Persönlichkeiten, die Gütersloh geprägt haben
Teil 1
Klaus Dörner
Von 1980 bis 1996 war Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner Leitender Arzt an der Westfälischen Klinik in Gütersloh und initiierte dort die komplette Auflösung des Langzeitbereichs. Sein Prinzip der gemeindenahen Psychiatrie führte zu den betreuten Wohngemeinschaften in der Stadt außerhalb der Klinikmauern. Berühmt wurde sein Lehrbuch „Irren ist menschlich“, in dem er die soziale Ausrichtung der Psychiatrie umfassend darstellte.
Maria Unger
Die Sozialdemokratin (Mitglied seit 1982) war von 1994 bis 2015 Bürgermeisterin in Gütersloh, in der ersten Legislaturperiode von 1994 bis 1999 ehrenamtlich, ab 1999 hauptamtlich, nachdem die Doppelspitze in NRW abgeschafft worden war. Sie ist die bisher einzige Bürgermeisterin in Gütersloh und auch die mit der längsten Amtszeit. Noch heute ist sie in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen aktiv.
Dr. Gerd Wixforth
Der Jurist, Sohn des früheren Stadtkämmerers Walter Wixforth, war von 1969 bis 1999 Stadtdirektor von Gütersloh und prägte die Stadtentwicklung maßgeblich mit. Er bekleidete viele Ehrenämter, gründete zum Beispiel den nach ihm benannten „Wixforth-Fonds Gesundheitswesen“ mit einem privaten Startkapital von einer Million Mark. Auch die Bürgerstiftung Gütersloh wurde von ihm ehrenamtlich und finanziell unterstützt.
Volker Wilmking
Der Kaufmann, Musiker und Manager gründete im Jahr 2000 die Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz, deren Vorsitzender er bis 2013 blieb. Volker Wilmking war langjähriger Betreiber der legendären „MusiKiste“ und des gleichnamigen Labels und von Beginn an Mitglied bei den Small Stars. Zusammen mit Gerry Spooner veröffentlichte er einige Platten, darunter auch die lokal bekannte LP „Kneipenfolk“.

Reinhard Mohn
Unter der Führung des legendären Unternehmers entwickelte sich das seit 1835 bestehende mittelständische Druck- und Verlagshaus Bertelsmann zu einem international tätigen Medienkonzern. 1977 gründete er die gemeinnützige Bertelsmann Stiftung, die heute eine der größten Stiftungen in Deutschland ist. Er ist Gründer der Bürgerstiftung Gütersloh und Ehrenbürger der Stadt.
Arnold Busch
Der viel zwischen Gütersloh und Görlitz pendelnde Künstler hatte als junger Mann stets Skizzenheft und Stift in der Tasche, um für ihn Wesentliches mit schnellem, präzisen Strich festzuhalten. Später im Atelier in Gütersloh machte Arnold Busch es mit Tusche und Feder oder Graphit zur Kunst. In Görlitz haben die Zeichnungen Eingang ins graphische Kabinett des Kulturhistorischen Museums gefunden.

