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Foto: Hendrik Martinschledde

Laufen gegen Schlaganfall

Es war eine rekordverdächtige Veranstaltung: Mehr als 1.600 Teilnehmer gingen bei der elften Auflage von „Gütersloh läuft“ im Sommer 2017 im Stadtpark an den Start. Gleichzeitig sorgte die Laufveranstaltung für einen sensationellen Besucherandrang, herzerfrischende Kinderläufe, spannende Wettkämpfe – und einen neuen Teilnehmerrekord – denn es waren 160 Finisher mehr als im Jahr zuvor. Was macht diese Veranstaltung für Besucher und Teilnehmer so attraktiv? Ich hatte mir das Spektakel im vergangenen Juni angesehen – und war mehr als beeindruckt, was meine Kollegen da auf die Beine gestellt hatten. Denn veranstaltet wird der Laufevent von GT-INFO. In diesem Jahr findet der Lauf am 23. Juni statt und steht noch dazu unter einem ganz besonderen Motto. Ich habe mich mit GT-INFO-Chefredakteur Markus Corsmeyer über den Event unterhalten und ein paar meiner letztjährigen Eindrücke zusammengefasst.

Keine reine Lauf-Geschichte

„Es sollte keine reine Lauf-Geschichte werden, sondern eine Breitensportveranstaltung, bei der das Genießen nicht zu kurz kommt“, erklärte einst Peter Bunnemann seine Idee, den Gütersloher Stadtpark in eine Laufarena zu verwandeln. Man sollte ganz einfach „laufen, lächeln und genießen“. Bis heute hält sich dieses erfrischende Motto von „Gütersloh läuft“. Was 2007 unter der Regie des Erfinders begann, hat sich längst zu einer der größten Laufveranstaltungen in OWL entwickelt. „Wir machen eine Familienveranstaltung, denn der Leistungssportcharakter steht hier nicht im Vordergrund. Die Kinder- und Schülerläufe sind unser großes Fundament“, erklärt Markus Corsmeyer. Vor acht Jahren übernahm er die Gesamtorganisation der Veranstaltung. Und doch ist der sportliche Stellenwert des Events im jährlichen Laufkalender nicht zu unterschätzen: „Die Läufer kommen nicht nur aus Gütersloh. Darunter auch einige Spitzenläufer.“ Was Gütersloh läuft so einmalig macht? Da sind zunächst einmal die vielen, langjährigen Partner, ohne die eine solche Veranstaltung nicht umzusetzen wäre. Dann ist es dieses einzigartige Zeltdorf, das von einem Tag auf den anderen mitten im Stadtpark aus dem Nichts entsteht, und tags darauf verschwunden ist. Es sind die vielen bunten Aktionen vor und auf der Bühne, die unterschiedlichen Läufe für Klein und Groß und nicht zuletzt die mehr als 8.000 Besucher, die über den Tag verteilt in den Stadtpark strömen und die Eventwiese in einen riesigen, fröhlichen Festplatz verwandeln. Und dann sind da immer wieder die vielen großen und kleinen Überraschungen oder die Schwerpunkte, unter denen die Veranstaltung das eine oder andere Mal steht.

Laufen gegen den Schlaganfall

„In diesem Jahr“, so der Organisator, steht „Gütersloh läuft“ unter einem besonderen Motto: Laufen gegen den Schlaganfall.“ Charity-Partner ist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, die jetzt ihr 25-jähriges Jubiläum begeht. Dafür wird auf der Eventwiese ein großer Aktionspavillon aufgebaut. Es gibt Informationen rund um die Aktivitäten der Stiftung, eine Fotobox, um an der aktuellen bundesweiten Kampagne teilzunehmen und vieles mehr. Läufer können mit Kampagnen-T-Shirts an den Start gehen oder mit roten Anstecknadeln. Es gibt eine Charity-SMS-Spendenaktion, die bereits jetzt freigeschaltet ist: Wer unter der Rufnummer 81190 das Stichwort „Schlaganfall“ eingibt und abschickt, bezahlt an seinen Mobilfunkanbieter fünf Euro, von denen 4,83 Euro direkt an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gehen. 

