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Matthias Trepper (SPD), Dr. Anke Knopp (Parteilos), Nobby Morkes (BfGT) und Henning Schulz (CDU) v.l.n.r. Foto: Wolfgang Sauer

Auf eine Tasse Kaffee mit...

Das Jahr 2015 steht im Zeichen der Bürgermeisterwahl. 

Am 13. September sind die Gütersloher aufgefordert, ein neues Stadtoberhaupt zu wählen. Bevor die heiße Phase des Wahlkampfs beginnt, richtet GT-INFO in dieser Ausgabe der Serie den Blick auf die privaten Personen. Garantiert privat, garantiert persönlich – wir zeigen die Kandidaten, die für das Amt des Bürgermeisters kandidieren, von einer ganz besonderen Seite jenseits des politischen Alltags. Henning Schulz (CDU) auf der Dalkeinsel. Matthias Trepper (SPD) im Café, Nobby Morkes (BfGT) im Wohnzimmer seiner Mutter und Dr. Anke Knopp (parteilos) im Garten-Pavillon. 

Auf eine Tasse Kaffee mit ...


... Henning Schulz (CDU)


Wir sitzen hier auf der Gütersloher Dalkeinsel. Warum haben Sie sich diesen Ort für unser privates Treffen ausgesucht?

Für mich ist der Ort besonders, er ist sehr schön. Von hier aus kann man auf den Hof Klessmann schauen. Der Hof verbindet mich mit meiner Vergangenheit. Vor 70 Jahren, vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, ist dort meine Mutter geboren worden. Meine Oma hat hier gearbeitet. Mein Opa was damals polnischer Zwangsarbeiter. Deshalb verbindet uns zu dieser Stelle sehr viel.

Was machen Sie beruflich? Ist das Ihr Traumjob?

Ich bin seit zwei Jahren Stadtbaurat in Gütersloh. Dorthin gekommen bin ich durch eine Maurerlehre, ein Architekturstudium in Hannover und in London, mehre Tätigkeiten in Architekturbüros. Ich habe auch Verwaltungserfahrung – die Ausbildung des höheren Dienstes in der Bundesbauverwaltung. Dazu kommen viele Stationen bei Land und Bund. In der Stadt Peine war ich Hochbauamtsleiter und fünf Jahre lang stellvertretender Stadtbaurat. Vor zwei Jahren bin ich nach Gütersloh gekommen und habe das Amt des Stadtbaurates übernommen. Es ist ein Job, der mir außerordentlich viel Spaß macht. Es war immer mein Ziel, in eine berufliche Situation zu kommen, wo ich etwas bewegen kann. Und da bin ich jetzt. 

Sind Sie ein klassischer Familienmensch?

Definitiv ja. Ich wollte immer Familie haben. Die Zufälle des Lebens sind dann glücklicherweise so gelaufen, dass es mir dann auch beschert wurde.

Wie lautet Ihre Lebensphilosophie, Ihr Lebensmotto?

„Vertraue dem, was sich in deinem Leben auftut.“ Ich würde es auch als Gottvertrauen beschreiben, weil ich ein gläubiger Mensch bin. Ich nehme die Dinge so, wie sie mir vor die Füße gelegt werden. 

Sind Sie glücklich? Oder fehlt Ihnen 

etwas zum Glück?

Ich bin glücklich. Glück ist für mich aber immer eine Momentaufnahme. Ich würde für mich nicht beschreiben können, dass ich den Zustand von Glück immer und jederzeit in meinem Leben habe. Es gibt auch Momente, in denen ich traurig, kritisch überschwänglich oder wütend bin. Glück ist eine Momentaufnahme, die sich dann einstellt, wenn ich damit gar nicht gerechnet habe.

Gibt es irgendetwas, was Ihnen peinlich ist?

