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Anzeige: In Gütersloh werden Karrieren gemacht!

Starke Unternehmen, zukunftsfähige Branchen und überdurchschnittliche Wirtschaftskraft: Wer im Kreis Gütersloh Karriere machen möchte, findet in vielerlei Hinsicht beste Bedingungen! Von der Beschäftigtenzahl bis hin zur Ausbildungsquote liegt der Kreis in fast allen Bereichen deutlich über dem restlichen NRW und Deutschland. Im neuen Plus-Thema „Chancen und Karriere“ widmet sich GT-INFO zeitgemäßen Berufsperspektiven „Made in Gütersloh“. Und die fangen bei der Berufsausbildung an und machen beim klassischen Hochschulstudium noch lange nicht halt.

Am Campus Gütersloh der Fachhochschule Bielefeld finden Berufseinsteiger vielmehr die ideale Verknüpfung von Theorie und Praxis: In fünf „praxisintegrierten“ Bachelorstudiengängen im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) starten heute die Karrieren von morgen! Drei Studiengänge und ihre Möglichkeiten stellt GT-INFO in den nächsten drei Ausgaben vor. Den Anfang macht das „Product-Service Engineering“, gefolgt von „Digitale Technologien“ und „Digitale Logistik“.
Mit zurzeit fünf praxisintegrierten Bachelorstudiengängen stellt sich der Campus Gütersloh auf die rasanten Veränderungen der Arbeitswelt ein. „Digitalisierung“, „Industrie 4.0“ und Co. sind die Schlagworte, auf denen die Fachhochschule ihr zukunftsweisendes Studienangebot aufbaut. Dr. Marian Brackmann, Projektkoordinator Campus Gütersloh, und Prof. Dr. Hans Peter Rauer, Studiengangsleiter „Product-Service Engineering“, erläuterten GT-INFO im Interview spannende
Details.

Herr Dr. Brackmann, was genau ist ein „praxisintegriertes Studium“?
Dr. Brackmann: Das praxisintegrierte Studium ist eine Weiterentwicklung des dualen Studiums. Hier wird die praktische Ausbildung im Unternehmen mit einem Hochschulstudium am Campus Gütersloh der Fachhochschule Bielefeld kombiniert. Die Studierenden haben für die gesamte Studiendauer einen Vertrag mit einem von aktuell rund 160 Kooperationsunternehmen der FH abgeschlossen. In der Regel ist dies ein Praktikumsvertrag. Die sieben Studiensemester bestehen aus abwechselnden Praxis- und Theoriephasen. Dabei sind die Studieninhalte so aufeinander abgestimmt, dass das theoretische Wissen aus der Hochschule im Unternehmen direkt praktisch angewendet und vertieft wird.

Das heißt, Berufseinsteiger mit Abitur oder Fachhochschulreife müssen sich nicht zwischen Ausbildung und Studium entscheiden?
Dr. Marian Brackmann: Richtig. Die Studierenden sammeln parallel zum Studium direkt auch praktische Berufserfahrungen. Das hat viele Vorteile. Neben der Vergütung durch das Unternehmen, die selbstverständlich auch während der Theoriephasen gezahlt wird, fällt vielen Studierenden das Lernen durch den gleichzeitigen Praxisbezug leichter. Darüber hinaus sind die Zukunftschancen hervorragend: Unsere Absolventen sind theoretisch und praktisch optimal auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vorbereitet.

Welche praxisintegrierten Studiengänge werden in Gütersloh angeboten?
Dr. Marian Brackmann: Am Campus Gütersloh bieten wir bislang die praxisintegrierten Bachelorstudiengänge Wirtschaftsingenieurwesen, Mechatronik/Automatisierung, Product-Service Engineering, Digitale Technologien und Digitale Logistik an. Außerdem werden, thematisch passend zu den Bachelorstudiengängen, verschiedene berufsbegleitende Masterstudiengänge angeboten.

Herr Professor Rauer, als Studiengangsleiter für den Studiengang Product-Service Engineering sind Sie für einen der drei neuesten Studiengänge am Campus verantwortlich. Was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?
Professor Rauer: Beim Product-Service Engineering geht es um die Entwicklung von digitalen Dienstleistungen. Ein Schwerpunkt ist ganz konkret der Maschinen- und Anlagenbau, der im Kreis Gütersloh eine große Rolle spielt. Verwendet werden diese Entwicklungen beispielsweise für die Ferndiagnose, Wartung und Instandhaltung von Maschinen oder deren Dokumentation.

