Altersarmut, Teilhabe und Verantwortung
Vortrag von Prof. Dr. Antonio Brettschneider in Gütersloh zeigte aktuelle Herausforderungen in der Altenhilfe auf – Fachbereich Soziales lud zum Austausch ein
Wie kann Altenhilfe demokratisch, teilhabeorientiert und zukunftsfest gestaltet werden? Dieser Frage widmete sich eine Veranstaltung mit Prof. Dr. Antonio Brettschneider von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Köln, Institut für Sozialpolitik und Sozialmanagement (ISSM). Unter dem Titel „Demokratie in der Altenhilfe – Verantwortung teilen, Zukunft gestalten, Altersarmut überwinden“ bot der Abend den Teilnehmenden einen facettenreichen und zugleich eindrücklichen Einblick in aktuelle sozialpolitische Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene. In seinem Vortrag spannte Brettschneider einen weiten Bogen: Von grundlegenden Strukturen der Sozialpolitik bis hin zu konkreten Herausforderungen vor Ort gelang es ihm, komplexe Zusammenhänge verständlich und zugleich eindringlich darzustellen.
„Besonders eindrucksvoll waren die Zahlen zur Entwicklung der Altersarmut, die Herr Dr. Brettschneider präsentiert hat“, betont Henning Matthes, Beigeordneter für die Bereiche Familie, Jugend, Schule, Soziales und Sport. „Er hat deutlich gemacht, dass ältere Menschen inzwischen zunehmend stärker von Armut betroffen sind als jüngere Generationen – eine Entwicklung, die nicht nur statistisch belegbar ist, sondern auch gesellschaftspolitisch dringenden Handlungsbedarf aufzeigt.“ Ein zentraler inhaltlicher Schwerpunkt lag auf dem Konzept der „Caring Community“. Brettschneider verdeutlichte, dass es dabei nicht allein um Fürsorge geht, sondern um ein umfassendes Verständnis von Gemeinschaft: Im Mittelpunkt stehen die Anerkennung der Selbstständigkeit älterer Menschen sowie die gezielte Unterstützung ihrer Teilhabe in allen Lebensbereichen. Dieses Leitbild fordert ein Umdenken – weg von einer rein versorgenden Perspektive hin zu einer partizipativen und inklusiven Gesellschaft.
Auch der Blick auf die lokale Situation, insbesondere in Gütersloh, verlieh dem Vortrag zusätzliche Relevanz. Anhand konkreter Daten zeigte Brettschneider auf, in welchen Sozialräumen ein besonders hoher Alterszuwachs zu verzeichnen ist und wo – auch im Hinblick auf ansteigende Leistungen der Grundsicherung im Alter – ein vertiefter Blick notwendig erscheint.
„Der Vortrag hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, soziale Teilhabe älterer Menschen nicht nur als Aufgabe einzelner Einrichtungen zu verstehen, sondern als gemeinsame Verantwortung in der Stadtgesellschaft“, so Roland Thiesbrummel, Fachbereichsleiter Soziales. „Gerade mit Blick auf Altersarmut müssen wir genau hinschauen, wo Unterstützung gebraucht wird, und gemeinsam Strukturen stärken, die Selbstständigkeit und Teilhabe ermöglichen.“
Die Zuhörenden zeigten sich durchweg interessiert und folgten dem Vortrag aufmerksam. In der anschließenden Diskussion wurden die angesprochenen Themen engagiert aufgegriffen und weiter vertieft, was die hohe Relevanz und Aktualität des Themas unterstrich.
Gefördert wurde der Abend aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Organisation lag beim Fachbereich Soziales, Abteilung Seniorenarbeit.
Prof. Dr. Antonio Brettschneider (links) von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Köln, Institut für Sozialpolitik und Sozialmanagement (ISSM) bot während seines Vortrags einen facettenreichen und eindrücklichen Einblick in das Thema „Demokratie in der Altenhilfe – Verantwortung teilen, Zukunft gestalten, Altersarmut überwinden“. Henning Matthes, Beigeordneter für die Bereiche Familie, Jugend, Schule, Soziales und Sport, begrüßte das Publikum zu Anfang des Vortrags. Foto: Stadt Gütersloh







