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Anzeige: Karrieren in Theorie und Praxis

Warum in die Ferne schweifen? Der Kreis Gütersloh bietet die perfekte Ausgangslage für beruflichen Erfolg – von der Ausbildung bis hin zur Karriereleiter. Das liegt an den innovativen Unternehmen in der Region ebenso wie an wirtschaftlichen Eckdaten, die landes- und bundesweit ihresgleichen suchen. Und nicht zuletzt ist es auch der Campus Gütersloh der Fachhochschule Bielefeld, der vielfältige Chancen eröffnet. Im GT-INFO Plus-Thema „Chancen und Karriere“ verraten wir Ihnen mehr!

Mit seinen Standorten im Verlagshaus Flöttmann in der Schulstraße sowie am „Gleis 13“ am Langen Weg präsentiert sich der Studienort Gütersloh zentrumsnah und zukunftsweisend. Letzteres gilt für das Konzept des „praxisintegrierten“ Studiums genauso wie für die angebotenen Studiengänge im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM). GT-INFO hat zunächst die drei neuen Bachelorstudiengänge genauer unter die Lupe genommen. Nach dem „Product-Service Engineering“ folgen in dieser Ausgabe die „Digitalen Technologien“. Weiter geht es im Mai mit der „Digitalen Logistik“.

Die Digitalisierung, einhergehend mit tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt, ist
in aller Munde. Eine Entwicklung, die oftmals kritisch beobachtet wird – und gleichzeitig eine Vielzahl an Zukunftschancen mit sich bringt. Genau diese Möglichkeiten greift die Fachhochschule mit ihrem Studienangebot auf. Dr. Marian Brackmann, Projektkoordinator Campus Gütersloh, und Professor Dr. Stefan Berlik, Studiengangsleiter Digitale Technologien, standen GT-INFO Rede und Antwort.

Herr Dr. Brackmann, welche Studiengänge werden am Campus Gütersloh angeboten – und was ist das Besondere an ihnen?
DR. BRACKMANN: Wir bieten in Gütersloh fünf Bachelorstudiengänge sowie verschiedene thematisch abgestimmte berufsbegleitende Masterstudiengänge an, die zurzeit weiter ausgebaut werden. Zu den Bachelorstudiengängen zählen Wirtschaftsingenieurwesen, Mechatronik/Automatisierung, Product-Service Engineering, Digitale Technologien sowie Digitale Logistik. Allen gemeinsam ist die „praxisintegrierte“ Ausrichtung. Das bedeutet, dass alle Studierenden für die gesamte Dauer ihres Studiums einen Vertrag mit einem unserer rund 160 Kooperationsunternehmen abgeschlossen haben. Parallel zum Hochschulstudium sammeln sie direkt auch erste praktische Berufserfahrungen: Die Theoriephasen an der FH wechseln sich jeweils mit Praxisphasen im Unternehmen ab.

Wo sehen Sie die Vorteile des praxisintegrierten Studiums in Gütersloh?
DR. BRACKMANN: Die Vorteile sind vielfältig. Zum einen sind hier die zeitgemäßen Studieninhalte zu nennen: Durch die Veränderungen der Arbeitswelt verändern sich auch die Berufsbilder. In unseren praxisintegrierten Studiengängen bilden wir Ingenieurinnen und Ingenieure aus, die genau diese modernen Anforderungen erfüllen – und demnächst die Zukunft gestalten werden. Die Verbindung von Theorie und Praxis sorgt außerdem dafür, dass die Inhalte weniger abstrakt sind: Das erlernte Wissen wird direkt in der praktischen Arbeit im Unternehmen umgesetzt. Hoch im Kurs steht bei unseren Studierenden natürlich auch die Vergütung, die ihnen ihr Praxisbetrieb während des Studiums zahlt. Aber das Wichtigste sind die tollen Karrierechancen: Die Unternehmen bilden gemeinsam mit der FH gezielt die Fachleute aus, die sie in und durch die Zukunft begleiten werden. Eine Übernahme nach dem Studium ist da sehr wahrscheinlich – unsere Absolventen sind gefragt!

Herr Professor Berlik, Sie leiten den Bachelorstudiengang Digitale Technologien. Womit genau beschäftigt sich dieser neue Studiengang?
PROFESSOR BERLIK: Das zentrale Thema des Studiengangs Digitale Technologien ist die Digitalisierung, die sich gerade in Phänomenen wie der Industrie 4.0 oder dem „Industrial Internet of Things“ zeigt. Beide Phänomene sind letztlich aber bloß Symptome eines grundlegenderen Prozesses, nämlich der Gewinnung und Ausbeutung neuen Wissens. Wenn ich Betriebszustände eines Prozesses über einen längeren Zeitraum mittels diverser Sensoren genau erfasse, kann ich bisher unbekannte Zusammenhänge und Muster erkennen. Diese gilt es zu nutzen, um den jeweiligen Prozess zu optimieren und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Dazu werden aus Daten Informationen gewonnen und diese weiter zu Wissen „veredelt“. Riesige Mengen an Rohdaten werden so zu kompaktem, operativem Wissen verdichtet. Im Kern geht es beim Studiengang Digitale Technologien also um Wissensgewinnung und die verschiedenen Aufgaben, die daraus erwachsen.

