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PLUS GESUND IN: Die Menschen werden immer dicker

Die Menschen im Kreis Gütersloh werden einer Studie der IKK zufolge immer dicker – ein Trend, der sich seit etwa 20 Jahren deutschlandweit abzeichnet und generell in allen Industrieländern festzustellen ist. Der Grund ist vor allem in der falschen und unbewussten Ernährung, insbesondere mit Fertigprodukten, zu finden. Doch was heißt eigentlich genau falsche Ernährung? Und was bedeutet richtige Ernährung? Die Ernährungsmedizinische Beraterin Dr. Claudia Anna Schröder-Böwingloh gibt Antworten.

Falsche Ernährung
Viele Kalorien und zu wenig der wichtigen Nährstoffe: „Wer auf den fettigen Burger, Schokobrötchen, Pizza & Co. schwört, ist auf dem besten Weg zum Übergewicht“, so die Gütersloher Ernährungsmedizinische Beraterin Dr. Claudia Anna Schröder-Böwingloh. „Schlimm ist vor allem, dass sich viele Jugendliche oftmals täglich so ernähren.“ Die Folge sind immer mehr dicke junge Menschen. Die Nahrungsmittel im Fastfood enthalten große Mengen an ungesunden Dickmachern wie Industriezucker, gesättigte Fettsäuren und vor allem gehärtete Fette. Ein weiteres Problem: SIe sind nicht nur in Fast-Food, Fertigprodukten und Schokolade enthalten, sondern auch in tierischen Lebensmitteln wie Schmalz, Speck, Wurst und Fleischwaren. Auch das in der Lebensmittelindustrie verarbeitete und in Fertiggerichten und Süßwaren zu findende Kokos- und Palmkernfett sei bedenklich. „Gesättigte Fettsäuren und gehärtete Fette sind meist unsichtbar, dafür jedoch in großen Mengen vorhanden. Gleichzeitig sind sie nicht zu verwechseln mit den lebensnotwendigen ungesättigten Fettsäuren, die förderlich für das Herz-Kreislauf-System sind,“ so Dr. Schröder Böwingloh weiter. Mehrfach Ungesättigte Fettsäuren finden sich unter anderem in kaltgepressten pflanzlichen Ölen und Nüssen.

Gutes Brot
Der Deutschen liebstes Nahrungsmittel ist das Brot. „Doch Brot ist nicht gleich Brot“, sagt Dr. Schröder-Böwingloh und warnt auch vor Backwaren vom Discounter. „Wer dort einen Laib für durchschnittlich 1,30 Euro kauft, darf kein hochwertiges Lebensmittel erwarten.“ Die Industrie, so die Ernährungsexpertin, verwende für ihre Backwaren sogenanntes Auszugsmehl aus der Massenproduktion, bei dem das Getreidekorn komplett abgeschält wurde und wertvolle Nährstoffe verloren hat. Außerdem würden die enthaltenden hochdosierten kurzkettigen Kohlenhydrate in reinen Zucker umgewandelt. Dabei sei es egal, ob das Brot grau oder weiß ist. Auch werden die meisten Massenbackwaren für die längere Haltbarkeit mit Sorbinsäure versetzt, die in Verdacht steht, den Stoffwechsel zu beeinträchtigen. Zudem enthalten viele der hellen Auszugsmehle große Mengen Gluten. „Zuviel Gluten kann im menschlichen Verdauungsapparat zu Beschwerden wie Blähungen oder Verstopfung führen.“ Der Rat der Ernährungsexpertin: „Nach Möglichkeit überwiegend Vollkornprodukte vom Bäcker des Vertrauens kaufen. Vollkorn ist ein geschützter Begriff.“ Diese Produkte werden aus dem ganzen Getreidekorn inklusive der so wichtigen Hüllschichten hergestellt, sie sind wichtige Ballaststofflieferanten, die sättigen, die Darmtätigkeit regulieren und die Verdauung fördern. Außerdem liefern sie viele Vitamine, Mineralstoffe wie B12 und 6, Magnesium, Eisen, Selen und Zink.

