Björn Venø in Isselhorst: Groß im Kleinen
Ein norwegischer Künstler verzauberte am Abend des 12. Juli in Isselhorst den Garten des Meierhofs Mumperow in eine Erlebniswelt der Elemente, der Stille und intensiver Begegnung. Performancekünstler Björn Venø, der auf Einladung von Nirgül Kantar-Dreesbeimdieke eine Woche lang eine Künstlerresidenz in Isselhorst bezog, faszinierte ein großes Publikum mit minimalistischen Aktionen, die, so schien es dem Betrachter, von einer menschlichen Urerfahrung erzählten: dem Verlorensein des Einzelnen und seiner Fremdheit in der Gruppe bei gleichzeitiger Suche nach dem Anderen. Venøs international geachtete Performancekunst basiert auf dem Spiel mit der Natur und der Landschaften. Er horcht tief in den Raum hinein, hört den Klang des Ortes, atmet das Leben um ihn herum. Bei seinen Aktionen bezieht er die Menschen mit ein, es entstehen Energiefelder unter ihnen, wo eigentlich nur Stille und Sehen ist. Große Kunst im ganz Kleinen. Staunen, wo Worte fehlen.
Der eindrucksvolle Auftritt von Björn Venø, den Nirgül auf ihrer „Europas Künstlerweg“-Reise durch Skandinavien vor zwei Jahren getroffen hatte, wurde aus Mitteln des EU-Kulturfonds, der Goethestiftung und der Bürgerstiftung Gütersloh gefördert. Gartenbesitzer Karl-Theodor Mumperow hatte auf Bitte von Nirgül bereitwillig die Tore seines Anwesens für dieses einmalige, situativ-spontane, der Sprache der besonderen Lokalität folgende Aktionskunst-Happening geöffnet. So unwiederholbar es ist, so unvergesslich wird es bleiben.



Fotos: Heiner Wichelmann










