Die Top 5 Trends in 5 Jahrzehnten
1976 – 1986
Glanz, Neon und erste Fitnesswellen
Die späten 70er- und frühen 80er- Jahre waren ein Jahrzehnt voller Kontraste: Schulterpolster, Neonfarben und glitzernde Disco-Outfits dominierten die Mode, während Punk-Subkulturen rebellische Alternativen boten. Power Dressing machte Glamour und Selbstbewusstsein zum Statussymbol, nicht nur auf der Tanzfläche, sondern auch im Büro. Subkulturen prägten den Lifestyle, Clubs und Diskotheken wurden kulturelle Hotspots. In Gütersloh öffnete die Alte Weberei 1984 als kulturelles Zentrum mit Kneipe und Disco ihre Tore und spiegelte lokale Jugend und Musikszene in der Stadt wider – auch als Ergänzung zum zwei Jahre vorher eröffneten Jugendzentrum an der Kaiserstraße. Kommunikation fand vor allem über Fernsehen und Radio statt, VHS-Videos brachten Kino nach Hause. Fitness etablierte sich langsam als Freizeitkultur: Aerobic-Videos von Jane Fonda wurden zum Massenphänomen. In der Ernährung dominierte Convenience-Food, nebenbei entwickelte sich ganz langsam der Trend zu fettarmer und gesünderer Kost.
1986 – 1996
Grunge, Streetwear und digitaleAufbrüche
Streetwear, Oversize-Looks und die Grunge-Ästhetik prägten die Jugendmode. Kleidung aus Hip-Hop- und Skate-Kultur wanderte in den Mainstream und machte den rebellischen, urbanen Look populär. In der City gab es jetzt für Jüngere ausgelegte Läden wie Jetline in der Spiekergasse oder Ulis Men Shop in der Münsterstraße, die dem etablierten Einzelhandel wie Wörmann, Diekötter oder Herrenausstatter Peterburs in der Spiekergasse gegenüberstanden. Lifestyle und Freizeitgestaltung waren Ausdruck von Individualismus und Clubkultur. In der Alten Weberei traten 1996 Bands wie „Chumbawamba“ auf, und auch die neue Musikrichtung Techno eroberte durch eine 24-Stunden-Party dort die Stadt. Gleichzeitig begann die digitale Revolution: Erste Mobiltelefone und Pager wurden eingeführt, das Internet kündigte sich langsam an. Fitness wurde zum Alltagsphänomen: Jogging und Fitnessstudios etablierten sich. Ernährungsbewusstsein stieg, Low-Fat- und Low-Carb-Debatten führten die Wellness- und Diätkultur ein. In Gütersloh konnte man sich ab Ende der 1980er-Jahre im „Auflauf“ in der Hohenzollernstraße das gleichnamige Essen in einer mobilen Theke selbst zusammenstellen und zum Überbacken in die Küche geben. Passend zur Zeit wurde im Restaurant geraucht – heute würde das Konzept sicherlich keiner Hygienekontrolle mehr standhalten.
1996 – 2006
Y2K, Digital Lifestyle und Boutique-Fitness
Mit der Jahrtausendwende kam die Y2K-Mode: Metallic-Stoffe, bauchfreie Tops, Cargo-Hosen und auffällige Logomania prägten den Look. Futuristische und digitale Ästhetik spiegelte die Begeisterung für Technologie wider. Der Lifestyle wurde digitaler: Gaming, Urban Culture und Lifestyle-Magazine bestimmten Freizeit und Selbstdarstellung, sogenannte LAN-Parties lockten Computer-Spieler auch in Gütersloh. Bei diesen soziale Events wurden Rechner über ein lokales Netzwerk (LAN) verbunden, es standen Gaming, Technik und Gemeinschaft im Vordergrund – oft mit Übernachtungen und Wettbewerben. Kommunikation fand zunehmend online statt – E-Mail, SMS, Blogs und Foren eröffneten neue Räume für Austausch. Fitness wurde individueller: Yoga, Pilates und Boutique-Fitness lösten klassische Workouts ab. Auch in der Gütersloher VHS gab es entsprechende Kurse und an der Verler Straße eröffnete Ende der 1990er-Jahre mit Lady-Fitness das erste Fitnessstudio der Stadt nur für Frauen. Ernährung rückte stärker in den Fokus: Bio-Trend, Functional Food und Qualität der Lebensmittel standen im Vordergrund.
2006 – 2016
Athleisure, Social Media und Superfood
Athleisure eroberte den Alltag: Sportkleidung wurde tauglich für Büro, Streetstyle und Freizeit und avancierte zum Statussymbol. Fast-Fashion-Marken boomten, Designer-Kollaborationen setzten neue Trends. Lifestyle verschmolz stark mit Social Media: Influencer, Urban Lifestyle und Selfcare prägten Freizeit, Shopping und Konsum. Smartphones und Plattformen wie Facebook, Instagram und YouTube revolutionierten Kommunikation und Selbstdarstellung. Fitness wurde smart und digitalisiert: Wearables und Apps machten Training messbar und individuell. Ernährung avancierte zum Lifestyle-Statement: Veganismus und Superfoods setzten Trends, Fairtrade wird ein immer größeres Thema. In diesem Zusammenhang wurde Gütersloh im Jahr 2012 erstmals als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet. Seitdem finden unter anderem regelmäßige „faire Wochen“ statt.
2016 – 2026
Nachhaltigkeit, Nostalgie und Smart-Lifestyle
Dieses Jahrzehnt ist geprägt von Nachhaltigkeit, Nostalgie und technologisch unterstütztem Lifestyle. Eco-Fashion und nachhaltige Labels dominieren den Markt, gleichzeitig feiern Y2K- und Mid-2000er-Trends ein Comeback. Lifestyle ist bewusster: Slow Living, Mindfulness und Digital Detox prägen den Alltag. Kommunikation ist digital, kurz und bildbasiert: TikTok, Reels und Memes setzen neue Trends, KI-gestützte Tools verändern den Austausch. Den digitalen Trend und den Trend zur Vernetzung greift in Gütersloh seit 2022 die IMA Innovationsmanufaktur auf, ein Netzwerk für Ideen, innovatives Arbeiten, interaktives Lernen und mit Co-Working-Plätzen für kreative Menschen. Unterstützt wird die IMA durch Fördermittel der „Smart Cities made in Germany“. Aber auch Fitness ist inzwischen digital und ganzheitlich: Smart-Fitness, Recovery-Programme und Longevity-Ansätze bestimmen Training und Gesundheit. Ernährung folgt neuen Ansätzen: Flexitarismus, pflanzenbasierte Kost, Premium-Convenience und Biohacking sind Ausdruck eines modernen, bewusst gestalteten Lebensstils.