Ich sehe da eine Ebene, wo Öffentlichkeit und Privatsphäre aufeinander treffen. Es ist mir schon wichtig, dass eine gewisse Grenze immer gewahrt wird. An der Stelle, wo zuviel durchdrungen wird, ist es mir nicht gerade peinlich, aber es gibt ein Maß, wo Grenzen überschritten werden und wo jeder Persönlichkeit auch ein Stück weit Privatheit zugestanden werden muss.

Wo sieht man Henning Schulz fernab vom Wahlkampf oder dem Rathaus in
Gütersloh – abends oder am Wochenende?

Wenn ich an Gastronomie denke, sieht man mich beim Griechen in der Schulstraße, in der Weberei – aber auch in der Bankery oder im Bermpohl. Wenn ich mit den Kindern und der Familie unterwegs bin, fahre ich in Gütersloh sehr viel Fahrrad entlang der Dalke und der vielen Wirtschaftswege. Sonst könnte man mich sehen, wenn ich mit der Familie durch den Wald streune. Man sieht mich auch durchaus an diesem Ort – wenn ich am Feierabend die Zeit habe, mich hier mit einem Buch hinzusetzen. 

Was macht Henning Schulz, um runterzufahren, wenn es mal richtig „brennt“?

Ich koche. Ich gehe in die Küche und genieße. Ich tue etwas mit den Händen und verwöhne mich mit dem Ergebnis. 

Gibt es für Sie einen Lieblingsplatz in Gütersloh?

Es gibt mehrere. Wenn ich an urbane Orte denke, finde ich die Bogenstraße an der Weberei toll. Das ist wie ... Berliner Hinterhof. Dann gibt es edle Orte – das Schreiten auf der Theatertreppe. Das inszeniert den Menschen, der sich hinter dieser Fassade bewegt. Dazu kommen die Natur- und Landschaftsräume. Ort wie dieser – oder auch der Bereich Dalke-West. Dort hat sich das Ineinanderfließen von Stadt und Natur wunderbar verbunden. Das sind die Orte, die ich total schätze. 

Was ertragen Sie in dieser Stadt einfach nur (noch) mit Humor?

Mit Humor ... Die Aussage, wenn die Gütersloher sagen: „Ist gar nicht so schlecht ...“ Dann ist es eigentlich super und das größte Lob, was man kriegen kann. Darüber lächele ich mittlerweile. 

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

Auf dem Nachttisch nicht, aber im Wohnzimmer ... Zuletzt habe ich das Buch von Susanne Gaschke, der Kieler Oberbürgermeisterin, gelesen. Ihre Karriere hat einen interessanten Verlauf genommen. Sie ist als Quereinsteigerin in die Politik gekommen – und dann aus bestimmten Gründen wieder ausgestiegen. Es war für mich interessant, wie sie den Wahlkampf beschrieben hat. 

Wo verbringen Sie die Sommerferien?

Ich mache noch in diesem Jahr Urlaub – auf den Kykladen in Griechenland. Mit der Familie im Zelt und mit dem Rucksack. Der Flug ist gebucht – vor Ort heißt es Downsizing: auf dem Boden schlafen und morgens den Kaffee an Steintischen genießen.


 ... Matthias Trepper (SPD)

Wir sitzen hier im Café Fritzenkötter. Warum haben Sie sich diesen Ort für unser privates Treffen ausgesucht?

Ich bin in der Fußgängerzone groß geworden – und das Café gehört einfach dazu. Christoph Fritzenkötter war – wie ich – auch auf der Altstadtschule. Ich kenne seit meiner Geburt das Café und die Konditorei. Wir haben hier früher schon unsere Brötchen gekauft. Es gehört zur Tradition, dass ich hier mittags auf einen Kaffee vorbeischaue. 

Was machen Sie beruflich? Ist das Ihr Traumjob?

