Städtische Krisenszenarien
Digitalisierungsbeauftragte aus ganz Deutschland auf Einladung der Stadt zu Gast in Gütersloh
Mit dem Schwerpunktthema „Öffentliche Sicherheit und urbane Resilienz“ haben sich kürzlich mehr als 20 Digitalisierungsbeauftragte von Kommunen aus ganz Deutschland befasst. Gastgeberin der Frühjahrstagung des Arbeitskreises Digitalisierung des Deutschen Städtetags war die Stadt Gütersloh.
Carsten Schlepphorst, Gütersloher Beigeordneter für Digitalisierung, und die städtische Referentin für den digitalen Wandel, Sandra Causemann, die auch im Lenkungsgremium des Städtetag-Arbeitskreises engagiert ist, hießen die Gäste in der IMA Innovationsmanufaktur Gütersloh willkommen. Sie gaben einen Überblick über die digitale Transformation der Stadtverwaltung Gütersloh und die laufenden Smart-City-Aktivitäten. Unter diesen ist der „Urban Stack“ ein Leuchtturmprojekt. Amelie Mormann vom städtischen Fachbereich Digitalisierung und Geoinformation stellte es vor. Der Urban Stack ist eine von der Stadt Gütersloh entwickelte digitale Plattform, die nicht nur Datenverwaltung und Datendarstellung ermöglicht, sondern auch den Datenaustausch zwischen Kommunen und die gemeinsame Entwicklung digitaler Anwendungen für Verwaltungsvorgänge. Bei den Digitalisierungsbeauftragten, die zum Teil Städte vertraten, die wie Gütersloh aus dem Bundesprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ gefördert werden, stieß der Urban Stack als Instrument zur interkommunalen Vernetzung und zur stärkeren Unabhängigkeit in kommunalen digitalen Infrastrukturen auf großes Interesse.
Digitale Lösungen, mit denen sich Kommunen auf Krisenfälle vorbereiten können und die im Ernstfall bei der Krisenbewältigung nützen können, brachte Tagungsreferent Professor Dr.-Ing. Jörg Rainer Noennig von der HafenCity Universität Hamburg den Teilnehmern nahe. Noennig erforscht als Inhaber der Professur „Digital City Science“ die Mechanismen der digitalen Transformation von Städten. Er entwickelt mit seinem Team datenbasierte Werkzeuge, mit denen städtische Qualitäten wie Nachhaltigkeit, Stadtgesundheit und Resilienz erfasst und geplant werden können. Ein zentraler Fokus liegt auf digitalen Anwendungen, die Kommunen in Krisensituationen und im Katastrophenschutz unterstützen können. So können mit KI-unterstützten Tools zum Beispiel komplexe Krisenszenarien in der eigenen Stadt simuliert und in allen Stadien durchgespielt werden. Im Anschluss an den Vortrag Noennigs befassten sich die Tagungsteilnehmer in Workshops mit Umsetzungsmöglichkeiten. Ein Besuch der Stadtbibliothek Gütersloh mit ihrem Digitalen Werkraum und ein Impulsvortrag von Dr. Kirsten Witte (Bertelsmann Stiftung, Leiterin Zentrum für nachhaltige Kommunen sowie Programm Digitalisierung und Gemeinwohl) rundeten das Tagungsprogramm ab.








