Father Mother Sister Brother
Jim Jarmusch, der Meister der cool distanzierten Komödie, ist vielleicht einer der letzten echten US-Independent-Autorenfilmer. Seine Werke sind geprägt von einer ruhigen Erzählweise und seinem lakonischen Humor, oft begleitet von einem atmosphärischen Soundtrack, der die meist melancholische Grundstimmung zusätzlich verstärkt. All das gilt auch für seinen neuesten Film, für den Jim Jarmusch 2025 in Venedig den Goldenen Löwen für den besten Spielfilm entgegennehmen durfte.
Der Film erzählt drei Variationen desselben Gedankens – dass Nähe weder durch die familiäre Bindung garantiert wird noch einfach aufkündbar ist. Familie ist ein work in progress, wenn man nicht gemeinsam daran arbeitet, geht die Essenz verloren. Die Botschaft des Films bleibt, typisch Jim Jarmusch, leise und beiläufig: Man kann ein Leben lang nebeneinander her leben und doch zusammengehören – in Gesten, Blicken, Routinen und in der Art, wie man schweigt. Und vielleicht kann man auch wieder zusammenfinden.
Ab 12 J. / 111 min.





