Auf dem Weg aus der Sucht
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Sechs Jahrzehnte Hilfe
Die Bernhard-Salzmann-Klinik (BSK) des LWL-Rehazentrums Ostwestfalen blickt auf 60 Jahre Suchtrehabilitation zurück. Auf dem Gelände des LWL-Klinikums Gütersloh werden Menschen mit stoffgebundenen und nicht stoffgebundenen Abhängigkeiten therapeutisch begleitet.
Eine von ihnen ist Brigitte Haas, die heute als ehemals Betroffene eine Selbsthilfegruppe für Patientinnen und Patienten der Fachklinik leitet.
Ihre Alkoholabhängigkeit begann schleichend. Was zunächst als gelegentliches Glas auf Feiern begann, wurde zum ständigen Begleiter im Alltag. Alkohol wurde Belohnung, Trost und vermeintlicher Ausweg – ein Muster, das sich über Jahre verfestigte. „Ich fand für jede Situation einen Grund zu trinken“, erinnert sie sich. Erst als das Leben sich zunehmend um den nächsten Konsum drehte, wurde klar, wie tief die Abhängigkeit bereits wirkte.

Brigitte Haas, ehrenamtliche Mitarbeiterin und ehemalige Alkoholikerin
Vom schleichenden Beginn bis zur Entscheidung für Hilfe
2014 entschied sich Brigitte Haas für eine Langzeittherapie in der Bernhard-Salzmann-Klinik. „Es war die wichtigste Entscheidung meines Lebens. Ich habe verstanden, dass Sucht keine Schwäche ist, sondern eine Erkrankung, die professionelle Hilfe braucht.“ Besonders berührt hat sie die wertschätzende Haltung des Teams. Die Erkrankung hinterließ Spuren: Heute ist sie wegen einer alkoholbedingten Schädigung des Kleinhirns auf einen Rollator angewiesen. Doch aus der ehemaligen Patientin ist eine engagierte Unterstützerin geworden. In Selbsthilfegruppen der Klinik begleitet sie Betroffene auf dem Weg in ein abstinentes Leben.
Zum 60-jährigen Bestehen der Klinik fand eine Fachtagung statt, an der Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Therapie und Selbsthilfe teilnahmen. Klaus Baumann, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, würdigte die jahrzehntelange Arbeit aller Mitarbeitenden: Die BSK stehe für Weitblick, Engagement und Menschlichkeit. Auch die historische Einordnung des ehemaligen Chefarztes Dr. Ulrich Kemper zeigte, wie sich die Suchtbehandlung in sechs Jahrzehnten weiterentwickelt hat. Workshops am Nachmittag boten Raum für vertieftes Fachwissen und Austausch.

Ein Ort für Neustart, Stabilisierung und Teilhabe
Für viele in der Klinik steht die Geschichte von Brigitte Haas sinnbildlich für den Weg, der gelingen kann. „Sie zeigt, wie Menschen den Mut finden, Verantwortung für ihr Leben zurückzugewinnen“, sagt Chefärztin Dr. Christiane Rasmus. Ulrike Dickenhorst, Therapeutische Leitung der BSK, ergänzt: „Ihre Lebensfreude wirkt ansteckend. Sie ist ein wichtiges Beispiel dafür, wie wertvoll eigene Erfahrung in der Therapiearbeit sein kann.“
Die 1965 eröffnete Bernhard-Salzmann-Klinik bietet heute 110 stationäre Plätze und ein breites Rehabilitationsangebot – von medizinischer Behandlung über Nachsorge bis zur beruflichen Wiedereingliederung. Ziel ist es, Wege in ein selbstbestimmtes, abstinentes Leben zu eröffnen – seit 60 Jahren und mit Blick nach vorn.
Großes Foto: Frontansicht der Bernhard-Salzmann-Klinik

Buxelstraße 50, 33334 Gütersloh
Tel. : 05241 502-0
E-Mail: info@lwl-klinik-guetersloh.de
www.lwl-klinik-guetersloh.de
Fotos: Sallermann/LWL, Privat/HaasAnzeige |












