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Anzeige: „Wir wollen den Ball flach halten“

Interview mit FCG-Vorstand Hans-Hermann Kirschner

Seit Juni 2017 lenkt ein gleichberechtigtes Vorstandstrio den FC Gütersloh: Während Hans-Hermann Kirschner und Heiner Kollmeyer sich hauptsächlich um die Finanzen kümmern, ist Helmut Delker für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Kurz vor dem Start der Oberliga-Saison 2019/20 sprach Uwe Caspar mit dem gebürtigen Emsländer Hans-Hermann Kirschner. Der 62-Jährige bekennt: „Neben dem FCG ist auch der SV Meppen mein Herzensverein. Ich bin dort noch Mitglied.“

Im vergangenen Jahr ging der FC Gütersloh mit hohen Erwartungen in die Saison, musste aber dann lange um den Klassenerhalt bangen. Müssen sich die FCG-Fans erneut Sorgen machen?
Diesmal sind die Hoffnungen auf eine bessere Oberliga-Saison wohl berechtigter. Wir haben eine starke Rückrunde gespielt, in Julian Hesse einen jungen, ehrgeizigen Trainer und dazu eine entwicklungsfähige Mannschaft. Schon im Testspiel gegen den Regionalligisten SV Lippstadt hat die erste Halbzeit gezeigt, dass viel Potenzial in dem Team steckt.

Reicht es sogar schon für den Aufstieg?
Wir wollen den Ball flach halten, wenngleich bei zwei Aufsteigern die Chancen nicht schlecht scheinen – zumal die Liga wieder sehr ausgeglichen ist und am Ende eine Überraschungsmannschaft das Rennen machen könnte. Doch was für uns möglich ist, das lässt sich frühestens nach dem ersten Saisondrittel sagen. Natürlich ist es unser Traum, im Heidewald so renommierte Regionalligisten wie Rot-Weiß Essen oder Alemannia Aachen wieder begrüßen zu dürfen.

Nach der Hinserie der vorigen Saison stand der FCG schon mit einem Bein in der Westfalenliga ...
Nur gut, dass der Worst Case verhindert wurde. Denn in die Oberliga aufzusteigen, das ist grundsätzlich schwieriger, als sich in dieser Klasse zu halten.

War es im Nachhinein ein Fehler des Vorstands, die Zwillinge Dennis und Tim Brinkmann als Trainer beziehungsweise Sportlichen Leiter zu verpflichten?
Gleich vorweg: Beide sind richtig gute Typen. Klagen aus dem Kreis der Mannschaft hat es über sie nie gegeben. Wir wollten die Saison mit ihnen durchziehen und haben auch dann zu ihnen gehalten, als der FCG scheinbar hoffnungslos abgeschlagen war. Doch weil sich weiterhin kein Erfolg einstellte, haben Dennis und Tim während der Rückrunde ihren Rücktritt angeboten. Dennis ist sicherlich kein schlechter Coach, er konnte aber das Potenzial der Truppe nicht abrufen. Letztendlich wird ein Trainer am Erfolg gemessen, der bei Dennis leider ausblieb. Tim, der die Mannschaft zusammenstellte, hat letztlich gezeigt, dass er gute Spieler mit Perspektive verpflichtet hat. Dass er für unsere Reserve kickt, ist ein untrügliches Indiz für das immer noch intakte Verhältnis zwischen ihm und uns.

Auch als der Klassenerhalt schon geschafft war und es um nichts mehr ging, kletterten die Zuschauerzahlen plötzlich bis auf 800. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?
Gütersloh ist eine Stadt mit Fußball-Historie. Auch wenn der FCG seit vielen Jahren nur noch fünftklassig spielt, besteht eine hohe Affinität zu unserem Klub. Für Zuschauer und Aktive bedeutet die Heidewald-Kulisse etwas Besonderes. Die Fans gehen meistens super mit, worum uns andere Vereine beneiden.

Wie ist der aktuelle Stand zum geplanten Begegnungszentrum im Heidewald?
Wie hoch der Zuschuss für das 1,2-Millionen-Projekt von der Stadt sein wird, hängt von den Fördermitteln des Landes ab. Der Entscheidungsprozess läuft noch und wird hoffentlich bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Danach wissen wir mehr. Wir gehen von einer Eigenbeteiligung von maximal 20 Prozent aus, die wir mit Hilfe unserer Sponsoren auch stemmen können und hoffen, Anfang nächsten Jahres mit den Baumaßnahmen beginnen zu können. Der FCG wird also bald eine Heimat haben. Die Räume des künftigen Begegnungszentrums werden wir auch anderen Vereinen und Firmen – zum Beispiel für Seminare – anbieten.

Der Terminplan beschert dem FCG gleich zum Auftakt den Heim-Derbykracher am 9. August gegen Nachbar SC Wiedenbrück. Zum letzten Mal standen sich beide Teams vor neun Jahren gegenüber ...
Wir freuen uns riesig auf das Derby und erwarten eine vierstellige Zuschauerzahl. Die Wiedenbrücker sind momentan eine Wundertüte für mich.

Wie hoch ist das FCG-Budget?
Mit rund 500.000 Euro eine Idee höher als im Vorjahr. Dieser Etat ist für alle Mannschaften bestimmt, wovon zwei Drittel die „Erste“ bekommt.   Wir kämpfen um jeden Sponsor. Doch es ist schwer, Amateurfußball über Sponsoring zu finanzieren – denn alles drängt zum Profifußball.

Wie sieht es in der Nachwuchsabteilung aus?
In den ganz jungen Jahrgängen haben wir starken Zulauf und sind hier gut bestückt. Bei den älteren Teams sieht es nicht so gut aus.  Immerhin sind wir in der neuen Saison mit einer B-Jugend vertreten und wollen im nächsten Jahr auch eine A-Jugend an den Start bringen. Unser Problem: Talentierte Spieler gehen lieber zum SC Verl oder SC Wiedenbrück, weil ihre Junioren in höheren Ligen kicken.

Mit dem Spexarder Michael Swiers hat Ihre Geschäftsstelle kürzlich Verstärkung bekommen ...
Das freut uns sehr, er bringt Qualität mit. Darüber hinaus soll Michael als Referee mit Westfalenliga-Erfahrung uns helfen, endlich das Schiedsricher-Soll zu erfüllen. Wir brauchen acht Schiris, haben aber derzeit nur sechs.

Abschließend: Der aus Lippstadt zurückgekehrte Routinier Saban Kaptan gilt als Heißsporn. Wie viele Rote Karten haben Sie für ihn einkalkuliert?
Keine! Saban hat sich schon in Lippstadt tadellos verhalten und das nach seiner Rückkehr bei uns bestätigt. Er ist ein absoluter Gewinn für die Truppe, die ihn voll anerkennt. ˜

Uwe Caspar, Sportjournalist, schreibt als freier Autor für das GT-INFO.

Foto 1: Vorstandsmitglied Hans-Hermann Kirschner und Michael Swiers (FCG-Geschäftsstelle). Foto: Uwe Caspar
Foto 2: Der neue Kader des FCG.

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