RSS Feed   |   Kontakt   |   Impressum

Achtung! Diese Seite verwendet Cookies.

Wenn Sie keine Cookies verwenden wollen, ändern Sie bitte die Einstellung in Ihrem Browser.

Fragerunde: Die Bürgermeisterkandidaten stellen sich den Fragen der jungen Erstwähler – Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Realschule (Klasse 10b) unter der Leitung des Klassenlehrers Thomas Gehre. Fotos: GT-INFO

Erstwähler vor der Bürgermeisterwahl

Viele Erstwähler gibt es bei der diesjährigen Bürgermeisterwahl im September in Gütersloh. Ihr wirklich erster Urnengang bringt oftmals auch viele Fragen für sie mit sich – Antworten bekommen die Jugendlichen in unserem Wahl-Spezial. Thomas Gehre, Klassenlehrer der 10 b der Freiherr-vom-Stein-Realschule, hat mit seinen Schülern, die als Jungwähler erstmals zur Wahl gehen können, ein interessantes Projekt gestartet und die Bürgermeister-Kandidaten in seine Klasse eingeladen, um ihnen auf den Zahn zu fühlen. Die Gelegenheit, sich direkt über die Kandidaten und ihre politischen Inhalte und Ziele für Gütersloh  zu informieren, nutzten die Schülerinnen und Schüler. Henning Schulz (CDU), Matthias Trepper (SPD), Nobby Morkes (BfGT) und Dr. Anke Knopp (Parteilos) stellten sich den Fragen der Erstwähler. Teil 4 des GT-INFO Wahl-Spezials. 

Herr Schulz, wie finden Sie die Idee, dass auf der Kahlertstraße in Gütersloh die Radfahrer auf der Fahrbahn fahren dürfen?

Henning Schulz (CDU): Ich habe mir den Verkehrsversuch angeguckt, und bin in den vergangenen Tagen öfter über die Kahlertstraße gefahren. Mir sind folgende Themen aufgefallen. Die Markierungen, die temporär angebracht sind, sind momentan nicht ausreichend. Man wünscht sich eine breitere und besser sichtbare Schutzstreifenmarkierung, damit sie für die Radfahrer und auch für die Autofahrer deutlich ist. Darüber hinaus gibt es die Schikanen – das sind die Baumstandorte. Wenn man sie umrunden muss, wird man so weit in den Verkehr geschoben, dass es kritisch werden kann. Ich bin alternativ auf dem Fahrradweg gefahren und habe festgestellt, dass die Auf- und Abfahrten so problematisch sind, so dass man mit höherer Geschwindigkeit oder einem E-Bike nicht fahren kann. In der Sache werden wir uns immer wieder damit auseinandersetzen müssen, dass Radfahrer in Zukunft mehr auf den Fahrbahnen fahren. Die innerörtliche Geschwindigkeit soll perspektivisch bundesweit auf 30 Stundenkilometer gesenkt  werden, so dass man innerorts auf ein ähnliches Geschwindigkeitsniveau käme. 

Haben Sie weitere höhere politische Ziele?

Henning Schulz (CDU): Ganz klar – nein! Ich bin mit der Familie vor zwei Jahren nach Gütersloh zurückgekommen, weil es mein Herzenswunsch war, hierher zurückzugehen. Die Kandidatur hat für mich tatsächlich etwas mit Gütersloh zu tun. Es geht für mich nicht darum, irgendwo im Kreis Gütersloh Bürgermeister zu werden – ich möchte es in Gütersloh werden. Es ist die Verbundenheit zu dieser Stadt, die ich sehr mag. Ich möchte meine Kraft für das Allgemeinwesen einsetzen. Darüber hnaus gibt es für mich keine Ziele.

Wie wird es für Sie weitergehen, wenn Sie nicht als Bürgermeisterin gewählt werden?

Dr. Anke Knopp (Parteilos): Wenn ich nicht gewählt werde, gibt es nach der Wahl auch ein Leben ohne Kandidatur. Ich würde mich auf jeden Fall erst einmal besinnen, was mir diese Wahlzeit gebracht hat. Ich werde wahrscheinlich ein großes Spektrum an Kenntnis haben, was sich die Gütersloherinnen und Gütersloher für ihre Stadt wünschen. Ich werde weiterhin als Mitglied der Initiative „Demokratie wagen“ aktiv die Politik begleiten – auch kritisch. Sehr wahrscheinlich werde ich auch ein oder mehrere Bücher schreiben. So, wie ich das vorher auch gemacht habe.

Herr Schulz, was würden Sie auf dem Flugplatz für die Jugend errichten?

Henning Schulz (CDU): Sie sprechen ein wichtiges Thema an: Freizeitaktivitäten für Jugendliche. Die Qualitäten, die auf dem Flughafen schlummern, sind noch gar nicht richtig erkannt worden. Ich war vor einigen Wochen mit Inlinern dort. Es ist phänomenal: Man könnte dort heute schon fünf Kilometer im Kreis fahren – und man könnte z. B. auch Bogenschießen. Es gibt auch eine Crossstrecke und Ähnliches. Es bestehen so viele Potentiale. Vielleicht gibt es dort irgendwann Europas größten Indoor-Kletterpark in der Hubschrauberhalle. Wir reden nicht nur über Gewerbegebiete und über Natur und Landschaft. Es können auch tolle Sachen für junge Leute in Gütersloh entstehen.