Gemeinsam Laufen und Gutes tun

„Das Ganze hat für mich eine zentrale Botschaft“, so Corsmeyer: „Interessierte Unternehmen und ihre Mitarbeiter können bei „Gütersloh läuft“ mitmachen, sich über die Aktionen der Schlaganfall-Hilfe informieren und natürlich gerne spenden. So wie Bertelsmann. Der Konzern zählt zu den Partnern der ersten Stunde; viele Mitarbeiter nehmen jährlich an dem BeFit-Firmenlauf teil. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe steht die Teilnahme der Bertelsmann-Zugehörigen in diesem Jahr ebenfalls unter dem Motto „Laufen gegen den Schlaganfall“. Für jeden gelaufenen Kilometer eines Mitarbeiters spendet Bertelsmann einen Euro an die Stiftung. Unabhängig von der Firmenzugehörigkeit spenden das Sportprogramm BeFit und der Konzern für jeden Teilnehmer am Nordic Walking und dem BeFit-Firmenlauf pro absolviertem Kilometer einen Euro an die Stiftung. Auch Gabriele Conert, Geschäftsführerin der McDonalds-Filialen in Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück unterstützt die Charity-Aktion und spendet für jedes Kind, das beim Bambini-Lauf die 500-Meter-Strecke absolviert, einen Euro. 

Gute Stimmung inklusive

Und da kann dann schon eine schöne Spendensumme zusammenkommen, denn der Stadtparklauf zählt zu den attraktivsten in der Region. Im vergangenen Jahr gingen so viel Finisher an den Start wie noch nie; in diesem Jahr könnten es möglicherweise noch mehr werden. Auch das ist durchaus im Sinne der einmaligen Charity-Aktion. „Es war zwar nie mein erklärtes Ziel, irgendwelche Teilnehmerrekorde aufzustellen“, sagt Corsmeyer. Doch für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe wäre das wiederum mehr als wünschenswert. Und damit das geschieht, sei eben auch die gute Stimmung wichtig, damit Beteiligte und Besucher einen tollen Tag erleben. Und genau dafür ist zunächst einmal eine gute Vorarbeit wichtig, die ein Jahr im Voraus beginnt. Es werden Termine gesucht, Sponsoren geworben und Öffentlichkeitsarbeit betrieben – all das wird von Corsmeyer koordiniert. Unterstützt wird er dabei vom sportlichen Leiter Eckard Langner und im Verlag von den Kolleginnen Anastasia, Jeannette und Celina. 

Auf die Plätze, fertig ...

Der Eventtag selbst ist lang: Wie in jedem Jahr beginnen auch am 23. Juni die Arbeiten um sechs Uhr morgens. Bereits tags zuvor wurden Bühne und Zelte aufgebaut. „Wir sind ein eingespieltes Team“, erklärt der Chefkoordinator. Jetzt muss jeder Handgriff sitzen. Kurzerhand wird die Strecke abgesteckt und Hinweisschilder weisen den Weg zum Event. Aussteller, wie Sportausrüster, Dienstleister und natürlich Speise- und Getränkeanbieter bauen ihre Stände auf und ab 13 Uhr werden die Helfer eingewiesen. Dann wird auch der Pavillon der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fertig sein, genauso wie die anderen Eventzelte. Auf dem Platz selbst warten Eventkicker, eine speziell aufgebaute Mini-WM-Aktion und viele weitere Überraschungen. Auf der Bühne werden letzte Abläufe von Moderation, Aufführungen und Musik geprobt. In diesem Jahr richtet das Studio 84 die Musik- und Sportaufführungen aus. Gebündelt und informell verpackt wird alles von dem erfahrenen Moderator Thorsten Nötling, den selbst der Großevent Hermannslauf nicht aus der Ruhe bringt. An der Strecke sorgt derweil Time Team Jung für die professionelle Zeitnahme und Auswertung. 

