RSS Feed   |   Kontakt   |   Impressum | Datenschutz

Achtung! Diese Seite verwendet Cookies.

Wenn Sie keine Cookies verwenden wollen, ändern Sie bitte die Einstellung in Ihrem Browser.

Die Sparkasse Gütersloh-Rietberg lernt Kraulen. Fotos: Jens Dünhölter

Ganz schön sportlich ...

Die Freibad-Saison im Nordbad startet traditionell mit dem Anschwimmen am 1. Mai. Ausnahmsweise durften sich in diesem Jahr 19 von 27 angemeldeten wagemutige Kälteverachtern (die Abwesenden waren urlaubsbedingt verhindert) bereits am 29. April in die mit 22 Grad noch nicht sonderlich
warmen Wasserfluten stürzen. Unter sachkundiger Anleitung von Schwimmmeister Heinz-Hermann „Heini“ Engelmeier und seinem Kollegen Nils Großerohde von den gastgebenden Bäderbetrieben heißt es seitdem
jeden Montagabend von 17.45 Uhr bis 19.45 Uhr im mittlerweile auf 24 Grad erwärmten 50-Meter-Schwimmbecken: „Die Sparkasse Gütersloh-Rietberg lernt Kraulen.“ 

Um die ohnehin schon stattliche Anzahl der 30 Sparkassen-Stadtschwimmer aus dem Vorjahr zu toppen sowie als möglich großes Ziel beim 24-Stunden-Schwimmen im August eine eigene Geld-

experten-Staffel ins Wasser zu schicken, hat die Betriebssportgemeinschaft des Kreditin-stitutes in diesem Jahr erstmalig einen zehnwöchigen Kraul-Kurs für Anfänger und Fortgeschrittene organisiert. Anfänger können mit Hilfe der erfahrenen Schwimmmeister die Grundtechniken erlernen. Die schon heute zahlreichen Nordbad-Frühschwimmer oder Mittagsschwimmer in Reihen des Kreditinstitutes können ihre individuellen Stile verbessern. Mit Rücksicht auf den frühen Beginn der Sommerferien fanden die ersten Lektionen in Sachen Atemtechnik, Kraul- und Brust- /Bein-arbeit, Zuggeschwindigkeit samt Einteilung in zwei etwa gleich große Gruppen bereits vor dem Anbaden für die Öffentlichkeit statt. 

„Wir wollen unsere Mitarbeiter fit und gesund halten sowie nebenbei auch Miteinander fördern" umreißt Betriebssportchef Peter Müller (50) den Gedanken dahinter. Mit 75 absolvierten Sportabzeichen zählte das Gütersloh-Rietberger Kreditinstitut im Vorjahr ohnehin „zu den sportlichsten Sparkassen im gesamten Bundesgebiet“, so Peter Müller. Auch im Jahresablauf spielt das breit gefächerte Thema Sport neben dem natürlich priorisierten Arbeitsalltag im Umgang mit den Finanzen eine zentrale Rolle: 250 der insgesamt 400 Finanzfachleute gehen in ihrer Freizeit regelmäßig im Kollegenkreis Hobbys wie Bowling, Beach-Volleyball oder Laufen nach. Durch die in den vergangenen Jahren beim Stadtschwimmen durch stetig zunehmende Teilnehmerzahlen unterstrichene spürbare hohe Wasseraffinität der Geldfachleute landeten Peter Müller und seine Stellvertreterin Rebecca Müller (weder verwandt, noch verschwägert) auf der Suche „nach neuen Angeboten“ in diesem Jahr fast zwangsläufig im Wasser. Die Vereinbarung über den ersten rein internen Firmen-Schwimmkurs in der Historie der Bäderbetriebe war fix vereinbart. In seiner langen Historie am Beckenrand kann sich Schwimmmeister Urgestein Engelmeier jedenfalls an „keinen anderen Kurs für ein einziges Unternehmen“ erinnern. Mit ein bisschen Phantasie könnte man den gängigen Unternehmens-Slogan „Wenn’s ums Geld geht – Sparkasse“ daher mit „Wenn’s ums Schwimmen geht – Sparkasse” ersetzen. Ganz so einfach wie es klingt ist das Erlernen des schnellen Schwimmstils „Kraul” jedoch nicht. Mit der eigenen Erfahrung etlicher Wasserjahrzehnte sowie als Schwimmlehrer für die Bäderbetriebe umreißt Heini Engelmeier die Herausforderung speziell für Neueinsteiger: „In zehn Wochen á 60 Minuten lernt man natürlich keinen kompletten Schwimmstil wie Kraulen.“ Dazu brauche es „sehr viel Trainingsfleiß im Wasser.“ Gleichwohl erkennen die geschulten Augen der Kursleiter vom Beckenrand aus indes die persönlichen Schwachstellen jedes einzelnen Protagonisten. Wie in unzähligen anderen, von ihm geleiteten Schwimmkursen ist sich Heinz-Hermann Engelmeier darum sicher: „Die Teilnehmer werden sich von Mal zu Mal verbessern.“ Am Kursende nach zehn Wochen seien auch die meisten Teilnehmer der Anfängergruppe in der Lage „1.000 Meter am Stück durchschwimmen“, ist sich ehemalige Triathlet ziemlich sicher. Wie auch bei den Kraul-Kursen für die Öffentlichkeit ist die eingehende Video-Analyse das optische Faustpfand zur Stilverbesserung sowie dem damit verbundenen größeren Spaß im Wasser. Etwa zur Hälfte der Kurse werden mittels eingesetzter Über - und Unterwasserkameras die Schwachstellen jedes einzelnen Probanden genauestens analysiert, offengelegt sowie im Anschluss mit speziellen Technikübungen beseitigt. 