Da es zum Modeln und zum Musiker nicht gereicht hat ... Ich arbeite seit 27 Jahren in der Sparkasse, habe dort auch gelernt und fühle mich hier richtig wohl. Ich bin in der Kommunikation tätig. Das ist das Feld, auf dem es mir richtig Spaß macht. Ich komme mit vielen Menschen zusammen und kann mit den Kollegen und Kolleginnen super zusammen- arbeiten. Ich fühle mich richtig wohl, und es macht auch Spaß. Das sind die richtigen Dinge, die zu einem Traumjob dazugehören.

Sind Sie ein klassischer Familienmensch?

Es bleibt Zeit für die Familie. Der Abend gehört der Familie. Am Wochenende treffen wir uns auch in der Familie. Unsere Tochter studiert in Regensburg – sie sehen wir nicht so oft. Meine Lebensgefährtin und ich sehen uns sehr häufig. Wir gehen abends in Gütersloh auch aus, um mit Freunden und Bekannten ein Pläuschchen zu halten. 

Wie lautet Ihre Lebensphilosophie, Ihr Lebensmotto?

Ich habe kein Lebensmotto. Ich bin ohne Motto unterwegs.

Sind Sie glücklich? Oder fehlt Ihnen etwas zum Glück?

Ich fühle mich richtig wohl. Das, was ich beruflich mache, macht mir Spaß. Meine Beziehung ist klasse – wir haben ein kleines Häuschen auf dem Lande. Ich habe nach wie vor gute Verbindungen in die Innenstadt und bin hier gerne zu Hause. Ich möchte auch nicht „wech“ – wie man hier so gerne sagt. Ich bin rundum zufrieden. 

Gibt es irgendetwas, was Ihnen peinlich ist?

Ich denke, wir müssen uns für nichts schämen. Wir sind hier auf einem guten Weg in Gütersloh und Ostwestfalen Ich glaube nicht, dass wir uns hier fremdschämen müssen.

Wo sieht man Matthias Trepper, wenn er nicht „wahlkämpft“ oder „netzwerkt“ – abends oder am Wochenende?

Sie sehen mich dann zu Hause in unserem kleinen Fachwerkhäuschen. Oder Sie sehen mich in den Gastronomien in Gütersloh oder auf Spaziergängen mit unserem Hund im Stadtpark oder an der Dalke. Es ist nicht so, dass ich ein Workaholic bin. Mir macht es Spaß, ehrenamtlich engagiert zu sein. Beruflich ist es hier und da mal etwas mehr, aber das ist durchaus zu stemmen. 

Was macht Matthias Trepper, um runterzufahren und den Akku wieder aufzutanken?

Mein Beruf ist eine sitzende Tätigkeit. Es ist richtig klasse, wenn ich mich draußen austoben kann. Wir haben ein Grundstück mit einem relativ großen Garten. Dort wühle ich wie eine Wühlmaus rum. Dort kann man runterkommen. Das ist zur Bürotätigkeit ein guter Ausgleich. Jeder Gang mit dem Hund ist ein guter Ausgleich – auch die eine oder andere Radtour. Das „Wullacken“ im Garten hilft schon unheimlich viel.

Gibt es für Sie einen Lieblingsplatz in Gütersloh?

Alles, was sich rund um das Stadtmuseum entwickelt hat, ist toll. Dort kann man wunderschön im Hinterhof sitzen, dort kann man aber auch in die Nachbargastronomien einkehren. Das sind Aufenthaltsqualitäten, die richtig Spaß machen. Da bin ich gerne – und natürlich auch zu Hause auf der Terrasse. Hier halte ich mich gerne auf. 

Was ertragen Sie in dieser Stadt einfach nur (noch) mit Humor?

Manche Dinge, die sich in der Politik und den Ausschüssen abspielen, kann man mit einer gewissen Prise Humor wegstecken oder auch vertragen. Es gibt viele Beispiele in den vergangenen Wochen und Monaten, wo man einfach sagen kann, dass man dort mit einem Schmunzeln drüber hinwegsehen kann. Zum normalen Leben gehört Humor dazu – und im politischen Leben auch. 

