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„Das ist es!“

Gespräch mit Immobilienbesitzer Klaus Sperling und Einzelhändler Lars Brülle


Der ehemalige Gütersloher Einzelhändler und Immobilienbesitzer Klaus Sperling (65) hat einen Mieter für sein Ladenlokal an der Königstraße 2 gefunden. Das Reformhaus Sonnenau fasst dort seine beiden Filialen von der Moltkestraße und vom Kolbeplatz zusammen. Die Eröffnung ist am 9. Dezember. Inhaber Lars Brülle nutzt das Erdgeschoss als Verkaufsfläche und das Untergeschoss für das Personal und als Lager.
Im ersten Obergeschoss und in der dritten Etage werden Wohnungen ausgebaut. Das zweite Obergeschoss wird weiterhin von der dort ansässigen Zahnarztpraxis genutzt.

Herr Sperling: Sie vermieten an Lars Brülle mit seinem Reformhaus Sonnenau. Herr Brülle: Sie ziehen mit beiden Reformhäusern in die Königstraße in die umgebaute Sperling-Immobilie um. Wie kam es dazu?
Lars Brülle: Das war ein glücklicher Zufall. Ich habe schon lange nach einer geeigneten Immobilie gesucht. Ich habe das Geschäft am Kolbeplatz seit 1999. Der Kolbeplatz hat sich in den vergangenen Jahren nicht unbedingt zum Vorteil entwickelt. Herr Sperling und ich sind zum richtigen Zeitpunkt zusammengekommen.
Klaus Sperling: Als wir nach einem Mieter für die Fläche gesucht haben, bin ich mit meiner Frau in umliegende Städte gefahren – wir waren unter anderem in Lippstadt und Paderborn und haben uns Konzepte angesehen, die in Gütersloh noch nicht vorhanden sind. Uns ist aufgefallen, dass in den 1b-Lagen größere Reformhäuser waren. Ich kannte die Reformhäuser von Herrn Brülle in Gütersloh und war überrascht, dass die Reformhäuser in den anderen Städten augenscheinlich Flächen in der Größe meines Erdgeschosses haben. Mit dieser Information bin ich an den Gütersloher Immobilienmakler Kaup herangegangen und habe ihn gebeten, Kontakt mit Herrn Brülle aufzunehmen. Ein Reformhaus hat Zielkunden und benötigt daher nicht unbedingt eine 1a-Lage. Bei Herrn Kaup lag aber offensichtlich auch schon eine Anfrage von Herrn Brülle vor.
Lars Brülle: Dort lag eine Anfrage von maximal 150 Quadratmetern vor ... Es kam letztlich dann aber auf das Gesamtkonzept an, obwohl es weit mehr Quadratmeter sind als wir uns ursprünglich vorgestellt haben. Ich habe mir den Laden angesehen und dann spontan gesagt: „Das ist es!“

Wie sieht das neue Konzept aus? Gibt es Änderungen in der Ausrichtung?
Lars Brülle: Das Grundkonzept eines Reformhauses ist klar definiert und steht. Wir können uns aber durch die Größe unserer Abteilungen zukünftig wesentlich besser darstellen. Wir können als „Problemlöser“ – beispielsweise für Menschen mit Allergien oder Sportler – besser wahrgenommen werden. Wir sind sicherlich dann auch bei Ärzten und Heilpraktikern besser im Fokus, die uns empfehlen. Reformhäuser gehören zu den einzigen Fachgeschäften in Deutschland, die es zum Thema Ernährung und Naturarzneimittel gibt. Bioläden haben biologische Lebensmittel – sie haben aber nicht das Thema Ernährung als Beratungskompetenz. Unsere Geschäfte haben Ernährungs- und Diätberater sowie Naturarzneimittelberater. Darüber hinaus sind immer zwei Reformhausfachberaterinnen in jeder Filiale.

Herr Sperling, war die Entscheidung für das neue Konzept auch ein klares Bekenntnis zur Stadt?
Klaus Sperling: Wir hatten durch die Vermittlung des Maklers eine große Resonanz. Die meisten Interessenten kamen aber aus dem Bereich Gastronomie im unteren Level. Da ich das gesamte Gebäude neu organisieren und aufbauen wollte, kam für mich kein weiterer Ein-Euro-Laden in Frage, weil ich als Immobilienbesitzer immer eine Verantwortung für die Stadt und mein Umfeld empfinde. Das Konzept von Herrn Brülle passt zur Straße, das Reformhaus wird der Königstraße und meinem Gebäude gut tun. Es ist eine Win-win-Situation für alle.

Herr Brülle, die Königstraße hat sicherlich auch Geschäfte, die qualitativ nicht oben angesiedelt sind. Trotzdem ziehen Sie mit Ihren beiden Filialen dorthin. Ist das ein Bekenntnis zur Stadt und zu diesem Standort?
Lars Brülle: Ich fühle mich auch der Tradition der Gütersloher Reformhäuser verpflichtet. Ich habe zwar erst im Jahr 1999 hier in Gütersloh Fuß gefasst, nachdem ich das Reformhaus Seiger übernommen hatte, aber die Familien Seiger und Sonnenau waren schon lange miteinander verbunden, da der Schwiegervater von Elke Seiger vor
90 Jahren aus Lippstadt nach Gütersloh gegangen ist, um hier ein Reformhaus zu eröffnen. Zwei Jahre nach der Gründung unseres Unternehmens. Er war ein Freud meines Urgroßvaters. So schließt sich der Kreis. Wir sind jetzt fast wieder am Urspungsort des Unternehmens ansässig. Es gibt übrigens in der Königstraße viele Firmen, die mit ihrem Klientel wirklich gut zu uns passen. Wir wollen das Feld den Billiganbietern nicht weiter überlassen und die Fahne der Qualität weiter hochhalten.

Foto: Markus Corsmeyer

Info

1929 eröffnete die Familie Seiger ihr erstes Reformhaus in der Königsstraße in Gütersloh. Im Januar 2000 übernahm Lars Brülle vom Lippstädter Reformhaus Sonnenau das Gütersloher Reformhaus von Elke Seiger in der Moltkestraße. Zuvor wurde von ihm im Herbst 1999 ein weiteres Reformhaus am Kolbeplatz eröffnet. ˜



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