Geliebter Zucker
Zucker gilt als der Dickmacher Nummer Eins. Zwar sind 30 Gramm pro Tag „in Ordnung“ – als Richtmaß gilt jedoch: „Ein flacher Esslöffel Zucker sind etwa zehn Gramm“. Doch es ist oft nicht nachvollziehbar, wie viel Zucker man zu sich nimmt. Er wird von der Industrie als Geschmacksträger und günstiger Füllstoff eingesetzt. „Damit ist er in fast allen Fertigprodukten in großen Mengen enthalten.“ Das ist nicht nur in puncto Übergewicht problematisch, sondern beeinflusst auch die Geschmacksknospen: „Wenig oder gar nicht gesüßte Speisen schmecken dann fad.“ Übrigens: „Zucker ist Zucker, egal, ob es sich dabei um Honig handelt oder um Rohrzucker. Es wird immer die gleiche Menge Energie geliefert.“ Wer sich unsicher über die täglich konsumierte Zuckermenge sei, solle ein Zuckerprotokoll erstellen, so die Expertin.
Doch es gibt auch Licht am Ende des süßen Schattens: Xylit (Birkenzucker) oder auch Erythrit, bekannt als Xucker, sind Zuckeraustauschstoffe und heute die kalorienfreien Alternativen zum Zucker. Vorteile der neuen Produkte sind in erster Linie, dass sie nicht gesundheitsschädlich sind, einen natürlichen Ursprung haben und nicht immer noch mehr „Hunger“ auf Süßes machen. Das Schöne daran: Sie eignen sich zum Süßen von Kaffee oder Tee genauso wie zum Kochen, Backen oder zur Marmeladenherstellung. Erhältlich sind die neuen Süßquellen in jedem Drogeriemarkt oder im Reformhaus.

Beliebter Irrglauben
Lightprodukte machen nicht dick? „Das stimmt so nicht“, sagt Dr. Claudia Anna Schröder-Böwingloh. Zwar enthalte ein sogenannter Light-Joghurt weniger Fett, dafür aber oft deutlich mehr Zucker – man hat also wieder die gleiche Anzahl Kalorien zu sich genommen“.

Richtige Ernährung
„Der Körper benötigt eine ausgewogene, vitaminreiche und mineralstoffreiche Ernährung in der richtigen Nährstoffrelation“, betont Dr. Schröder-Böwingloh. Eine Änderung des Lebensstils und der Essgewohnheiten könne zudem bestehende Krankheiten positiv beeinflussen und den Heilungsprozess begünstigen oder dessen Entstehung verhindern. Je abwechslungsreicher man isst, desto geringer sei das Risiko der einseitigen Ernährung. So liefern pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Getreide und Kartoffeln viele Nährstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, jedoch nur wenige Kalorien. Pflanzen-
öle und Nüsse sind zwar kalorienreich, aber auch wertvolle Nährstofflieferanten. „Um die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen zu erleichtern, ist es sinnvoll, pflanzliche Lebensmittel durch tierische wie Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier zu ergänzen.“ In der Praxis kann das so aussehen: „Wenn man sich einen Teller vorstellt, dann sollte er zu einem Viertel aus Kohlenhydraten wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln bestehen, zu einem Viertel aus Fleisch oder Fisch und zur anderen Hälfte aus Gemüse und Salat.“ Wichtig ist auch, maximal drei bis vier Mahlzeiten im Abstand von etwa vier Stunden zu essen, denn das sogenannte Snackverhalten führt dazu, dass der Körper zu viele Kohlenhydrate aufnimmt, die er nicht benötigt und daher auch nicht verwerten kann. Die Folge: Gewichtszunahme.

Foto: stock.adobe.com/valya82


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