Verabschiedung und Ernennung
Großer Zapfenstreich für Uwe Theismann
Großer Zapfenstreich für Uwe Theismann vor dem Kreishaus Gütersloh: Mit dem feierlichen Zeremoniell, der größten Ehre, die man einem Feuerwehrmann erweisen kann, wurde am Samstag, 30. Mai, der stellvertretende Kreisbrandmeister verabschiedet. 40 Musikerinnen und Musiker des Symphonischen Blasorchesters der Feuerwehr Gütersloh und des Spielmannszug Avenwedde spielten für Theismann vor der Kulisse von rund 500 Feuerwehrangehörigen und knapp 200 geladenen Gästen. Theismann schied aus Altersgründen aus dem Amt aus. Für seine Verdienste wurde Theismann im großen Sitzungssaal des Kreishauses Gütersloh mit dem ‚Brand- und Katastrophenschutz-Verdienst-Ehrenzeichen in Silber‘ ausgezeichnet. Für die Feuerwehr war es ein Wochenende reich an Ereignissen und Einsätzen: Der Festakt war am Freitag und Sonntag flankiert von Hunderten Einsätzen wegen Unwetter und Starkregen.
Vor dem Großen Zapfenstreich war Theismann (Gütersloh) in einer Feierstunde von 180 geladenen Gästen im Kreishaus verabschiedet und sein Nachfolger Matthias Setter (Rietberg) ernannt worden. Landrätin Ina Laukötter würdigte in ihrer Ansprache den Menschen hinter dem Amt: „Sie haben über viele Jahre Verantwortung übernommen. Verantwortung für die Feuerwehren unseres Kreises, für Kameradschaft, für Verlässlichkeit – und nicht zuletzt für die Sicherheit vieler Menschen – zu denen ich auch gehört habe. Dieses Engagement geschieht oft fernab der Öffentlichkeit, häufig zu Zeiten, in denen andere längst Feierabend haben. Und genau deshalb verdient es unseren besonderen Dank und unsere Anerkennung.“
Seit 2013 war Theismann stellvertretender Kreisbrandmeister. 1982 trat Theismann in der Feuerwehr ein – bei der Werkfeuerwehr Miele. Deren Leitung übernahm er 2006 und behielt diese bis zu seinem Ruhestand 2023. Beim Festakt ließ Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper die Feuerwehr-Karriere von Theismann Revue passieren: Unzählige Einsätze, seien es gewesen, die Theismann in mehr als 40 Jahren abgearbeitet hat, sei es mit der Werkfeuerwehr Miele oder der Einsatzleitung des Kreises Gütersloh oder mit den Katastrophenschutzkonzepten des Landes NRW – hier vor Ort oder überregional, in OWL oder irgendwo in Deutschland. Einsätze der überörtlichen Hilfe wie zum Beispiel das Schneechaos im Münsterland, das Hochwasser an der Elbe, die Flüchtlingskrise, die Flutkatastrophe im Ahrtal oder auch die Corona-Pandemie hätten Theismanns besonderen Einsatz erfordert, erinnerte Holtkemper. Man sei heute zusammengekommen, um einen Menschen zu verabschieden, „der Verantwortung getragen hat, der unzählige Entscheidungen treffen musste, oftmals unter Druck, manchmal mitten in der Nacht, häufig mit wenig Zeit – aber immer mit dem Ziel, das Richtige für die Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises zu tun.“ Holtkemper verabschiedete seinen Stellvertreter mit sehr persönlichen Worten. „Wir haben gemeinsam Einsätze begleitet, Konzepte entwickelt, Besprechungen geführt, Übungen geplant, Krisen bewältigt und manchmal auch einfach improvisieren müssen, wenn die Realität wieder einmal schneller war als jede Planung. Und ich glaube, wenn wir heute ehrlich sind, dann können wir alle sagen: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht.“
Auch auf der Fach- und Gremienebene hat Theismann viel bewirkt und angeschoben. Von 2008 bis 2023 war er stellvertretender Landesvorsitzender des Werkfeuerwehrverbandes, Ausbilder an der Kreisfeuerwehrschule und Mitglied der ehrenamtlichen Schulleitung. Theismann gehörte zudem der Einsatzleitung des Kreises Gütersloh an und war Mitglied der ‚Mobilen Führungsunterstützung‘ bei der Bezirksregierung Detmold. Ein weiteres besonderes Engagement von Theismann war der jährlich stattfindende Leistungsnachweis. Seit mehr als 20 Jahren ist er als Schiedsrichter im Einsatz und wirkt auch bei der stetigen Weiterentwicklung bis heute als Oberschiedsrichter mit. Bis zu seinem Eintritt in den Feuerwehr-Ruhestand hat er auch den Arbeitskreis, der sich mit der Neustrukturierung der Alarm- und Ausrückeordnung der Feuerwehren im Kreis Gütersloh beschäftigt, geleitet.
Theismann selbst betonte, dass er hochzufrieden aus dem Amt scheide. Es freue ihn besonders, dass in seiner Amtszeit bei den Feuerwehren im Kreis Gütersloh nichts wirklich Schlimmes passiert sei. „Wir haben alle unsere Kameraden aus den Einsätzen heile mit nach Hause gebracht.“ Setter sagte, dass es ihm eine große Ehre sei, die Nachfolge anzutreten – er habe aber auch eine gehörige Portion Respekt vor der Aufgabe. Er bedankte sich unter anderem bei seinem Chef, dem Rietberger Bürgermeister Andreas Sunder, der ihm Rückendeckung gebe. Im zivilen Leben ist Setter Fachbereichsleiter im Rathaus.
Bei der von Holtkemper moderierten Feierstunde gab es viel lobende Worte für Theismann. Ans Rednerpult traten auch der Rietberger Bürgermeister Andreas Sunder (stellvertretender Sprecher der Bürgermeister im Kreis Gütersloh), Landesbranddirektor Thomas Deckers (Innenministerium NRW), Bezirksbrandmeister Elmar Keuter (Bezirksregierung Detmold) und Christoph Schöneborn (Vorsitzender des Verbands der Feuerwehr in NRW).



Fotos: Kreis Gütersloh







