Pfarrer sein, ein wunderbarer Beruf

Abschied in den Ruhestand Pfarrer Michael Frentrup

Mit einem Gottesdienst und Empfang in der Matthäuskirche in Gütersloh wird Pfarrer Michael Frentrup am Samstag, 30. Mai, um 14 Uhr, aus dem aktiven Dienst in den vorgezogenen Ruhestand verabschiedet. 35 Jahre war er Gemeindepfarrer in Gütersloh und in den vergangenen zwölf Jahren auch Assessor des Kirchenkreises Gütersloh, also der Stellvertreter von Superintendent Frank Schneider. 

Der 65jährige ist in Herford aufgewachsen und zur Schule gegangen. An sein Theologiestudium in Bethel, Münster und Heidelberg schlossen sich eine Zeit als Vikarassistent in Praktischer Theologie an der Kirchlichen Hochschule in Bethel und das Vikariat in der Bartholomäus-Kirchengemeinde Bielefeld-Brackwede (heute Bielefeld-Süd) an. 1991 wechselte er in die Kirchengemeinde Gütersloh, wo er nach den Jahren des damals so genannten „Hilfsdienstes“ 1995 zum Pfarrer gewählt wurde. 

Frentrups Schwerpunkt lag zunächst im ehemaligen Pfarrbezirk Trinitatis und dann nach der Entwidmung der Trinitatiskirche in der gesamten Region Süd mit der Matthäuskirche als Gemeindezentrum. Der beliebte Seelsorger blickt dankbar auf die vielen Jahre zurück, in denen er für Menschen Ansprechpartner und Begleiter in wichtigen Lebenssituationen sein konnte. „Welch‘ wunderbarer Beruf ist es, Pfarrer zu sein!“, bekennt er in der Rückschau – nicht ohne sich auch an schwierige und aufreibende Zeiten zu erinnern. 

„Den großen Kreis an Ehrenamtlichen habe ich als besonderen Schatz empfunden“, schreibt er im Gemeindebrief. „Mir selbst war es immer wichtig, Menschen anzusprechen, sie miteinander in Kontakt zu bringen und sie darin zu begleiten, ihren Ort in der Gemeinde zu finden.“ So wurde er zum Initiator und Begleiter des Seniorennetzwerks 55plus und der Männergruppe „mannsbilder“. Die Suche nach neuen Formen des Gottesdienstes zog sich als roter Faden durch die vielen Dienstjahre, z.B. Gottesdienste mit den „mannsbildern“, „Kirche trifft…“-Gottesdienste in der Martin-Luther-Kirche, Online-Gottesdienste in der Corona-Zeit und zuletzt die Reihe der MitTanzGottesdienste. In den vergangenen Jahren hat er mit viel Freude die Seniorenarbeit im Haus der Begegnung begleitet.

Dankbar blickt der Theologe auf das gute Miteinander der Pfarrkolleginnen und Pfarrkollegen in der Kirchengemeinde zurück, „Das ist leider nicht selbstverständlich.“ Mit einem Schmunzeln im Gesicht erinnert er sich an die Mitarbeiterfeste in der Region Süd, bei denen er sich gemeinsam mit dem Pfarrteam als Kirchenkabarettist beweisen durfte. Im Presbyterium leitete er zahlreiche Ausschüsse und übernahm für mehrere Jahre den Vorsitz des Presbyteriums. 

Im Kirchenkreis Gütersloh brachte er sich ebenfalls in viele Gremien ein und wurde im Jahr 2014 von der Kreissynode zum Assessor (Stellvertretung des Superintendenten) gewählt. In dieser Funktion wurde er ständiges Mitglied im KSV und übernahm zahlreiche weitere Aufgaben im gesamten Kirchenkreis. Verantwortung trug er als Vorsitzender des Leitungsausschusses der Trägergemeinschaft für die Tageseinrichtungen für Kinder. „Die gute Qualität der evangelischen Kitas liegt mir besonders am Herzen“, bekennt der inzwischen zweifache Großvater. 

„Mit großer Freude habe ich in den vergangenen Jahren als Assessor an der Weiterentwicklung des Kirchenkreises mitwirken dürfen“, sagt er, und betont die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Superintendent Frank Schneider, im KSV und in Projekten, die er koordinierte. Ein Schwerpunkt lag auf der Organisation und inhaltlichen Ausrichtung der Pastoralkonvente, um das Miteinander von Pfarrpersonen und Gemeinden zu stärken. 

Die Zukunft der Kirche sieht Michael Frentrup mit Zuversicht. Die Kirche werde sich weiter verändern und auch verkleinern, aber immer ein wichtiger Faktor in der Gesellschaft bleiben. „ Dafür muss sie mit ihrer Botschaft von der Menschenfreundlichkeit Gottes erkennbar und nah bei den Menschen bleiben. Und was dann geschieht, liegt letztlich in Gottes Hand.“ 

Bald wird der nun 65jährige seinen Ruhestand antreten. Für ihn und seine Frau Sigrid beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit mehr Freiheit für Neuentdeckungen, für Städterreisen und das gemeinsame Hobby Tanzen. Vor allem freuen sich beide darauf, mehr Zeit für Kinder und Enkelkinder und ihren Freundeskreis zu haben. 

Der Kirchengemeinde in Gütersloh wünscht Pfarrer Frentrup in allen anstehenden Veränderungen viel Gottvertrauen und den Segen Gottes.

Pfarrer Michael Frentrup wird am Samstag, 30. Mai, in den Ruhestand verabschiedet. Foto KKGT/Frauke Brauns

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