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Dr. Georga Weiß

Zahnpflege beginnt im frühesten Kindesalter

Wie wichtig die Prophylaxe schon im Kindesalter ist, erklärt Dr. Georga Weiß in einem Gespräch. Sie ist Mitglied des kreisweiten Arbeitskreises Zahngesundheit und Vorsitzende vom Präventionsausschuss der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe.

Frau Dr. Weiß, Ihnen liegt das Projekt „Kita mit Biss“ sehr am Herzen. Warum ist es so wichtig?

Die Spielkiste ist die erste Kita im Kreis Gütersloh die das Zertifikat „Kita mit Biss“ erhielt, weil sie unseren Anforderungen voll entsprochen hat. Dabei geht es um gesunde Ernährung und die Zahnhygiene bei Kindern, die auch im Kinderbildungsgesetz Nordrhein-Westfalen verankert sind. Ich bin sehr froh darüber, dass Kitas mit diesem Zertifikat ihre Kompetenz in der Zahngesundheit auch nach außen darstellen können.


Ist das denn überhaupt nötig? Die aktuelle fünfte Mundgesundheitsstudie vom Institut der Deutschen Zahnärzte machte doch gerade deutlich, dass durch die zahnärztliche Prävention die Kariesfreiheit bei 12-jährigen sehr gut ist, beziehungsweise weltspitze! 

Und das ist auch ein super Erfolg! Doch hier geht es um Klein- und Vorschulkinder. Die Kitas sind ja auch für unter Dreijährige geöffnet. Genau hier ist ganz wichtig, dass sie frühzeitig mit der Zahnpflege beginnen, besonders dann, wenn es unter häuslicher Obhut nicht geschieht.

 

Können Sie das genauer erklären?

Der Grund ist alarmierend: Viele Kinder haben ein naturgesundes Gebiss, aber etwa 15 Prozent der Kleinkinder bis zu drei Jahren weisen 80 Prozent aller Kariesfälle im Kindesalter auf. Diese frühkindliche Karies nennt sich „Early Childhood Caries“ und sie ist die häufigste chronische Erkrankung im Kleinkindalter. Zum Verständnis: Das kommt deutschlandweit häufiger als Asthma oder andere Erkrankungen vor. Deshalb ist es so enorm wichtig, dass die Kitas die Familien bei der Zahnhygiene unterstützen.

 

Was sind die Ursachen für den starken Kariesbefall?

Sie sind auf den übermäßigen Konsum von zucker- und säurehaltigen Getränken mit Nuckelflaschen und Trink-Lern-Gefäßen, in Kombination mit fehlender oder unzureichender Mundhygiene zurückzuführen. Insbesondere Kinder mit niedrigem Sozio-Ökonomischen Hintergrund sind leider davon betroffen. Erkrankte Kinder können tatsächlich oftmals nicht einmal mehr kauen.

 

Wie kann das Programm „Kita mit Biss“ da Abhilfe oder Prävention schaffen?

Es vermittelt und festigt bei Kleinkindern spielerisch feste Rituale in der Zahnhygiene, wie tägliches dreiminütiges Zähneputzen nach jedem Essen. Auch die gesunde Ernährung gehört zum Programm von „Kita mit Biss“. Eine zertifizierte Kindertagesstätte bietet gesunde Mahlzeiten und gibt Anleitungen zum gesunden Essverhalten. So lernen selbst Kleinkinder, wie gut frisches Obst schmeckt im Vergleich zu zuckerhaltigen Fertigprodukten und Süßigkeiten. Auch Vollkornprodukte stehen auf dem Plan, denn sie regen die Kaufunktion und den Speichelfluss an. All das sind grundsätzliche Voraussetzungen und sie sind zwingend notwendig für eine gesunde Kindheit.

 

Damit ersetzt das Programm jedoch nicht die regelmäßige Kontrolle in der Zahnarztpraxis?

Selbstverständlich nicht. Denn nur dort kann die individuelle, auf das einzelne Kind abgestimmte Prophylaxe durchgeführt werden. Bei zahngesunden Kindern reicht eine halbjährliche Kontrolle, Kinder mit Kariesrisiko- oder befall müssen häufiger den Zahnarzt aufsuchen.

 

Entstehen den Eltern durch die Vorsorge oder Behandlungsmaßnahmen zusätzliche Kosten?

Nein. Bis zum 18. Lebensjahr erstatten alle Krankenkassen in Deutschland die Prophylaxe. Auch die frühkindliche Behandlung im Kariesfall wird vollständig amalgamfrei von den Krankenkassen übernommen. 

 

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