Dr. Anna Noack ist die neue Gleichstellungsbeauftragte

Schulterschluss mit Kommunen, Sichtbarkeit von Frauen und ein demokratisches Weltbild

Das Thema Gleichstellung liegt Dr. Anna Noack als Mutter von vier Töchtern nicht nur dienstlich, sondern auch privat am Herzen. Als Schwerpunkt, den sie in ihrem Amt als Gleichstellungsbeauftragte setzen möchte, nennt sie unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit. „Ich möchte dabei auch zeigen, welche Leistungen in der Gleichstellungsarbeit im Kreis bereits erbracht worden sind“, sagt Noack. Die promovierte Sozialpsychologin ist bereits seit sieben Jahren beim Kreis Gütersloh tätig. Zuvor war sie beim Kommunalen Integrationszentrum – dort lagen ihre Aufgaben vor allem bei der Netzwerkarbeit im Kreis, konzeptionell unter anderem bei der Erstellung des kreisweiten Integrationskonzeptes und bei der Konzeption und Moderation von Veranstaltungen. Noack folgt im Amt der Gleichstellungsbeauftragten auf Angela Wüllner, die sich künftig neuen Aufgaben in der Kreisverwaltung stellt.

Noack freut sich vor allem auf die Zusammenarbeit mit den Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen und möchte dort den Schulterschluss suchen. Weiterhin möchte sie Frauen dazu ermutigen, im öffentlichen Raum noch stärker sichtbar zu werden indem sie sich zum Beispiel politisch stärker engagieren oder Führungspositionen anstreben. „Durch solche Entwicklungen in Richtung Gleichstellung wird auch das demokratische Weltbild gestärkt, denn eine demokratische Gesellschaft lebt davon, dass alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen an Entscheidungen und der Gestaltung des öffentlichen Lebens teilhaben.“

Die Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten sind vielseitig: Nicht nur die Berücksichtigung der Gleichstellung in der Personalauswahl, sondern auch die Beteiligung an Personalentwicklungsthemen und auch das Beraten von Mitarbeitenden zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehören innerhalb der Kreisverwaltung zum Themenspektrum. Organisationsentwicklungsprozesse wie die Digitalisierung der Verwaltung seien ebenfalls Thema. Noack merkt hier an: „Die Verwaltung ist für Flexibilität am Arbeitsplatz ein positives Beispiel, nicht nur bei digitalen Fortbildungen: Sie bietet viele verschiedene Arbeitszeitmodelle an und das Arbeiten im Homeoffice ist in vielen Bereichen möglich.“

Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt auch in die Bevölkerung hinein, zum Beispiel zu den Themen häusliche oder sexualisierte Gewalt. In diesem Bereich koordiniert sie den Runden Tisch gegen Häusliche Gewalt und bietet damit einen Baustein für die wichtige Vernetzung von Polizei, Jugendämtern, Beratungsstellen, Frauenhaus und anderen. Öffentlichkeitsarbeit zu Gewalt gegen Frauen gehört ebenfalls dazu. Von Gewalterfahrung Betroffenen rät Noack, sich an die Frauenberatungsstelle, das Frauenhaus oder das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (Tel. 116 016) bzw. das Hilfetelefon Gewalt an Männern (Tel. 0800 1239900) zu wenden. 

Diese Bandbreite an Aufgaben, bei denen sich die Gleichstellungsbeauftragte engagiere, sei herausragend. „Ich freue mich, das Staffelholz hier von Angela Wüllner zu übernehmen und diese spannenden Themen anzupacken.“

Dr. Anna Noack (l.) mit ihrer Vorgängerin Angela Wüllner.  Foto: Kreis Gütersloh

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