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Die Ehrenamt-Unterstützer

„Gütersloh tatkräftig“ zieht bald in die Kirchstraße 10 ein


Ein wenig Geduld braucht’s noch, dann ist das Haus Kirchstraße 10 – vormals Heimstatt des Club 5 – nach umfangreicher Sanierungsarbeit wieder mit Leben erfüllt. Einer der künftigen Nutzer ist „Gütersloh tatkräftig e.V.“, der Räume im oberen Stockwerk beziehen wird. Die hauptamtliche Geschäftsführerin Elke Pauly-Teismann und der 1. Vorsitzende des Vereins Dariusz Jakubowski rechnen mit dem Einzug bis spätestens Ende Februar.
Dann wird die denkmalgeschützte Adresse Kirchstraße 10 Geschäftsstelle, Anlaufpunkt und Epizentrum des neuen Vereins sein, unterstützt und getragen von einem ehrenamtlichen Vorstand und insgesamt 16 Gründungsmitgliedern. Ziel von „Gütersloh tatkräftig“ ist die Unterstützung, Koordinierung und Förderung ehrenamtlicher Arbeit in Gütersloh.

Text: Heiner Wichelmann

Zwei Jahre ist es her, als der Hauptausschuss der Stadt Gütersloh beschloss, dass ein bedarfsgerechtes Konzept zur Koordinierung des Ehrenamtes für Gütersloh erstellt werden solle. Die Stadt Gütersloh sollte nicht mehr selbst steuern, sondern lediglich Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Die Koordination aller ehrenamtlichen Tätigkeiten in Gütersloh in den rund 600 Vereinen der Stadt, aber auch von Privatpersonen sollte von einem Verein übernommen werden, dem die Stadt lediglich in Person des Bürgermeisters als einfaches Mitglied beitritt. Inzwischen ist die Konzeptionsphase abgeschlossen und der Verein ist gegründet.

Erfahrene Vereinsführung
Mit der Dipl.-Pädagogin Elke Pauly-Teismann wurde eine hauptamtliche Geschäftsführerin gefunden, die über viele Kontakte zu Unternehmen, Behörden und Verbänden verfügt und berufliche Expertise mitbringt: Sie arbeitete sechs Jahre in der Wirtschaftsförderung des Kreises Gütersloh mit dem Schwerpunkt Unternehmenskultur und arbeitete auch als Koordinatorin des Bürgerkollegs in der Bürgerstiftung Gütersloh. Dariusz Jakubowski bringt als Geschäftsführer und 2. Vorsitzender des Stadtsportverbandes Gütersloh ebenfalls jahrelange ehrenamtliche Erfahrung in den neuen Verein ein. Die 16 Gründungsmitglieder – neben der Stadt unter anderem die Bürgerstiftung Gütersloh, der Stadtsportverband, Sozialverbände wie die Caritas und der Kinderschutzbund, der Förderverein der Weberei; Vereine wie die Suppenküche, die Gütersloher Tafel und Eine-Welt-Gütersloh und mit „gtogether, Unternehmen vor Ort“ auch Vertreter aus der Wirtschaft – decken die wesentlichen Bereiche gesellschaftlicher Aktivitäten in Gütersloh ab und bilden ein starkes Fundament für ein umfassendes Wirkungsfeld des neuen Vereins. Elke Pauly-Teismann: „Es war uns wichtig, dass wir große und kleine Vereine, Institutionen und Organisationen sowie Einzelpersonen aus dem Sozial-, Sport- und Kulturbereich gleichberechtigt für das Engagement in unserem Verein gewinnen. Das hat den Vorteil, dass wir die Themen breit einbringen können. Jeder kann bei uns ins Rad greifen. Die Stadt tritt lediglich als Unterstützer auf; sie bezahlt mich als Geschäftsführerin und stellt uns die Räume in der Kirchstraße 10 unentgeltlich zur Verfügung. Sie macht sich gemein mit unserer Arbeit, dominiert sie aber nicht. Über den Inhalt unserer Arbeit entscheidet allein die jährliche Mitgliederversammlung und im Tagesgeschäft der Vorstand in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin.“ „Gütersloh tatkräftig“ finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Sponsoring; die Sparkasse Gütersloh hilft mit einem namhaften Startkapital.

Der Verein bietet ein breites Spektrum zur Koordinierung, Verknüpfung, Verstärkung, Hilfestellung und Unterstützung für freiwillige ehrenamtliche Tätigkeiten an, sowohl für Vereine untereinander, wie für Freiwillige, die ehrenamtlich arbeiten möchten. So können sich Interessierte mit oder ohne Termin- und Projektwünschen an den Verein wenden. Aber auch die Vernetzung zwischen den vielen Gütersloher ehrenamtlich geführten Vereinen ist ein wesentlicher Inhalt. Elke Pauly-Teismann nennt ein Beispiel: „Ein unentgeltlich arbeitender Krisendienst-Verein könnte einem Sportler in einem Verein helfen, der sich in einem Tief befindet. Oder: Wer zu einem kleineren Verein ohne Dachorganisation gehört, kann sich zum Beispiel bei der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung helfen lassen.“

Ziel Nachhaltigkeit
Auf dem jüngsten Bürgertag auf dem Dreiecksplatz stellte die Stadt Gütersloh gemeinsam mit der Firma topocare auch die Volu-Map vor – eine digitale Plattform für ehrenamtliches Engagement auf Projektebene. Sie soll in Kürze in die Testphase gehen. Die vereinseigene Website www.guetersloh-tatkraeftig.de wird Anfang des kommenden Jahres scharf geschaltet werden. Die Vorfreude auf die künftigen Aufgaben steht den beiden Protagonisten ins Gesicht geschrieben. Ganz wichtig ist ihnen, dass das Projekt nicht nur angestoßen, sondern dass es langfristig gelebt wird. Dariusz Jakubowski: „Es geht um Nachhaltigkeit, um Verlässlichkeit und stabile Organisation. Wir wollen auch Unternehmen gewinnen, die sich außerhalb ihrer Arbeit zusätzlich ehrenamtlich engagieren – so wie es Maas Naturwaren macht: Deren Mitarbeiter gehen einmal in der Woche vor Dienstbeginn in Schulen, um für Kinder, die zuhause kein Frühstück bekommen, Brötchen zu schmieren. Eine Aktion, die allen Beteiligten große Freude macht. Wir wollen diese Beispiele des bürgerschaftlichen Engagements für die Stadtgesellschaft weiter fördern. Dafür steht unsere professionelle und gut vernetzte Anlaufstelle vor Ort, dafür brauchen wir Vereine, Politik und Wirtschaft, die sich vernetzen und zusammen anpacken.“

Foto: Antoine Jerji
Elke Pauly-Teismann, Geschäftsführerin von „Gütersloh tatkräftig “, und Dariusz Jakubowski, 1. Vorsitzender des Vereins.

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