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

Auf meinem Nachttisch liegen für gewöhnlich mehrere Bücher. Ich fange sie dann an und versuche sie hin und her zu lesen. Im Moment habe ich französische Krimis entdeckt. Die sind schnell und leicht lesbar. Darüber hinaus gibt es die berühmten Erdmännchen-Krimis, die auch wunderbar geschrieben sind. 

Wo verbringen Sie die Sommerferien?

Es wird wohl auf’s Wahlkämpfen hinauslaufen. Wir werden ein paar Kurztrips machen. Im Juli fahren wir für ein paar Tage nach München – dort tritt Toto auf, die amerikanische Band. Ansonsten wird sich das auf den Gütersloher Raum beschränken. Ich drücke die Daumen, dass das Wetter mitspielt. Dann kann man in Gütersloh auch viel machen. Sonst, wenn es irgendwie geht, fahre ich nach Frankreich. Das wird aber erst wieder im nächsten Jahr der Fall sein.



... Nobby Morkes (BfGT)

Wir sitzen hier bei Ihrer Mutter Elisabeth im Wohnzimmer. Warum haben Sie sich diesen Ort für unser privates Treffen ausgesucht?

Hier fühle ich mich wohl, hier bin ich zu Hause. Wir frühstücken jeden Samstag mit den Kindern bei meiner Mutter. Jeden Donnerstag macht meine Mutter noch Essen für meine Kinder und mich. Das ist eine Situation, in der wir uns wohlfühlen. Man muss nicht „fremdgehen“ – hier bin ich zu Hause. 

Was machen Sie beruflich? Ist das Ihr Traumjob?

Ich bin Kultur- und Eventmanager. Das heißt im Klartext: Ich entwickle Kulturproduktionen und mache PR- und Marketingaktionen für Bands und Gruppen. Ich habe bei Bertelsmann meine Lehrzeit als Industriekaufmann verbracht. Übrigens: Was keiner für möglich hält: Ich habe vorher überlegt, zur Stadtverwaltung oder zur Sparkasse zu gehen. Das war mir aber zu trocken. Ich bin nach meiner Ausbildung von Ariola übernommen worden, war dann bei der Emi Electrola ... Irgendwann habe ich mich selbstständig gemacht. Und heute bin ich doch irgendwie mit der Stadtverwaltung verbunden – etwas anders, als früher einmal gedacht ... (lacht).

Sind Sie ein klassischer Familienmensch?

Ich bin ein Familienmensch. Zu Hause fühle ich mich wohl. Familie gibt mir Kraft und Energie. Familie tankt den Akku auf. 

Wie lautet Ihre Lebensphilosophie, Ihr Lebensmotto?

Lebe das Leben, solange du es leben kannst. 

Sind Sie glücklich? Oder fehlt Ihnen etwas zum Glück?

Das ist eine sehr schwierige Frage, wenn man zweieinhalb Jahre zurückdenkt ... Der Tod meiner Frau Susanne hat mein Leben verändert. Das ist so.

Gibt es irgendetwas, was Ihnen peinlich ist?

Eigentlich nicht. Ich bin so, wie ich bin. Ich möchte mich auch nicht verstellen. Und das, was man einmal getan hat, muss einem auch nicht nachträglich peinlich sein. 

Wo sieht man Nobby, wenn er nicht im Rat sitzt oder als Eventmanager unterwegs ist – abends oder am Wochenende?

Ich bin zu Hause, ich „couche“ sehr gerne. Gucke deutsche Fernsehfilme. Nobby Morkes geht sehr selten aus. Ab und zu gehe ich etwas Leckeres essen oder mit den Hunden spazieren. Ich bin nicht der klassische „Geh-nach-draußen-und-setz’ dich-in-die-Kneipe-Gänger“ ...

Was macht Nobby Morkes, um runterzufahren und den Akku wieder aufzutanken, wenn’s mal kracht?