Was soll mit dem Karstadt-Gebäude geschehen – falls es geschlossen wird? Wäre eine Großraumdisko dafür geeignet?

Dr. Anke Knopp (Parteilos): Die Frage ist ziemlich aktuell, wenn man sich in Deutschland den Überblick verschafft, was mit großen Kaufhäusern mitten in den Zentren der Innenstadt passiert, ist es sehr erschreckend. Ich war in Düsseldorf und habe gesehen, dass in dieser großen Stadt eines dieser Zentren geschlossen hat. Dort entsteht eine große Lücke. Gütersloh ist auf so eine Situation noch gar nicht eingestellt. Sollte Karstadt seine Pforten schließen, wäre das genau im Zentrum der Innenstadt. Ich würde auf keinen Fall eine Idee entwickeln wollen, ohne die Bürgerinnen und Bürger daran zu beteiligen und sie zu befragen. Ich glaube, dass die Ideen für ein so großes Projekt auch aus der Bürgerschaft selbst kommen müssen. Dann muss man sich gemeinsam auf den Weg machen, Investoren zu finden. Oder ich würde als Stadt das Gelände selbst kaufen und auch jetzt schon Rücklagen bilden, damit ich die Hoheit hätte, es so zu überplanen, wie es für eine zukünftige Innenstadt gut wäre. Das heißt: Die Innenstadt muss attraktiv gestaltet werden. Das Leben, Arbeiten und Wohnen muss für viele Menschen in die Innenstadt zurückkehren. Dafür wäre dieses Gelände hervorragend geeignet. Es gibt eine Menge Potential und Möglichkeiten. Man muss jetzt schon auf der Hut sein – es ist möglich, dass es passiert ...

Welche drei Dinge finden Sie in Gütersloh besonders gut?

Nobby Morkes (BfGT): Besonders gut sind die vielen Freizeitangebote. Im Gegensatz zu anderen Städten haben wir hier Bäder. Wir haben auch die Freilichtbühne – und wir haben das Wapelbad. Es gibt eine große funktionierende Stadtbibliothek, die sehr positiv zu bewerten ist. Und wir haben viele Sportstätten, die laufend gepflegt werden. 

Würden Sie sich dafür einsetzen, dass der neue Skaterplatz an der Weberei eine Überdachung bekommt?

Nobby Morkes (BfGT): Es gab zwar Spenden, die den jetzigen Skaterplatz ermöglicht haben. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass wir einen überdachten Skaterplatz bekommen. Angedacht war der ehemalige Güterbahnhof oder das alte Kino an der Carl-Bertelsmann-Straße. Eine Überdachung des Skaterplatzes ist dringend erforderlich, damit wir auch bei Regen die Skatermöglichkeiten nutzen können.

Welche Dinge finden Sie in Gütersloh nicht gut? Wenn Sie Bürgermeisterin werden sollten – würden Sie sie ändern? Und wenn ja, wie?

Dr. Anke Knopp (Parteilos): Was ich in Gütersloh nicht gut finde, ist die mangelnde Transparenz. Mir fehlt einfach das klare „Open-Data-Konzept“. Stichwort: offene Daten. Ich möchte gerne, dass Verwaltung und Politik ihre Daten deutlicher öffnen. Sie sollen die Aktenschränke gläsern machen. Wir müssen grundsätzlich alle Daten öffentlich machen. Ein weiterer Punkt, den ich ändern möchte, ist, dass aus Bürgerbeteiligungsverfahren echte Bürgerbeteiligungsverfahren werden und viel mehr Meinungen und Ideen aus der Bürgerschaft eingeholt werden. Da gibt es noch eine Menge Luft nach oben. 

Was würden Sie in Gütersloh für den Umweltschutz tun?

Dr. Anke Knopp (Parteilos): Der Umweltschutz ist ein sehr breit angelegtes Thema in Gütersloh. Das ist ja aus der Bewegung der Grünen stark in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt. Kein Mensch würde heute mehr sagen, dass er sich nicht für den Umweltgedanken einsetzt. Aber da darf man nicht stehen bleiben. Der Natur- und Umweltgedanke ist nach wie vor sehr zentral  - und sehr gefährdet. Ich würde gerne in einem smarten Konzept schauen, wie man den Ressourcenverbrauch gemeinsam mit der Stadt und innerhalb der Bevölkerung reduzieren kann und einen intelligenten Umgang mit Ressourcen und der Nutzung der Natur einübt. Dazu gehört ein interessantes und intelligentes Mobilitätskonzept. Ich möchte den Verkehr auch in der Innenstadt reduzieren und viel mehr ÖPNV-Konzepte realisieren. Auf lange Sicht muss die Innenstadt in die Hände derer gegeben werden, die zu Fuß gehen und mit dem Fahrrad fahren. 

