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„Dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen.“ Foto: Detlef Güthenke

„Digitale Prozesse auf Alltagstauglichkeit prüfen“

„Digitaler Aufbruch Gütersloh“ – Ist das nicht sehr theoretisch?

Ich stelle mal ein paar Gegenfragen: Wie navigiert das Auto zum freien Parkplatz? Wird es in Zukunft noch Linienbusse geben? Kann man ehrenamtliches Engagement auch per App organisieren? Kann man in Gütersloh bald online wählen? Wem gehören meine Daten, und was macht die Stadt in Zukunft damit? Und was ist eigentlich Big Data? – Alles Themen, die auch Gütersloh betreffen und zwar sehr praktisch. Der ‚Digitale Aufbruch Gütersloh‘ ist also alles andere als eine abstrakte Idee, sondern er bietet hier vor Ort die Chance, digitale Prozesse auf ihre Alltagstauglichkeit zu prüfen. Der Leitsatz zum „Digitalen Aufbruch“ lautet daher auch „Wir machen uns das Leben leichter.“ Und genau das soll Anspruch und Prüfstein sein für die digitalen Entwicklungen, die wir in den kommenden Jahren für unsere Stadt auf den Weg bringen wollen - gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Warum sollte ich da mitmachen, auch wenn ich nicht gerade technikaffin bin?

Die digitale Entwicklung geht uns alle als Stadtgesellschaft an, weil sie fast jeden Lebensbereich betrifft – den Schulunterricht ebenso wie unser Einkaufsverhalten oder Mobilität, die Arbeit ebenso wie unsere Freizeit. Wir sind alle Meister unseres Alltags und können gerade deshalb dazu beitragen, Konzepte zu entwickeln, die das Leitmotiv „Wir machen uns das Leben leichter“ umsetzen. Gleichzeitig geht es aber auch darum, Risiken zu thematisieren und kritisch zu bewerten, wo Digitalisierung über das Ziel hinausschießt und wo digitale Angebote keinen Nutzen bringen, sondern vielleicht sogar Schaden. 

Was erwartet mich denn für ein Programm? Kann ich dem denn überhaupt folgen, wenn die digitale Welt für mich bisher mit ein paar Apps auf meinem Smartphone endet?

Vor zehn Jahren wäre eine „App“ vermutlich für Sie noch eine große Unbekannte gewesen und jetzt sind Sie damit eigentlich schon mittendrin in der digitalen Welt. Will sagen: Die Entwicklung schreitet rasend schnell voran. Was gestern noch Utopie war, ist heute bereits Alltag. Das werden uns einige Referenten, wie der estnische Botschafter Mart Laanemäe, Leon Kaiser von der Plattform netzpolitik.org oder auch die bekannte Autorin Nina George an Beispielen anschaulich deutlich machen. Aber wir setzen nicht nur auf Worte. Improvisationstheater, vor allem aber ganz unterschiedliche Beispiele aus der Praxis – präsentiert von Unternehmen und Schulen – gehören ebenfalls zum Programm. Ich würde sagen: Seien Sie einfach neugierig, das ist die beste Voraussetzung.

Und wie wollen Sie erreichen, dass nicht nur „mal drüber geredet“ wird?

Indem wir dem Prozess zur Erarbeitung einer digitalen Agenda eine klare Struktur, Ziele und einen Zeitplan vorgeben. In ähnlicher Weise haben wir in der Vergangenheit zum Beispiel im Jahr 2000 eine lokale Agenda erarbeitet – jetzt stehen uns aber mit den Möglichkeiten der Digitalisierung ganz andere Werkzeuge zur Verfügung, um die Entwicklungsziele unserer Stadt einfacher und besser umzusetzen. Die Strategie des digitalen Aufbruchs Gütersloh bündelt das Know-how in Themengruppen, sieht eine intensive Zusammenarbeit mit allen Akteuren der Stadtgesellschaft sowie  der lokalen Wirtschaft und der Forschung vor - die FH am Standort Gütersloh bietet hier unter anderem Ansatzpunkte. Sie will aber auch das Wissen der „Digital Natives“ mit einer „Young Generation Gruppe“ nutzen. Eine Online-Ideenplattform ist ebenso Teil der Strategie wie das „Digitale Forum“, das einmal im Jahr all die Gruppen und Ergebnisse zusammenführt.

Wo ist die Stadt Gütersloh bereits digital „unterwegs“?

Das Programm zur Schaffung eines Glasfaser-Gigabit-Netzes und der IT-Ausstattung für alle Schulen und das geplante Programm zum flächendeckenden Glasfaserausbau durch die Stadtwerke sind als Beispiele ebenso zu nennen wie die Entwicklung einer „Ehrenamts-App“, die in Vorbereitung ist oder der Plan zur Schaffung eines Werkraums „Digitaler Aufbruch“ in der Stadtbibliothek – ein Angebot und Ort, das sich an junge Kreative ebenso richten soll, wie es zur Vermittlung von Basiswissen, zum Coaching und zum Austausch über aktuelle Entwicklungen zur Verfügung steht.  Und auch die Stadtverwaltung selbst ist mit Bürgerportal und anderen digitalen Angeboten durchaus Modellkommune der Städte und Gemeinden im Kreis. Doch auch hier sind wir noch nicht am Ziel: Wir haben in unserem Bürgerportal zwar bereits einige Angebote, vom Antrag auf einen Bewohner-Parkausweis bis hin zur verbindlichen Online-Terminvereinbarung, aber wir arbeiten daran, diesen Service ständig zu erweitern – auch hier immer unter dem Leitsatz, den Bürgern und Bürgerinnen „das Leben leichter zu machen“. Mir ist dabei allerdings eines wichtig zu betonen: Das sogenannte E Government – die Digitalisierung der Verwaltung – ist nur ein kleiner Teil des „Digitalen Aufbruchs Gütersloh”.

 

Und was ist dann das „große“ Ziel?

Das Ziel ist, sicherzustellen, dass Gütersloh auch in Zukunft eine starke, lebenswerte, vielfältige und bunte Stadt bleibt – mit  hoher Wirtschaftskraft, Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen‚ gemeinsam „anpacken“ und über strategische Allianzen fördern, dass alle Akteure der Stadtgesellschaft voneinander lernen und gemeinsam die digitale Stadtentwicklung zu „ihrer Sache“ machen. Die Auftaktveranstaltung am 23. November ist der Startschuss dazu. 

 

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