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Erfolgreiche Handballer: (v.l.n.r.) Die Meistermannschaft von 1958 mit den Spielern Weil, W. Herrmann, Bruhn, Trautmann, B. Herrmann, Wixforth, Ralf, E. Herrmann, Rosendahl, Kastrup, Hunked und Landwehr. Foto: SVA

Alles eine große Familie

100 Jahre SVA Gütersloh, das bedeutet neben einer langen und wechselvollen Vereinsgeschichte auch viele Tausend Mitglieder, die sich den „Grünen“ ein Leben lang sportlich verschrieben haben. Aktuell führt der Verein mehr als 700 Mitglieder in Abteilungen wie Leichtathletik, Handball und Breitensport, Hapkido, Badminton, Tennis und Reha-Sport. Was machte und macht die SVA für ihre Mitglieder so attraktiv und wie ist es um die Zukunft des Vereins bestellt? GT-INFO-Redakteurin Birgit Compin hat einige der Mitglieder in der Tennisanlage des TC SVA zu einem Gespräch getroffen.

GT-INFO-Redakteurin Birgit Compin im Gespräch mit: Iris Korte, Ex-Handballerin, 1. Vorsitzende SVA, aktiv in der Abteilung Breitensport/Eltern-Kinderturnen, Mitglied seit 1999, Doris Green, Geschäftsführerin, aktiv in Abteilung Breitensport, Mitglied seit 2016, Günter Herrmann, Ex-Handballer, aktiv in Abteilung Breitensport/Männergymnastik, Mitglied seit 1959, Wilfried Korte, Abteilungsleiter Breitensport, Mitglied seit 1992, Gerhard Breitenbach, Abteilungsleiter Rehasport, Mitglied seit 1996, Klaus Bruhn, Ex-Handballer, aktiv in Abteilung Breitensport/Männergymnastik, Mitglied seit 1955.

 

100 Jahre SVA – Was bedeutet das für Sie?

Wilfried Korte: Wer kann schon sagen,
dass sein Verein 100 Jahre alt ist? Das ist eher selten. Dass wir überhaupt so alt geworden sind, macht mich stolz. Das liegt wohl daran, dass die „Grünen“ immer auch eine Art Familie sind.

Klaus Bruhn: Die SVA lebt auch von seinen Urgesteinen. So wie Christian Netzeband, er war erfolgreicher Sportler und hat den Verein als Geschäftsführer nachhaltig geprägt.

Iris Korte: Ich beschäftige mich seit langem mit der Vereinshistorie. Mein intensivstes Erlebnis war das Zusammentreffen mit zwei Boxern, die in den 1950er und 1960er Jahren in der Boxstaffel der SVA waren. Ihre Erzählungen von den Boxkämpfen im damaligen Katholischen Vereinshaus und an anderen Orten haben mich sehr berührt. Da bekam ich zum ersten Mal das Gefühl von dieser tiefgehenden Tradition. Auch die Hockey-Abteilung, die vor dem Zweiten Weltkrieg aktiv war, ist ein Stück davon. Dann gab es die Gründer und Fortführer der Vereine, die schließlich zu unserem aktuellen Vereinsleben geführt haben. All das ist die SVA.

 

Wie geht es dem Verein heute?

Iris Korte: Der Nachwuchs ist ein großes Problem. Natürlich gibt es die Eltern-Kind-Gruppe, in der die Jüngsten sechs Monate alt sind. Dann gibt es Jugendliche in dem Leichtathletikbereich und in der Hapkido-Abteilung. Beim TC SVA gibt es eine sehr gute Nachwuchsarbeit. Auch die Handballer sind aktiv. Doch grundsätzlich ist es heute sehr schwer, Jugendliche für das Vereinsleben zu motivieren. 

Wilfried Korte: Gerade im Schulalter ist es kaum möglich, Kinder für traditionelle Breitensportarten, wie Turnen oder Gymnastik zu gewinnen. Die Schulen decken das selbst ab und wenn Kinder nachmittags vom Unterricht kommen, haben sie keine Lust, nochmals zum Kinderturnen zu gehen. 

Günter Herrmann: Es ist sicherlich einfacher, mit Kindern oder Jugendlichen zu arbeiten, wenn man in einer Einzelsportdisziplin wie Tennis oder Hapkido nur ein oder zwei Spieler braucht. Beim Mannschaftssport benötigt man aber gleich eine ganze Mannschaft, im Handball zwischen zehn und zwölf Spieler. Und das wird schwierig.

 

Gleichzeitig steigt die Mitgliederzahl der Senioren stetig an. Heißt das, dass das Alter der Mitglieder steigt, während die Mitgliederzahlen konstant bleiben?

Wilfried Korte: Ja, das kann man so sagen. 

Klaus Bruhn: Dafür gibt es eine Erklärung: Sportlich aktive Menschen zwischen 20 bis 40 Jahren gehen lieber in die Fitnessstudios. Dort müssen sie kein Vereinsmitglied werden und haben somit auch keine Verpflichtung den anderen Mitgliedern gegenüber. Egal, ob sie beruflich eingespannt sind oder sich in der Freizeit vermehrt um die noch junge Familie kümmern möchten. Wer jedoch im Ruhestand ist, findet oftmals in das Vereinsleben zurück. Denn das hat ja auch immer eine soziale Komponente. Man geht ins Vereinshaus zum Pläuschchen mit den anderen. Selbst die Sportgruppen sind für sie so angelegt, dass man sich zum Beispiel beim Walken noch gut unterhalten kann. 

Gerhard Breitenbach: Die Reha-Sport-Gruppe wurde 1979 als eine der ersten in NRW gegründet und hat heute über 250 Mitglieder, die Teilnehmerzahl liegt sogar bei weit über 400 Personen, Tendenz steigend. Diese Zahlen sprechen für sich. Sie kommen zum Sport, weil sie Herz-Kreislauferkrankungen haben, ein orthopädisches Leiden oder vielleicht Diabetes. Das betrifft allerdings nicht nur ältere Menschen. 

Iris Korte: Dazu ein paar Zahlen aus unserer Statistik: 300 der SVA-Mitglieder sind 61 und mehr Jahre alt, 120 sind zwischen 41 und 60 und der Rest ist unter 40. In der Tennisabteilung gibt es einen größeren Anteil von Jugendlichen und eine etwas andere Durchmischung. 

 

Schauen wir in die Zukunft. Wie, glauben Sie, wird sich der Verein weiterentwickeln? 

Iris Korte: Ich glaube, dass unser Verein seinen Fokus verstärkt auf die Generation 50plus legen wird. Es wird immer wieder Rückkehrer geben, die im Ruhestand sind oder nach einer Krankheit zum Reha-Sport gehen. 

Doris Green: Auch der familiäre Zusammenhalt und gemeinsame Aktivitäten werden nach wie vor sehr wichtig sein. Vereinsleben heißt ja immer auch für die Gemeinschaft da zu sein, und das bekommt gerade im Alter einen immer höheren Stellenwert. 

 

Frau Korte, haben Sie als 1. Vorsitzende einen besonderen Wunsch zum Vereinsjubiläum?

Iris Korte: Mein Wunsch für die Zukunft ist es, dass unsere SVA noch lange die Sportlandschaft der Stadt Gütersloh bereichert und dass wir noch gemeinsam viele Jahrzehnte unsere Sportleidenschaft in unserem Verein ausleben können. 

 

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