Genau auf diesen Effekt hofft Agnes Beckmann, Siegerin des Stadtschwimmens 2017. Im Jahr 2018 spulte die Bankmitarbeiterin alleine im August stolze 155,555 Kilometer ab. Umgerechnet auf die maximal möglichen
31 Schwimm-Tage waren dies stolze fünf Kilometer pro Tag. In der Endabrechnung sprang damit der 4. Platz heraus. Obwohl damit eindeutig in die Kategorie der „Vielschwimmer und Wasserratten“ fallend, steigt Agnes Beckmann mit ihren Kolleginnen und Kollegen auch im Rahmen des Fortgeschrittenen-Kurses ins Wasser. Ihre Begründung wird von etlichen Freiwilligen der Sparkassen-Frühschwimmerschicht im Nordbad geteilt: „Mein Stil ist nicht sauber. Daran muss ich noch arbeiten.“ Aus Sicht der Schwimmmeister und Kraultrainer ist dies kein Problem. Heinz-Hermann Engelmeier: „Die Fortgeschrittenen können alle schwimmen und kraulen. Das müssen wir ihnen nicht mehr beibringen.“ Das Hauptaugenmerk der zweiten Gruppe liege deshalb in der Kräfteeinteilung nebst ökonomischer Gestaltung. Heini Engelmeier: „Bei uns lernen sie, längere Distanzen zu bewältigen, ohne am Ende völlig kaputt zu sein. Das ist eine ganz andere Geschichte.“

Am Ende des ersten Härtetestes, durften sich die Bänkerinnen und Bänker nach Ende des Gruppeneinteilungsschwimmens verdientermaßen in ihre mitgebrachten roten Firmen-Handtücher kuscheln. Neben allerlei Lob für die warmen Duschen („Die sind überragend. Da verschwindet sogar die blaue Farbe aus den Gesichtern.”) gab es auch unisono Komplimente für das Angebot. Der mit in die Fluten abgetauchte Betriebssportchef Peter Müller als überzeugter Nordbad-Frühschwimmer brachte die Einschätzung des Kollegiums auf dem Punkt: „Die Kollegen waren begeistert. Hat super viel Spaß gemacht.“ Er geht fest davon aus: „Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener – hier wird jeder von uns eine Menge lernen können.“ Nächsten Montag geht die Sparkasse Gütersloh-Rietberg wieder zum Kraulen. 

Jens Dünhölter, Fotograf und Journalist, stellt für das GT-INFO in dieser Serie Gütersloher Sportvereine vor.


Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zu diesem Beitrag:
Ihr Name*:
EMail:
Sicherheitsabfrage
Kommentar*:
(*) = Zum Absenden benötigte Informationen.