Attraktives Bahnhofsviertel für Gütersloh
Stadt konkretisiert Pläne – Sanierung des Bahnhofsgebäudes in Prüfung
Das Bahnhofsviertel und das Bahnhofsgebäude in Gütersloh könnten saniert und mit neuen Nutzungen belebt werden. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Bahn haben der Stadt im Rahmen der Initiative „Schöner Ankommen in NRW – Sanierung von Bahnhofsgebäuden und Modernisierung von Bahnhofsumfeldern“ eine mögliche gemeinsame Entwicklung vorgeschlagen.
Eine neue Nutzung der leerstehenden Flächen im Bahnhof ist Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm „Schöner Ankommen in NRW“. Denkbar wäre es, einen Ort für Bildung und Begegnung im Bahnhofsgebäude zu schaffen. Ein Umzug der Musikschule für den Kreis Gütersloh e.V. könnte dafür eine Möglichkeit sein. Vorbehaltlich einer Finanzierung und politischer Beschlüsse wäre eine Sanierung in den Jahren 2031 und 2032 möglich. Die Stadt Gütersloh könnte Teile des Bahnhofs anmieten und der Musikschule zur Verfügung stellen.
„Das Bahnhofsviertel ist für viele Menschen das Tor zu unserer Stadt“, so Bürgermeister Matthias Trepper. „Umso wichtiger ist es, dass jeder gern in Gütersloh ankommt und sich gut aufgehoben fühlt. Rund um den Hauptbahnhof bietet sich in den kommenden Jahren die große Chance, vieles modern zu gestalten. Es lohnt sich, auch für eine denkbare Sanierung des Bahnhofsgebäudes nächste Schritte zu gehen.“
Damit könnte ein wichtiger Baustein für die geplante Entwicklung des gesamten Bahnhofsviertels hinzukommen. In den kommenden Jahren stehen dort mehrere Projekte an: Auf dem ehemaligen Postareal entsteht das neue Bahnhofsquartier, der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) sowie die Tiefgarage sollen erneuert und der Willy-Brandt-Platz attraktiver werden. Davon profitieren dann insbesondere der Fuß- und Radverkehr, Bus und Bahn sowie die Aufenthaltsqualität. Die weiteren Planungen, die Verfügbarkeit von Fördermitteln und der städtische Haushalt werden zeigen, ob und wie umfassend alle Projekte verwirklicht werden können.
„Mit dem neuen Bahnhofsquartier, der geplanten Erneuerung von ZOB und Tiefgarage, der Weiterentwicklung des Willy-Brandt-Platzes und der potenziellen Sanierung des Empfangsgebäudes greifen mehrere Vorhaben räumlich und funktional ineinander“, erklärt Baudezernent Albrecht Pförtner. „Unser Ziel ist es, diese Entwicklungen so aufeinander abzustimmen, dass ein leistungsfähiges und attraktives Bahnhofsumfeld entsteht.“
Auf der bislang brachliegenden Fläche des ehemaligen Postareals entsteht durch einen privaten Bauherrn das neue Bahnhofsquartier mit Bildung, Dienstleistungen, Wohnen und Gastronomie. Geplant sind außerdem ein zentraler Eingang am Willy-Brandt-Platz, eine neue Fußwegeverbindung zur Friedrich-Ebert-Straße und ein öffentliches Parkhaus. Der Bebauungsplan Nr. 342 „Bahnhofsquartier“ für all das wird derzeit aufgestellt.
Auch der ZOB soll erneuert werden. Vorgesehen sind neue Straßen- und Wegebeläge, verbesserte Bushaltestellen und zeitgemäße Wartebereiche. Die konkreten Maßnahmen müssen noch geplant und politisch beschlossen werden. Eine Umsetzung ist nach aktuellem Stand zwischen Ende 2028 und Anfang 2030 bei laufendem Busbetrieb möglich.
Die Tiefgarage Am Bahnhof / ZOB muss grundlegend saniert werden. Größere Stellplätze und helle Oberflächen sollen künftig für mehr Komfort sorgen. Eine neue Aufzugsanlage am Treppenhaus des ZOB im Bereich von Ärztehaus und Apotheke verbessert die Barrierefreiheit. Die Fertigstellung ist bis Ende 2028 möglich.
Für den Willy-Brandt-Platz sind eine bessere Orientierung und sichere Wege für Fuß- und Radverkehr vorgesehen. Moderne Beleuchtung und neue Sitzmöglichkeiten sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen. Für das Fahrradparken ist ein voraussichtlich zweigeschossiges Fahrradparkhaus vorgesehen. Die Ingenieurplanung könnte Anfang 2028 beginnen, die Umsetzung wäre – vorbehaltlich politischer Beschlüsse – in den Jahren 2030 bis 2032 denkbar.
Der Gütersloher Hauptbahnhof ist mit rund 8.000 Nutzerinnen und Nutzern täglich ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Stadt und die Region. Mit dem neuen Bahnhofsquartier und den Maßnahmen im Umfeld bietet sich die Chance, den gesamten Bereich schrittweise aufzuwerten.
Im Rahmen der Landesinitiative „Schöner Ankommen in NRW“ könnte die mögliche Modernisierung des Bahnhofsumfelds stattfinden. Foto: Kreis Gütersloh / Land NRW / Bundesamt für Kartographie und Geodäsie / Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0