... los!

Was dann geschieht, zeigt ein kurzer Rückblick auf das vergangene Jahr. Bereits vormittags strömten Besucher in den Stadtpark, gingen die Laufstrecke ab, trafen auf jede Menge Läufer und machten es sich auf den Bänken an den Tischen auf der Eventwiese bequem. Zur offiziellen Eröffnung um 14.30 Uhr nahm das Gewusel dann endgültig seinen Lauf, denn im Anmeldezelt wurden die Startnummern verteilt. Während die Großen noch warten mussten, waren die Kleinsten schon an der Laufstrecke: Eine wildgewordene Horde von Vorschulkindern konnte den Startschuss zum Bambini-Lauf kaum erwarten. Und dann rannten sie los: über 500 Meter führte die Strecke einmal um die Eventwiese herum. Und wer dachte, dass es hier schon ziemlich bunt, laut und hektisch zuging, konnte noch nicht ahnen, dass nur ein paar Minuten später „die jungen Pferde“ bereits beim Start durchgingen: Beim School-Running lieferten sich 255 Grundschuljungen einen kunterbunten Massensturz, bevor sie sich endlich auf der 1.000 Meter Strecke austoben konnten. All das waren schon viele herrliche Momente an einem sonnigen Tag, die vom Moderator pointiert kommentiert wurden, immer wieder unterbrochen von Infos zu Läufen, Strecken und Zeiten, den verschiedenen Aufführungen und viel Musik. 

Ein Event für alle

Mit dem Nordic-Walking und dem BeFit-Firmenlauf greifen in jedem Jahr ab 17 Uhr die Erwachsenen ins Geschehen ein. Zwei Runden von der Eventwiese bis zu Ibrüggers Teich stehen auf ihrem Plan. Das sportliche Highlight ist der Sparkassen-Sommerabend-Lauf mit vier Runden und insgesamt 9,2 Kilometern, an dem auch viele der bekannten Läufer teilnehmen. Abdelmajeed Abdallah und Ilona Pfeiffer waren die Gewinner im vergangenen Jahr. Neben den vielen begeisterten Gütersloher Läufern reihen sie sich ein in die Riege der Spitzenläufer, die ihren Weg in den Stadtpark finden: „Der schnellste Regenläufer“ Murat Bozduman, der Gütersloher Hermannslauf-Sieger und Ironman Hawaii-Finisher Ingmar Lundström und der „Rekordchampion des Hermannslaufs“ Elias Sansar gehören dazu. „Wir freuen uns, diese Spitzenläufer begrüßen zu können“, erklärt Markus Corsmeyer. „Und das, obwohl wir bewusst auf Antrittsgelder und Preisgelder verzichten.“ Denn hier, so sagt er, soll jeder Läufer die Möglichkeit haben, zu gewinnen. Und genau das ist auch das Credo der Veranstaltung: Letztendlich, so der Cheforganisator, ist dies eine Veranstaltung von Güterslohern für Gütersloher. 

Als sei nichts gewesen

„Wir machen eine der schönsten Laufveranstaltungen im Kreis. Und das war es dann auch schon“, erklärt der GT-INFO-Chefredakteur. Und dann ist sie zu Ende. Bereits eine Stunde nach dem letzten Lauf ist von all dem Spektakel nichts mehr zu sehen: Die Zelte sind verschwunden, Toilettenwagen und Bühne werden abtransportiert und die Helfer sammeln gemeinsam mit den Mitarbeitern des Grünflächenamtes die restlichen Überbleibsel ein. Doch nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung, denn die Vorbereitungen für den Event im kommenden Jahr starten genau jetzt. 

 

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