Heimatverein Gütersloh: Neuer Vorstand arbeitet im Team

Hauptamtliche Museumsleitung  zum 1. Oktober ausgeschrieben

Der Heimatverein hat ein neues Kapitel in seiner langen Geschichte aufgeschlagen: Fünf gleichberechtigte Vorstandsmitglieder werden den Verein mit seinen knapp 200 Mitgliedern in den nächsten vier Jahren im Team führen. Einstimmig verabschiedeten die MItglieder auf der Jahreshauptversammlung am 6. Juli im Gütersloher Brauhaus eine entsprechende Satzungsänderung. Ebenfalls einstimmig wurde für die Vorstandsmitglieder votiert: Johannes W. Glaw, Gabriele Conert und Daniela Schlimm-Hofmann wurden wiedergewählt. Neu im Team sind Adelheid Eimer und Susanne Zimmermann, beide langjährige Vereinsmitglieder.

Eine Neu-Formierung war notwendig, weil der bisherige Vorsitzende und ehemalige Museumsleiter Dr.Franz Jungbluth nicht mehr zur Wahl stand – allerdings nicht, weil er dem Verein den Rücken kehren, sondern weil er sich auf die Ausschreibung einer hauptamtlichen Leitung für das Stadtmuseum bewerben will, dessen Träger der Heimatverein ist.  Zum 1. Oktober 2026 soll die Wiederbesetzung einer halben Stelle erfolgen. Damit endet eine mehrjährige Übergangszeit, in der Jungbluth ehrenamtlich und auf Honorarbasis das Museum geführt und Ausstellungen organisiert hat.

Die gut geführten Finanzen geben die Einrichtung der halben Stelle allemal her. Darauf konnte Ann Kathrin Brambrink verweisen, die in den letzten vier Jahren für die Finanzen des Vereins verantwortlich war. Aus persönlichen Gründen stand sie nicht mehr zur Wahl. Auch Annett Rassfeld hat nach vielen Jahren Abschied aus dem Gremium genommen. Unter Applaus der Versammlung dankte ihnen Franz Jungbluth für ihre engagierte Vorstandsarbeit in ruhigen und turbulenteren Zeiten.

In seinem Rechenschaftsbericht zeigte Jungbluth auf, dass Verein und Museum sich auf einem guten Weg befinden: Das Magazin, leidiges Thema über Jahre hinweg, wurde unter der Federführung von Johannes W. Glaw „entrümpelt“, neu geordnet und ist an seinen neuen Standort umgezogen. Erfolgreiche Ausstellungen wie der Einblick in die „Gütersloher Stadtmitte um 1900“ mit den akribisch gestalteten Modellen von Norbert Jebramcik oder die Beteiligung an der außergewöhnlichen Kunstaktion „Paste Up“ waren ein Beitrag zum 200.Stadtgeburtstag im vergangenen Jahr. 4030 Personen haben 2025 das Stadtmuseum besucht, 725 Führungen für Kinder und Kinder-Geburtstagsfeiern verzeichnet die Statistik.

Mit den Zahlen gehe es weiter bergauf, erklärte der scheidende Vorsitzende, denn im ersten Halbjahr 2026 zählten die ehrenamtlichen Mitarbeiter an der Museumsaufsicht bereits 2390 Besuche. Besuchermagnet war auch in diesem Jahr wieder die „Langenachtderkunst“, die diesmal 1183 Menschen ins Museum lockte.

Ihre Kooperationen mit anderen Institutionen haben Heimatverein und Museum weiter ausgebaut: Dazu zählen die Beteiligung am Historischen Forum zur NS-Geschichte, das von der VHS veranstaltet wurde oder die Historische Stadtrallye „Gütersloh vor 50 Jahren“, die der städtische Fachbereich Kultur konzipiert hat. Noch kürzer geworden ist der Draht zu den Stadtführern und -führerinnen, die im Gartenhaus des Museums ihren Versammlungsort gefunden haben. Auch bei der erfolgreichen Projektpremiere der „24-Stunden-Führung“ im Juni war der Heimatverein mit am Start. Der Museumshof war Ausgangspunkt für die Führungen und lockte mit einem abwechslungsreichen Programm die Besucher an. Das und noch viel mehr sei alles nicht möglich ohne die intensive Unterstützung des kleinen Teams in der Museumsverwaltung und die vielen, zum großen Teil langjährigen Ehrenamtlichen in der Museumsaufsicht, dankte Franz Jungbluth für deren Engagement.

Helfende Hände werden auch in Zukunft reichlich gebraucht, denn im Ausblick auf die kommenden Jahre stehen die Umgestaltung der in die Jahre gekommenen Ausstellung im Obergeschoss des Fachwerkhauses, das zum Museum gehört, und der Ausbau der 2. Etage des Backsteinhauses zum Multifunktionsraum für verschiedene Anlässe auf der Prioritätenliste der kommenden Jahre. Hier wird auch der neue Vorstand gefordert sein, der seine gemeinschaftliche Arbeit in Zuständigkeitsschwerpunkte aufteilen will. „Wir sind alle in der Vereinsarbeit erfahren, mit kreativen Ideen, guten Kontakten in die Stadtgesellschaft, vor allem aber mit Herzblut für die vielen Facetten unserer Lokal- und Regionalgeschichte,“ betont Johannes W. Glaw als „ältestes“ Vorstandsmitglied. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren.“

Führung im Team: Dr. Franz Jungbluth (2.v.l.) stand als Vorsitzender des Heimatvereins nicht mehr zur Wahl, weil er sich auf die Stellenausschreibung zur hauptamtlichen Museumsleitung bewerben will. In den Vorstand wurden (v.l.) Adelheid Eimer, Susanne Zimmermann, Daniela Schlimm-Hoffmann, Johannes W.Glaw  und Gabriele Conert (nicht im Bild, da leider beim Fototermin im Stau auf der Autobahn) gewählt. Foto: Heimatverein Gütersloh

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