Neuer Look, alte Brauhausseele

Sechseinhalb Wochen Baustelle – und dann musste es plötzlich schnell gehen. Um 16 Uhr lagen im Neueröffnungstag im Gütersloher Brauhaus noch Werkzeuge herum und Polster fehlten. Eine Stunde später war aufgeräumt, um 18.30 Uhr war das Haus voll.

Geschafft. Familie Karenfort präsentiert das „neue“ Brauhaus: Wilfried und Maria Karenfort, Ann-Kristin Karenfort und Christopher Daume-Karenfort. Foto: Dirk Kleinemeier

Sechseinhalb Wochen lang wurde bei laufendem Betrieb umgebaut. Vieles ist jetzt neu – doch der Charakter des Brauhauses ist geblieben.

Innenansichten: Das Brauhaus präsentiert sich jetzt moderner und ohne Stufen auf einer Ebene – der traditionelle Touch aber wurde bewahrt. Foto: Wolfgang Sauer

Die geklinkerten Wände sind noch da, ebenso die Spuren des Brandes von 1996. Die Schriften und Wandgemälde gehören weiterhin zum Raum. Auch die alten Tische wurden aufgearbeitet. Neu sind unter anderem der Boden, Schallschutzdecken, ein LED-Lichtkonzept und moderne Medientechnik, eine Glas-Stahl-Konstruktion, ein Kamin sowie neue Stühle und Bänke. Die wichtigste Veränderung ist allerdings: Die Stufen sind verschwunden. Eingangsbereich, Restaurant, Saal und Wintergarten wurden auf ein Niveau gebracht und miteinander verbunden. Auch die behindertengerechte Toilette ist jetzt ohne Umwege erreichbar. Für Seniorchef
Wilfried Karenfort, 82, war genau das ein entscheidender Punkt.

Wilfried Karenfort hat das Brauhaus vor 36 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Maria gegründet. Am 10. August 1990 öffnete das Haus an der Straße Unter den Ulmen erstmals seine Türen. Die Verbindung aus Restaurant und eigener Hausbrauerei war damals etwas Besonderes in Gütersloh. Bis heute wird in der Gaststube gebraut, aus dem anfänglichen Partylokal mit runder Theke entwickelte sich über die Jahre ein fester Bestandteil der Gütersloher Gastronomie.

Ein bischen für sich sein. Wo früher nur Syphons mit dem frisch gebrauten Bier abgefüllt wurden, gehts heute rund. Foto: Wolfgang Sauer

1996 kam der Einschnitt: Ein Brand zerstörte Teile des Hauses. Die Karenforts bauten wieder auf und machten aus dem Brauhaus über die Jahre eine wichtige Adresse für Gastronomie und Feiern. Im Restaurant und an der Theke läuft das á-la-carte-Geschäft mit hochwertigen Speisen, im Wintergarten finden kleinere Gesellschaften ab 25 Personen Platz. Der Saal bietet Raum für bis zu 220 Gäste, der Biergarten für rund 150. Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern und Tagungen gehören ebenso zum Alltag wie der spontane Besuch auf ein Bier. Im neuen Restaurantbereich sind jetzt geschlossene Feiern bis zu 50 Personen möglich.

Heute führt die nächste Generation das Familienunternehmen: Ann-Kristin Karenfort und Christopher Daume-Karenfort sind seit mehr als einem Jahrzehnt in der Geschäftsführung. Wilfried und Maria Karenfort sind weiterhin dabei – wenn auch zunehmend aus der zweiten Reihe.

Der Umbau sollte deshalb kein Bruch sein. Eher ein behutsames Weiterdrehen an den Stellschrauben. Das Brauhaus ist moderner geworden, ohne seine Ge-schichte abzuräumen. Und vielleicht ist genau das die Kunst bei einem Haus, das seit 1990 Teil des Gütersloher Stadtlebens ist: Man verändert genug, damit es für die Zukunft passt – aber nicht so viel, dass die Gäste das Gefühl bekommen, irgendwo anders gelandet zu sein.

Gütersloher Brauhaus

Unter den Ulmen 9
33330 Güterslohe
Telefon: 05241/25166
E-Mail: info@guetersloher-brauhaus.de

Öffnungszeiten
Montags-Samstags ab 17 Uhr
Küche: 17:30 bis 21 Uhr
Sonntags 11:30 bis 14:30 Uhr
Küche: 11:30 bis 14 Uhr

www.guetersloher-brauhaus.de

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