Welche Aufgaben sind das genau?
PROFESSOR BERLIK: Ein erster Bereich nennt sich „Data Science“. Hier beschäftigen wir uns mit der Analyse der gesammelten Daten und der darauf beruhenden Ableitung von Informationen und Wissen: Solange es nicht gelingt, aus den Datenströmen neue Erkenntnisse zu ziehen und diese für sinnvolle Aktionen zu verwenden, haben schließlich auch die größten Datenmengen keinerlei Nutzen! Klassische Statistik leistet uns dabei wichtige Dienste. Doch die Daten, mit denen wir es heute zu tun haben, sind längst viel zu umfassend und zu komplex, als dass der Mensch sie noch ausreichend erfassen und eventuelle Muster erkennen könnte. Hier kommen zusätzlich neue Methoden wie selbstlernende Verfahren ins Spiel. Künstliche neuronale Netze etwa helfen uns bei der Auswertung der Datenströme.

Können Sie uns ein praktisches Beispiel für einen solchen „Datenstrom“ nennen?
PROFESSOR BERLIK: Ein sehr einfaches Beispiel ist die Temperaturmessung an einer Maschine. Eine Vielzahl an Sensoren überwacht alle Vorgänge und liefert immense Mengen an Daten, darunter die gemessenen Temperaturen. Diese werden aber nicht nur gesammelt, sondern kontinuierlich mit den zuvor entdeckten Mustern verglichen und auf Abweichungen untersucht, um zum Beispiel auf Fehlfunktionen aufmerksam zu werden. Nur dann, wenn mithilfe moderner „Data Mining Technologien“ entsprechende Muster entdeckt werden können und es gelingt, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu verstehen, kann aus den Daten tatsächlich ein Nutzen gezogen werden.

Das klingt bereits nach genügend Input für ein spannendes Studium – aber der Studiengang Digitale Technologien vermittelt noch einen weiteren Aufgabenbereich?
PROFESSOR BERLIK: Das ist richtig. Unsere zweite große Aufgabe betrifft die technische Infrastruktur, die notwendig ist, um die beschriebenen Datenmengen zu bewältigen. Wir nennen diesen Bereich das „Data Engineering“. Auch hier erfordert die Digitalisierung neue Technologien, Herangehensweisen und Lösungen, um die kontinuierlich steigende Datenmenge und -rate sowie die zunehmende Vielfalt zu beherrschen. Unsere Studierenden werden auch in diesem Bereich umfassend ausgebildet.

In welchen Branchen kommen die „fertigen“ Digital-Technologen dann zum Einsatz?
PROFESSOR BERLIK: Der Nutzen der Digitalen Technologien ist nicht auf eine bestimmte Branche begrenzt. Obwohl unsere Arbeit viel mit IT zu tun hat, liegen die eigentlichen Aufgaben eher in den jeweiligen Produktionsprozessen oder Produkten der Unternehmen – welche auch immer das sind. Darüber hinaus können natürlich ebenso Schwankungen im Verkauf und vieles mehr analysiert werden. Somit sind unsere zukünftigen Ingenieurinnen und Ingenieure auch in Dienstleistungsunternehmen gut aufgehoben.

Ihre Absolventinnen und Absolventen stoßen bei den Unternehmen also auf
offene Türen?
PROFESSOR BERLIK: Auf jeden Fall! Die heimischen Unternehmen haben sogar einen großen Anteil daran, was unsere Studierenden in den Digitalen Technologien, aber auch in den weiteren Studiengängen am Campus Gütersloh lernen. Alle Studiengänge werden in enger Abstimmung mit den Unternehmen entwickelt und direkt mit den Anforderungen im Betrieb verknüpft. Wir haben also eine regelrecht „symbiotische Beziehung“ zu den Firmen. Die Digitalen Technologien bedeuten für moderne Unternehmen praktische Zukunftsfähigkeit – und unsere Absolventinnen und Absolventen helfen ihnen dabei, diese zu erschließen!

Bild 1
Der neue Campus-Standort am „Gleis 13”. Foto: Corinna Mehl

Bild 2
Im Gespräch: (v. l.) Dr. Marian Brackmann, Projektkoordinator Campus Gütersloh, und Prof. Dr. Stefan Berlik, Studiengangsleiter „Digitale Technologien”. Foto: Anja Heidsiek