Hans-Dieter Musch
Der gebürtige Berliner war der erste Pressesprecher der Stadt Gütersloh. Seine Ideen im Amt (1978–1998) hinterließen bleibende Spuren: Der Gütersloher Sommer in Mohns Park, der Schinkenmarkt und die Symbolfigur des Gütersloher Fuhrmanns sind nur einige stadtprägende Projekte, die er ins Leben rief und die bis heute zum Stadtbild gehören.
Gerhard Piepenbrock
Der ehemalige stellvertretende Bürgermeister (1994–2004) galt über zwei Jahrzehnte als einer der profiliertesten Köpfe der Gütersloher CDU, insbesondere in Fragen der Stadtentwicklung und Bauplanung. Gerhard Piepenbrock war 20 Jahre Ratsmitglied und planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.
Liz Mohn
Die Ehefrau des verstorbenen Bertelsmann-Vorstands Reinhard Mohn ist eine zentrale Persönlichkeit in Gütersloh, die vor allem durch ihr langjähriges Engagement im Medienkonzern und ihr stifterisches Wirken bekannt ist. Liz Mohn ist die Initiatorin des international bedeutenden Gesangswettbewerbs Neue Stimmen, gründete
die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, bündelte 2005 ihre zahlreichen Projekte unter dem Dach der neuen Liz Mohn Stiftung und war die erste Ehrenbürgerin der Stadt Gütersloh (2017).
Hans-Dieter Sieweke
Den Gastronomen verbinden viele Gütersloher noch heute mit seinem 33 Jahren währenden Wirken im Stadthallenrestaurant. „HDS“, der vorher auch die Gaststätten Deele und Apostel-stube mit großem Erfolg betrieb, prägte vor allem die gehobene Gastronomie und hatte überregional einen Namen.
Dr. Mark Wössner
Der heute in München lebende Manager war von 1983 bis 1998 Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann in Gütersloh. Er führte das Unternehmen zu einem Medienunternehmen mit Weltbedeutung. Später war er Vorstandsvorsitzender der Schlaganfallstiftung. Mark Wössner stiftete mehr als 500.000 Euro für die Er-richtung des Wössner Jugendfonds zur Unterstützung von zahlreichen Jugendprojekten in Gütersloh.

Heino Nollmann
Der Gründer der Kommunikationsagentur P&P in Isselhorst (1988) führte sein Unternehmen als Medienfabrik Gütersloh zu einem der größten Full-Service-Mediendienstleister in Deutschland. Heino Nollmann engagierte sich in vielfältiger Weise auch bei gesellschaftlichen Themen in Gütersloh.
Rainer Schorcht
Als Vorstand im Handelsverband Technik (BVT), im Präsidium vom Handelsverband Deutschland (HDE) und vor allem seit 30 Jahren als Verwaltungs- und Aufsichtsratsvorsitzender von Europas größter Fotokooperation Ringfoto gestaltet der Fotohändler auch das Gütersloher Wirtschaftsleben aktiv mit. Er war Vorsitzender der Werbegemeinschaft Gütersloh.
Heiner Finke
Der Modeunternehmer Heiner Finke entwickelte das gleichnamige Modegeschäft in der Königstraße zur heutigen Größe, expandierte auch in der Region und betrieb über viele Jahre das Hotel Stadt Gütersloh. Das Familienunternehmen (sein Sohn Markus Finke ist u.a. Geschäftsführer von Intersport Finke) ist seit acht Jahrzehnten in der Stadt ansässig.
Stephan Grimm
Der Leiter des Stadtarchivs Gütersloh prägte mehr als 35 Jahre die Dokumentation der Stadtgeschichte maßgeblich. Er wird oft als das „Gedächtnis der Stadt“ bezeichnet und war noch während
seiner Amtszeit bis 2021 am Aufbau des neuen gemeinsamen Stadt- und Kreisarchivs an der Moltkestraße beteiligt. Er veröffentlichte zudem zahlreiche Beiträge und hielt Vorträge zur lokalen Historie.
Siegfried Kornfeld
Der Isselhorster war 25 Jahre lang Ratsmitglied für die Grünen, ohne selbst Mitglied der Partei zu sein. Siegfried Kornfeld ist zudem langjähriger Vorsitzender des Dorf- und Heimatvereins Isselhorst und zudem als Experte für die lokale Geschichte und Sprache (Plattdeutsch) aktiv.
Oliver Groteheide
In Gütersloh ist Oliver Groteheide vor allem als Betreiber und Leiter des traditionsreichen Programmkinos bambi Filmkunstkino bekannt. Er ist Mitinitiator und Ansprechpartner des Kurzfilmfestivals Gütersloh, kooperiert regelmäßig mit dem LWL-Klinikum Gütersloh für die Filmreihe „Psyche & Film“, arbeitet als Yogalehrer und ist aktiver Tierschützer.