Warum brauchen wir in Gütersloh zwei Feuerwehrwachen? Reicht nicht eine?

Nobby Morkes (BfGT): Eine hätte in Gütersloh völlig ausgereicht. Das war auch unser Ansinnen. Jetzt kommt eine neue Feuerwehrwache. Wir haben eine freiwillige Feuerwehr, und wir haben eine Berufsfeuerwehr. Wir sind der Meinung, dass es Geldverschwendung ist, was hier passiert. Wir hätten beides zusammenfassen können: Einen Gebäudekomplex für die freiwillige Feuerwehr und einen für die Berufsfeuerwehr. Wir haben Vorschläge zur Refinanzierung gemacht. Es gab politische Mehrheiten – das können wir jetzt leider nicht mehr ändern.

Als Fußballspielerin finde ich es blöd, dass an der Osnabrücker Landstraße der Fußballplatz entfernt wurde. Kommt an dieser Stelle noch einmal ein Fußballplatz hin, und wo sollen wir jetzt Fußball spielen?

Matthias Trepper (SPD): Es gibt reichlich Fußballplätze im Stadtgebiet. Wir haben diverse Kunstrasenplätze. Wir haben neulich vom Sportausschuss eine Tour gemacht, um Kunstrasenplätze zu begutachten. Von Avenwedde aus kann man auch nahegelegene Kunstrasenplätze mit dem Fahrrad erreichen. In einigen Bereichen, wie an der Kapellenschule, sind Sportplätze, wo man Fußballspielen kann. Ansonsten muss man sich an die Vereine wenden, um zu sehen, wo es möglich ist. 

Wie werden Sie von Ihrer Familie unterstützt?

Matthias Trepper (SPD): Ich bin in der glücklichen Lage, dass meine Lebensgefährtin auch Politikerin ist. Sie weiß, was auf mich zukommt. Ich habe es mit ihr abgestimmt, dass ich kandidieren darf. Meine Lebensgefährtin unterstützt mich ganz aktiv. Meine Tochter leider nicht, weil sie in Regensburg  studiert. Aber unser Hund, der rotes Fell hat, ist am Infostand immer dabei. Wir sind in der Familie abgestimmt, alle unterstützen mich und freuen sich, dass ich den Mut aufbringe, zu kandidieren.

Wenn Sie Bürgermeister werden, bestünde eine konkrete Verbindung zwischen Ihnen und dem Jugendparlament?

Matthias Trepper (SPD): Es besteht nicht nur zwischen mir und dem Jugendparlament eine enge Bindung, sondern auch zwischen mir und den Jugendorganisationen – und vor allen Dingen auch den Schulen. Was hier organisiert worden ist (Kandidaten-Projekt der Schule, die Redaktion) – so etwas kenne ich nicht aus meiner Schulzeit. Es wäre sinnvoll, wenn sich der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin in den Schulen sehen lässt – und auch für das Jugendparlament junge Menschen akquiriert, die sich politisch engagieren. Denn daran kranken alle Parteien und Vereine. Wir brauchen dringend Nachwuchs, der Spaß hat an solchen Themen. Insofern ist das Jugendparlament ein wichtiger Baustein, aber auch der Besuch der Schulen ist wichtig. Dort kann man sich über aktuelle Themen unterhalten. Hier ist die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister ein super Ansprechpartner. Da können Sie Ihre Sorgen, Nöte oder auch Ideen loswerden.

Der Bau des Theaters war bekanntlich sehr teuer. Wurden dafür Gelder aus Jugendprojekten gestrichen?

Henning Schulz (CDU): In dem Moment, wo große Projekte gebaut werden, gehen sie nach dem Gesamthaushaltsprinzip. Ich schaue, welche Einnahmen auf der einen Seite reinkommen und achte darauf, wofür ich das Geld auf der anderen Seite für andere Projekte ausgebe. Da ich damals noch nicht in Gütersloh war, kann ich Ihnen ohne mich selbst kundig zu machen nicht sagen, welche Korrelationen es zwischen dem einen und dem anderen Projekt gegeben hat.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen. Was wäre das? Und warum nehmen Sie die mit? 

Matthias Trepper (SPD): Sie haben sich anscheinend mit Zeit-Magazinen und Ähnlichem beschäftigt ... Das ist eine Standard-Frage. Ich würde meine Liebsten mitnehmen: Lebensgefährtin, Kind – und unsere ganzen Tiere. Ich würde auch Musikinstrumente mitnehmen, die wir zu Hause haben. Wir machen sehr viel Musik – ich habe früher Rockmusik gemacht. Ich würde alles, was Musikinstrumente und CDs betrifft, mitnehmen. Darüber hinaus würde ich ordentlich Verpflegung einpacken, dann kann man es auch auf einer einsamen Insel aushalten.

 
 

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zu diesem Beitrag:
Ihr Name*:
EMail:
Sicherheitsabfrage
Kommentar*:
(*) = Zum Absenden benötigte Informationen.