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PLUS GESUND IN: Alles im Blick

Mit Vorbeugung für einen langen, guten Durchblick

Den Durchblick zu behalten ist immer eine gute Sache, besonders wenn es um das eigene Augenlicht geht. Doch was machen, um ein Höchstmaß an Normalsichtigkeit bis ins hohe Alter zu erreichen – und ist das überhaupt möglich in Zeiten, in denen die Bevölkerung immer älter wird. „Unser Körper ist auf Endlichkeit programmiert, was sich nicht grundsätzlich vermeiden lässt“, sagt der Gütersloher Augenarzt Dr. Sebastian Weiß. „Makulardegeneration und „Grauer Star“ sind Alterserkrankungen die einen
Großteil der Menschen über 70 Jahre  betreffen. Da wir heutzutage immer älter werden, betrifft das auch immer mehr Menschen. Und doch kann jeder aktiv dazu beitragen, sehr lange den Durchblick zu behalten.

GT-INFO Redakteurin Birgit Compin hat Dr. Weiß getroffen
und nach den richtigen Präventionsmaßnahmen befragt.

Die Ab wann sollte man die Augen von einem Augenarzt untersuchen lassen?
Dr. Sebastian Weiß: Mit der U7-Vorsorgeuntersuchung im zweiten Lebensjahr gibt der Kinderarzt in der Regel die Empfehlung, zum Augenarzt zu gehen. Dabei geht es um die Frage, ob Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit vorliegen. Besonders bei weitsichtigen Kindern fängt dann die Prävention an, denn wenn man früh genug behandelt, kann man die Weitsichtigkeit in der Regel soweit  reduzieren, dass die Kinder später keine oder zumindest eine deutlich geringere Brillenstärke brauchen. Bei kurzsichtigen Kindern mit der Diagnose Myopie können wir ebenfalls frühzeitig eingreifen und diese Kurzsichtigkeit zwar nicht beheben, aber versuchen zu verlangsamen. Deshalb ist es sinnvoll, dass der Augenarzt bis zum 18. Lebensjahr einmal jährlich die Augen überprüft.

Was sagen Sie zur berühmten Empfehlung, täglich eine Karotte zu essen um die Sehkraft zu stärken?
Dr. Sebastian Weiß: Das ist auf jeden Fall gut. Da geht es ja in erster Linie um Retinoide beziehungsweise das Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt. Karotten beinhalten zusätzlich Vitamin B6 und Folsäure. All das ist für die Funktion der Sehzellen und ein gutes Hell/Dunkel sehen unabdingbar. All das ist in der Karotte enthalten und unterstützt die Gesundheit der Augen. Es gibt natürlich auch verschiedenen Vitaminpräparate, die sich zur Prävention eigenen und frei verkäuflich sind. Eine ausgewogene Ernährung halte ich hier aber für eine bessere Maßnahme.

Erklären sie doch bitte den Zusammenhang zwischen Augengesundheit und einer guten Ernährung?
Dr. Sebastian Weiß: Es geht letztendlich um die allgemeinen Risikofaktoren, die sich eben auch auf die Gesundheit des Auges auswirken. Mehrfach gesättigte Fettsäuren sind für das Auge genauso wichtig, wie für den gesamten Körper. Wer also regelmäßig Olivenöl, oder andere mehrfach gesättigten Fette nutzt, regelmäßig Fisch isst, viel Gemüse und Obst zu sich nimmt, sorgt in der Hinsicht schon gut vor.

Was wirkt sich schlecht auf die Gesundheit der Augen aus?
Dr. Sebastian Weiß: Eine einseitige, schlechte fett- und zuckerhaltige Ernährung ist genauso problematisch wie keinen bis wenig Sport zu treiben oder zu rauchen, denn all das fördert eine schlechte Durchblutung – auch am Auge. Es gibt sogar arterielle Verschlüsse, die im Auge einen Infarkt auslösen können. Auch Bluthochdruck und Diabetes sind neben erblicher Vorbelastung die häufigsten Risikofaktoren für schwere Augenerkrankungen. So ist zum Beispiel ein Diabetes die zweithäufigste Ursache für Erblindungen in Deutschland.

Ein sehr aktuelles Thema ist die Handy- und Tablet-Nutzung bei Kindern.
Dr. Sebastian Weiß: Das ist etwas, auf das man massiv achten sollte, und wir sehen es auch täglich in der Praxis: während ein ausgewachsenes Auge davor relativ geschützt ist, zeigen aktuelle Studien, dass es bei Kindern einen direkten Zusammenhang zwischen dem Schauen auf das gesichtsnahe Handy oder Tablet und der Kurzsichtigkeit gibt. Wir sprechen von einer sehr hohen Kurzsichtigkeit, die auch schon mal einen Wert von Minus fünf übersteigen kann. Und das schlimmste ist: Dieser Prozess lässt sich auch nicht mehr umkehren.

Sie sagen: wer richtig alt wird, kann den Grauen Star oer eine Makuladegeneration, also das Abnehmen der Sehfähigkeit im Alter nicht unbedingt vermeiden. Kann man da wirklich gar nicht vorbeugen?
Dr. Sebastian Weiß: Unser Körper ist nicht für die Unendlichkeit ausgelegt. Die altersabhängige Makulardegeneration ist eine Veränderung an der Netzhaut, die zum Beispiel durch Ablagerungen entsteht, diese können auch zu einer Erblindung führen. Das betrifft Menschen insbesondere ab dem 70. Lebensjahr. Doch auch hier gilt: es besteht bei den Risikofaktoren ein massiver Zusammenhang mit der Ernährung, dem Sport und ganz besonders dem Rauchen, wenn man die Vererbung mal außeracht lässt. Man kann also zusammenfassen: Falsche Ernährung, Übergewicht und das Rauchen sind maßgeblich für schwerwiegende Erkrankungen der Augen verantwortlich. Man sollte deshalb schauen, dass man den ohnehin bedingten Verschleiß des Körpers mit solchen Dingen nicht unbedingt noch beschleunigt. ˜

Foto: Jens Dünhölter
Dr. Sebastian Weiß, 41, studierte in Mainz und absolvierte seine Facharztausbildung an der medizinischen Hochschule in Hannover. Zuletzt war er vier Jahre als Oberarzt im Klinikum Neubrandenburg tätig, bevor er die Praxis seines Vaters in Gütersloh übernahm. In zweiter Generation besteht die Augenarztpraxis Dr. Weiß seit mittlerweile 36 Jahren.

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