Startschuss für die 29. Wettbewerbsrunde

Zur Vorbereitung auf den kommenden Kreiswettbewerb ‚Unser Dorf hat Zukunft‘ haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Kreise aus ganz Nordrhein-Westfalen in Essen zum Austausch getroffen. Die 29. Runde des Wettbewerbs startet auf Kreisebene im Jahr 2027.

Der Wettbewerb blickt auf eine lange Tradition zurück: Seit 1961 stellen sich Dörfer in NRW und bundesweit der Frage, wie sie ihre Zukunft aktiv gestalten können. Allerdings ist die Zahl der teilnehmenden Dörfer seit den 1980er- und 1990er-Jahren spürbar zurückgegangen – damals nahmen in NRW zeitweise über 1.300 Dörfer teil, zuletzt waren es noch rund 330. Genau dieser Trend war zentrales Thema des Treffens: „Wie lässt sich der Wettbewerb wieder attraktiver machen und wie können mehr Dörfer für eine Teilnahme gewonnen werden?“ Astrid Hiemer organisiert den Wettbewerb im Kreis Gütersloh: „Wir haben im Austausch einige interessante Impulse bekommen und präsentieren unsere Ideen den Dörfern in der Auftaktveranstaltung für den Wettbewerb 2027.“

Im Vordergrund stand außerdem der Blick des Landes und des Ministeriums auf die neue Wettbewerbsrunde. Nora Zurnieden vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (MLV) und Kristina Humpesch von der Landwirtschaftskammer NRW (LWK) stimmten mit ihren Vorträgen auf den Kreiswettbewerb 2027 ein. Im Mittelpunkt stand dabei eine stärkere Vernetzung – sowohl zwischen den Kreisen als auch zwischen den teilnehmenden Dörfern selbst.

Seit dem letzten Wettbewerb wurde einiges angepasst: Der Teilnehmerschlüssel wurde von fünf auf vier Teilnehmer reduziert, es gab eine Infoveranstaltung sowie eine hybride, für alle Interessierten offene Auftaktveranstaltung mit direktem Austausch mit der Jury. Neu ist zudem ein Online-Beratungsangebot für alle Teilnehmenden des Landeswettbewerbs. Auch bei der Würdigung der Sieger hat sich einiges getan: Die Preisgelder wurden erhöht, die Preisverleihung neu strukturiert, die Ergebnisse werden inzwischen auch digital über Social Media verkündet und die Siegerdörfer erhalten ein persönliches Gratulationsschreiben der Ministerin. Für die Siegerdörfer gibt es künftig zudem einen eigenen Workshop zur Vernetzung und Vorbereitung auf den Bundeswettbewerb.

Wie wichtig der Wettbewerb für die teilnehmenden Orte tatsächlich ist, zeigen Rückmeldungen der Dörfer selbst: „Jede Stufe des Wettbewerbs hat uns als Dorf ein Stück weitergebracht“, heißt es von einer Teilnehmergemeinde. Eine andere betont: „Der wahre Gewinn sind der Zusammenhalt und die neuen Ideen, nicht das Edelmetall.“ Mehrfach genannt wurden außerdem der enge Kontakt zu Politik und Verwaltung, den die Teilnahme ermöglicht, sowie der Austausch zwischen Vereinen und Generationen, den der Wettbewerb anstößt.

Damit sich Dörfer unabhängig vom Wettbewerb weiterentwickeln können, bietet das Zentrum für ländliche Entwicklung (ZeLE) unter anderem sogenannte Dorfwerkstätten an: moderierte Wochenendseminare, in denen jeweils drei Dörfer gemeinsam einen Zukunftsplan für den eigenen Ort erarbeiten. Teilnehmen können Dörfer mit bis zu 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und vier bis sechs Teilnehmende pro Dorf, verschiedener Alters- und Geschlechtergruppen. Alle Angebote des ZeLE sind unter www.zele.nrw.de zu finden, eine Anmeldung zum Verteiler ist über zele@mlv.nrw.de möglich. Interessierte Dörfer sind eingeladen, sich frühzeitig bei ihrer Kreisverwaltung zu informieren und die neuen Beratungs- und Vernetzungsangebote zu nutzen.

Bildzeile: Zur Vorbereitung auf den Kreiswettbewerb ‚Unser Dorf hat Zukunft‘ haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Kreise aus ganz Nordrhein-Westfalen in Essen zum Austausch getroffen. Foto: Anja Bongers / Kreis Kleve

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