Dann atme ich tief durch, versuche die Sachen zu verdrängen und gehe dann mal raus. Es muss ja nicht immer nur krachen. Es gibt ja auch Glücksmomente im Leben. Als ich das Wahlergebnis in Pavenstädt (Kommunalwahl 2014; die Redaktion) mitbekommen und damit das erste Mal ein Direktmandat erhalten habe, habe ich geweint. Dann lässt man den Emotionen freien Lauf. Das hat mich emotional sehr berührt. Ich bin nach draußen gegangen und war für ein paar Minuten alleine. So kann man Situationen verarbeiten – ob sie positiv oder negativ sind. 

Gibt es für Sie einen Lieblingsplatz in Gütersloh?

Es gibt eine kleine Insel der Glückselig-
keit in Gütersloh – die kennt kaum jemand. Und wenn ich die Ihnen jetzt verraten würde, würden dorthin Hunderte oder Tausende pilgern ... Das möchte ich jetzt nicht auszuplaudern. Das kann man in einem Luftbild auf einer Homepage von anno 1280 sehen. Das ist die Insel der Glückseligkeit. Dort kann man sich wunderbar hinsetzen und ist alleine. Das ist ein Fleck in Gütersloh, den kaum jemand kennt – und deshalb möchte ich es auch nicht verraten.

Was ertragen Sie in dieser Stadt einfach nur (noch) mit Humor?

Man kann über vieles lachen, was in dieser Stadt passiert. Eine Lachnummer sind – so ernst es aber auch ist – die Aktionen um das Wellerdiek-Gelände ... Aber wir werden zu politisch ... Es gibt viele Lachnummern hier in Gütersloh. Das würde aber den Rahmen unseres Interviews sprengen, wenn ich das alles aufzählen würde. 

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

Keines. Wenn Sie mich fragen: Haben Sie ein Lieblingsbuch? Dann würde ich sagen: Ich lese das Buch des Lebens ...

Wo verbringen Sie die Sommerferien?

Wir haben keine Pläne. Wir diskutieren noch intensiv mit den Kindern Felix und Lara. Lara möchte gerne in die Türkei – ich weiß nicht, wo Felix hinfahren möchte. Die Pläne stehen noch nicht fest. 



... Dr. Anke Knopp (parteilos)

Wir sitzen hier in Ihrem Garten in einem Pavillon. Warum haben Sie sich diesen Ort für unser privates Treffen ausgesucht?

Weil das mein Zuhause ist. Ich bin eine Zugezogene im schönen Pavenstädt. Geboren bin ich in der Berliner Straße – und damit ein echtes Stadtkind. Ich bin mit Beton und Straßenlärm aufgewachsen. Ich fühle mich aber jetzt mit diesem Gartenparadies sehr wohl.

Was machen Sie beruflich? Ist das Ihr Traumjob?

Ich bin Projektmanagerin in der Bertelsmann Stiftung und dort im Datenportal „Wegweiser Kommune“ tätig. Wir beschäftigen uns mit den großen Fragen des demografischen Wandels. Mein Traumjob ist es, Politikwissenschaftlerin zu sein. Und da finde ich natürlich in der Stiftung ein hervorragendes Arbeitsumfeld. Dort kann ich mich austoben und ausleben.

Sind Sie ein klassischer Familienmensch?

Das ist eine Frage, die ich gerne zurückgeben möchte ... Wie ist Familie definiert? Ich bin ein Mensch, der sehr gerne mit seinen Angehörigen zusammen ist. Ich fasse den Begriff aber sehr viel weiter. Dazu gehören auch Menschen, die mir im Laufe des Lebens sehr ans Herz gewachsen sind und die mich durch Dick und Dünn begleitet haben. Das ist für mich auch Familie.

Wie lautet Ihre Lebensphilosophie, Ihr Lebensmotto?

