Burger, Bier & viel Leidenschaft
Live-Musik, Pub-Quiz und eine kreative Küche prägen das Green’s. Warum der Pub auch nach 22 Jahren nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.
Seit 22 Jahren ist das Green’s eine feste Adresse in der lokalen Gastronomieszene. Was als klassischer Irish Pub begann, ist heute deutlich breiter aufgestellt, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Die Betreiberin, Restaurantmeisterin Kathrin Dudding, hat das Pub-Konzept damals übernommen – und dann konsequent weiterentwickelt. „Wir sind immer noch ein Pub“, sagt sie, „aber wir sind längst nicht mehr nur irisch.“

Mit diesem Konzept sorgte das Green’s jetzt bei der Gastrowahl 2025 für Aufmerksamkeit: Gäste konnten einen QR-Code scannen und dann für eins der teilnehmenden Restaurants abstimmen. Online ließ sich verfolgen, wie eng das Rennen war, „zeitweise sogar Kopf an Kopf mit „Dicke Bohne und Milchreis“ zwei Häuser weiter“, erzählt Kathrin Dudding. Am Ende aber hat das Green’s gewonnen. „Ich bin unheimlich glücklich darüber“, sagt sie. „Das war wirklich spannend.“ Viele Stammgäste hätten aktiv abgestimmt.
Der Erfolg bei der Gastrowahl zeigt, dass das Green’s nicht nur bei seinen Gästen beliebt ist, sondern auch ein Ort, an dem Atmosphäre und Unterhaltung Hand in Hand gehen. Live-Musik gehörte von Beginn an dazu. Samstags um 21 Uhr ist sie bis heute gesetzt. „Da gehören Musik und Pub einfach zusammen“, sagt Kathrin Dudding. Inzwischen hat sich aber auch ein fester Veranstaltungskalender etabliert: Karaoke jeden zweiten Donnerstag, das Pub-Quiz alle 14 Tage sonntags. Letzteres ist so beliebt, dass man meist zwei Wochen im Voraus reservieren muss. „Es ist eigentlich immer rappelvoll.“ Neu ab dem 4. Februar ist Musik-Bingo. Die Idee entstand eher beiläufig, beim „Hitster“-spielen.

Auch kulinarisch hat sich das Green’s weiterentwickelt. Burger sind nach wie vor das Highlight der Karte, ergänzt durch Pizzen und kreative Gerichte. Gekocht wird mit Bio-Zutaten, es gibt Vegetarisches und Veganes. „Ich mag den Begriff Soulfood für unsere Speisen“, sagt die Betreiberin. Der Koch, seit rund vier Jahren im Team, arbeite mit spürbarer Leidenschaft. Neue Gerichte entstehen Schritt für Schritt. „Wir kochen so lange Probe, bis alles rund ist. Bis die Gewürze, die Textur, bis einfach alles passt.
Insgesamt arbeiten rund 25 Menschen im Green’s, zwischen 17 und 60 Jahren. Der Innenraum bietet Platz für etwa 100 Gäste, draußen gibt es 180 Sitzplätze. Der Gastgarten ist dabei ein wichtiger Faktor: hohe Bäume, ruhige Lage, nahezu autofrei. Die Preise auf der Speisenkarte liegen zwischen etwa 6 und 25 Euro.
Im Frühjahr steht ein größerer Umbau an. Voraussichtlich im April wird die Küche in den Neubau nebenan ziehen. Statt der bisherigen, kleinen und dreigeteilten Küche entsteht ein großer, offener Raum. Über Schwingtüren wird es künftig eine direkte Verbindung zum Gastraum geben. Die Tischordnung wird leicht angepasst, ansonsten soll alles bleiben, wie es ist. „Der Pub-Charme bleibt.“

Ein Markenzeichen des Green’s sind außerdem die Biere: Neun internationale Sorten werden frisch gezapft, darunter englische und irische Klassiker – ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Beim Wein arbeitet Kathrin Dudding mit einem Sommelier zusammen. Grauburgunder ist immer dabei. „Das ist so ein Hype-Wein, den kann man einfach immer trinken.“ Chardonnay ebenfalls, alles Weitere wechselt.
Das Green’s kann auch für private Feiern gemietet werden: Geburtstage, Firmen- oder Weihnachtsfeiern, oft mit Buffet. Auf Wunsch übernimmt das Team die komplette Organisation. „Der Gast kann alles abgeben – oder selbst machen.“ Preise gibt es auf Anfrage.
Ihre Motivation für die Gastronomie beschreibt die Betreiberin so: Sie arbeitet leidenschaftlich gern mit Menschen, liebt Lebensmittel und das Kochen. Alles also, was man für den häufig auch anstrengenden Job braucht. Ursprünglich Bürokauffrau, entschied sie sich nach einem längeren England-Aufenthalt für einen Neuanfang und übernahm den Pub. „Und es ist der schönste und abwechslungsreichste Job der Welt“, sagt sie.
Großes Foto: Markus Corsmeyer; alle anderen Fotos: Wolfgang Sauer