Josef Honcia
Der gebürtige Pole ist eine Ikone in der Jazzszene, wie es sie nur selten gibt. Er rief die renommierte Konzertreihe Jazz in Gütersloh ins Leben und holte über Jahrzehnte internationale Jazz-Stars in die Stadt. Das Jugendzentrum an der Kaiserstraße wurde zum Mekka der Szene, der Name Josef Honcia hatte weltweit einen Klang. Der 81-Jährige hat die Kulturgeschichte Güterslohs mitgeschrieben.
Fritz Husemann
Der Chef des traditionsreichen gleichnamigen Familienunternehmens im Bereich der Elektrotechnik ist ein Mann mit Haltung. Er engagiert sich politisch gegen Rechtspopulismus, sein Unternehmen wurde mehrfach für seine Mitarbeiterführung und Innovationskraft ausgezeichnet, und er sorgte dafür, dass auf dem ehemaligen Husemann-Gelände Ecke Hohenzollern/Prekerstraße Seniorenwohnungen mit Betreuungsangeboten gebaut wurden. Eine Erfolgsgeschichte.
Irene Müller
Ihr künstlerisches Wirken war vielseitig: Irene Müller war als Bildhauerin, Malerin und Tänzerin tätig. Ihr Werk zeichnete sich durch Vielseitigkeit aus, von Holzskulpturen und Radierungen bis hin zu expressiven Gemälden. Sie verstarb 2024 mit 81 Jahren.
Hermann Korfmacher
Bis zu seiner Pensionierung 2008 war Hermann Korfmacher als Lt. Kreisverwaltungsdirektor Geschäftsführer der Werkstatt für behinderte Menschen im Kreis Gütersloh. Hauptsächlich bekannt wurde er durch seine Führungspositionen im deutschen Fußball. Unter anderem war er Präsident des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes. In Gütersloh gilt er als einer der „Retter“ des FC Gütersloh.

Nobby Morkes
Er leistete Großes und scheiterte letztlich als Bürgermeister. Norbert (Nobby) Morkes, Eventmanager und 1999 Gründer der Wählergemeinschaft BfGT (Bürger für Gütersloh), initiierte 2003 einen Bürgerentscheid gegen den Bau eines überdimensionierten neuen Theaters, der am Ende zu einer kostengünstigeren Variante führte und wurde 2020 im vierten Anlauf überraschend zum Bürgermeister gewählt. Wegen diverser Fehlverhaltensvorwürfe wurde er im Juni 2024 von den Bürgern Güterslohs abgewählt.
Sabine Gramlich
Die Lehrerin und Friedensaktivistin lebte seit 1955 in Gütersloh und war über Jahrzehnte hinweg in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen aktiv. Sabine Gramlich engagierte sich im Gütersloher Flüchtlingsrat, in der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten, in der Psychiatrie
des LWL-Klinikums, bei Amnesty International, in einer kirchlichen Frauengruppe und sie war prägende Figur der Gütersloher Friedensbewegung.
Wolfgang W. Knott
Wer ihn erlebt hat, wird ihn nicht vergessen: Wolfgang W. Knott war in erster Linie ein Reporter fürs Kleine, er tauchte überall und zu jeder Zeit auf, wenn es etwas zu berichten gab und versorgte die Gütersloher Zeitungen über viele Jahre mit „Stoff“ – gerne auch an Wochenenden. Eine Legende in der Branche. Nebenbei war er auch Autor und Herausgeber von Publikationen über die Region Gütersloh.

Rudolf Miele
Bis zu seinem Tod 2004 arbeitete Rudolf Miele als geschäftsführender Gesellschafter in dem Unternehmen, das er mehr als vier Jahrzehnte gemeinsam mit seinem Partner Dr. Peter Zinkann zur Weltgeltung als Premium-Hersteller für Hausgeräte geführt hatte. Heute wird das Familienunternehmen Miele in vierter Generation von Dr. Markus Miele und Dr. Reinhard Zinkann geleitet. Rudolf Miele wurde 1999, wie schon zuvor sein Großvater und sein Vater, zum Ehrenbürger der Stadt Gütersloh ernannt. Lange Zeit war er auch Vorsitzender des Unternehmerverbandes für den Kreis Gütersloh.
Fotos: Bertelsmann, Stadt Gütersloh, Jörg Sänger/territory, Archiv, Heiner Wichelmann, Miele, Markus Corsmeyer