Das ist schwierig. Vielleicht kann man es so umschreiben: Ich bin „Phönix aus der Asche“. Ich habe sehr viel Schiffbruch in meinem Leben erlitten. Ich bin seit 17 Jahren Witwe. Mein Mann hat fünf Jahre an Krebs gelitten, und ich habe eine Menge in der Zeit erlebt. Ich war alleinerziehende Mutter. Jetzt bin ich in einer supertollen Patchwork-Familie aufgenommen worden. 

Sind Sie glücklich? Oder fehlt Ihnen etwas zum Glück?

Ich bin jeden Tag glücklich, weil ich lebe. Ich habe jeden Tag die große Chance, etwas zu gestalten. Ich erlebe Dinge, die ich schön finde. Für mich ist das Glück in den kleinen Dingen. Eine Tasse Tee ist das Glück – oder lachende Kinder. Und wenn ich sehe, dass es den Menschen in Gütersloh, meiner Heimat gut geht, ist das Glück. Mehr brauche ich eigentlich nicht. Ja, ich bin glücklich.

Gibt es irgendetwas, was Ihnen peinlich ist?

Wenn es mir peinlich wäre, würde ich es sofort ansprechen. Doch – es ist mir etwas peinlich, wenn mich Menschen darauf ansprechen und sagen: Ihr seid doch eigentlich eine wohlhabende Stadt – wieso gibt so einen großen Anteil an Kinderarmut bei euch. Das ist mir peinlich.

Wo sieht man Anke Knopp fernab von Job und Wahlkampf – abends oder am Wochenende?

Ich gehe sehr gerne mit meinem Partner durch die Natur. Man trifft mich im freien Feld. Wenn ich mich richtig entspannen will, gehe ich reiten. Das ist „großes Kino“ für mich. Ich gehe auch gerne in die Weberei. Das ist als Bürgerkiez meine Heimat. Dort fühle ich mich wohl, weil es ein quirliges Gütersloh-Querschnittspublikum ist. Das finde ich toll.

Was macht Anke Knopp, um runterzufahren, wenn es mal richtig stressig ist?

Dann setze ich mir meine Kopfhörer auf und höre Musik. Dann kann ich auch auf einem völlig belebten Platz stehen. Dann komme ich ganz zur Ruhe, weil ich dann so in meiner Welt bin. Ein bisschen Abgeschiedenheit durch Musik – das reicht mir schon.

Gibt es für Sie einen Lieblingsplatz in Gütersloh?

Das ist hier der Garten, den mein Mann so wunderschön bearbeitet. Das ist mein Lieblingsort. Ich bin auch sehr gerne im Mohns Park, weil ich die Wege dort zum Joggen klasse finde. 

Was ertragen Sie in dieser Stadt einfach nur (noch) mit Humor?

Manche politische Entscheidung, wenn es um die Entscheidung geht: transparent – ja oder nein? Ich finde es einfach völlig humorlos, über geschlossene Räume stolpern zu müssen, wo Entscheidungen gefällt werden. Das ist anachronistisch und passt nicht mehr in unsere Zeit. Da hätte ich gern sofort ein bisschen mehr Augenzwinkern und deutlich mehr offene Türen. 

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

Ich lese gerade ein Buch von Christoph Kucklick. Er schreibt über die granulare Gesellschaft; es liegt gerade auf meinem Nachttisch. Das andere ist von Gunther Dueck – „Schwarmdummheit: So blöd sind wir nur gemeinsam“. Gunther Dueck schreibt darüber, dass wir in einer digitalen Gesellschaft leben, die sich deutlich wandelt. 

Wo verbringen Sie die Sommerferien?

Die Ferien habe ich vorverlegt. Aus dem einfachen Grund: Ich runde in diesem Jahr mit meiner Geburtstagszahl. Und dann fliehe ich aus dem schönen Gütersloh. Ich verrate aber nicht wohin. Den Sommer werde ich hier verbringen – den Frühsommer nicht hier ...


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