Es geht also um Serviceangebote für verschiedene Produkte, in diesem Fall Maschinen und Anlagen?
Professor Rauer: Exakt. Vor dem Hintergrund, dass moderne Maschinen immer komplexer werden, vertrauen heute immer mehr Betreiber bei den damit verbundenen Dienstleistungen auf die Kompetenz der Hersteller. Das bedeutet, dass sie Fehlerdiagnosen, Wartungsarbeiten etc. in den Händen der Hersteller belassen, um sich selbst auf ihre wesentlichen Tätigkeiten, also etwa die Produktion, konzentrieren zu können. Hinzu kommt eine Entwicklung, die wir „Everything as a Service“ nennen: Maschinen und dazugehörige Serviceleistungen werden nicht gekauft, sondern gemietet, um das eigene Risiko zu minimieren und Verantwortlichkeiten auf die Serviceanbieter zu übertragen. Im Studiengang Product-Service Engineering bilden wir gemeinsam mit den Unternehmen junge Ingenieurinnen und Ingenieure aus, die die Erfüllung dieser Anforderungen ermöglichen: Unsere Absolventen entwickeln genau die Dienstleistungen, die die Betreiber komplexer Maschinen benötigen – und den Herstellern dabei helfen, neue Märkte zu erschließen sowie zu sichern.

Wie könnte eine solche Dienstleistung in der Praxis aussehen?
Professor Rauer: Ein Beispiel für eine solche Dienstleistung ist eine Augmented Reality-Brille. Unter Augmented Reality (AR) versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Alle Pokémon GO-Spieler wissen, was ich meine: Die tatsächlich sichtbare Umgebung wird von einem Computerprogramm um weitere Inhalte ergänzt. In der modernen Arbeitswelt wird diese Technologie unter anderem zur Reparaturunterstützung verwendet. Mithilfe der AR-Brille sieht der Techniker an der Maschine neben dem tatsächlich Sichtbaren zusätzlich Schaltpläne und weitere Informationen über die Funktionsweise.

Das klingt sehr komplex. Welche Voraussetzungen müssen die Studierenden mitbringen?
Professor Rauer: Auch wenn beim Product-Service Engineering „Service“ im Namen steht: Unsere Absolventen sind Ingenieure! Das bedeutet, dass sie sich für Technik begeistern und Interesse sowie ein gewisses Talent für naturwissenschaftlich-technische Fragestellungen mitbringen sollten. Außerdem sind gute Mathekenntnisse notwendig. Alleingelassen wird bei uns allerdings niemand: Neben Mathe-Vorkursen in vielen Schulen bieten wir zum Beispiel unterstützende Mathe-Tutorien während des Studiums an. Diese allgemeinen Voraussetzungen gelten übrigens für all unsere Studiengänge im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik.

Wie beurteilen Sie die Zukunftschancen Ihrer Absolventinnen und Absolventen?
Professor Rauer: Unsere Studierenden profitieren zum einen von den bereits genannten Vorteilen des praxisintegrierten Studiums, zum anderen aber auch von den außergewöhnlich guten Studienbedingungen am Campus Gütersloh. Durch unsere kleinen, intensiv betreuten Seminare, die zeitgemäße technische Ausstattung und die enge Zusammenarbeit mit den heimischen Unternehmen erfüllen wir höchste Ansprüche. Unsere Themen sind darüber hinaus modern und extrem gefragt. Die Studiengänge sowie die Lehrpläne stimmen wir gezielt auf die Anforderungen der Unternehmen und Märkte ab. Auch nach deren Ausarbeitung stehen wir kontinuierlich im Dialog mit „unseren“ Firmen – und natürlich mit den Studierenden. Die Technologien ändern sich heute so schnell, dass wir unsere Angebote ständig anpassen müssen. Auch diese Flexibilität ist ein wesentlicher Vorteil des Campus Gütersloh. Gemeinsam mit uns investieren die Unternehmen in ihren Nachwuchs und bieten oft tolle Bedingungen, um diesen dauerhaft zu halten. Doch auch anderswo sind unsere Absolventen begehrt. Das Product-Service Engineering wird für Unternehmen als neues und zukunftsträchtiges Geschäftsfeld immer wichtiger. In diesem Studiengang beginnen somit buchstäblich die Karrieren von morgen! ˜

Foto 1:
Studierende
Foto: Susanne Freitag

Foto 2:
Interview am Campus Gütersloh: (v. l.) Prof. Dr. Hans Peter Rauer, Bettina Peters, Dr. Marian Brackmann, Prof. Dr. Stefan Berlik und Prof. Dr.-Ing. Jörg Nottmeyer
Foto: Anja Heidsiek