streusalzeinsätze vermieden werden können, was die Umwelt schont und Kosten spart“, erläutert Albrecht Pförtner, Beigeordneter der Stadt Gütersloh für Bauen, Mobilität und Umwelt. „Sensortechnologie unterstützt uns bei der Umsetzung unserer Aufgaben für die Stadtgesellschaft in immer mehr Bereichen“, macht Carsten Schlepphorst, Beigeordneter für Digitalisierung, IT, Personal, Organisation und Feuerwehr, deutlich. Smart-City-Projekte wie die sensorgestützte Wässerung städtischer Jungbäume und die Bewässerungsautomation im Botanischen Garten seien Erfolgsbeispiele. „Mit den neuen Straßenzustandssensoren verbessern wir die Erkennung kritischer Wetterlagen im Stadtgebiet. Davon profitieren alle Bürgerinnen und Bürger.“ Der „Smarte Winterdienst“ wird aus dem Bundesprogramm „Modellprojekte Smart Cities made in Germany“ gefördert und von den städtischen Fachbereichen Stadtreinigung sowie Digitalisierung und Geoinformation umgesetzt.

Da der in drei bis vier Metern Höhe angebrachte Sensor eventuell für eine Kamera gehalten werden könnte, sei betont, dass keine Kamera im Einsatz ist und keine Bilder aufgenommen werden. Der Straßenzustandssensor erzeugt ausschließlich physikalische Messwerte über die Beschaffenheit der Straßenoberfläche. Diese Informationen werden per Funk übermittelt.

Bild: Die Brücke Ottilienstraße über den Stadtring Nordhorn ist einer von mehreren Standorten, an denen demnächst der Straßenzustand sensorisch erfasst wird. Sensor, Solarmodul und Wetterstation werden an Laternenmasten angebracht. Zum Start des Testbetriebs des „Smarten Winterdienstes“ trafen sich (von links) Thorsten Schmidthuis (Leiter Fachbereich Digitalisierung und Geoinformation), die Dezernenten Albrecht Pförtner und Carsten Schlepphorst, Johannes Weiß (LB Elektro- und Verkehrsanlagenbau) und Ulrich Zurlinden (Leiter Stadtreinigung). Foto: Stadt Gütersloh

www.guetersloh.digital

Start typing and press Enter to search