RSS Feed   |   Kontakt   |   Impressum

Achtung! Diese Seite verwendet Cookies.

Wenn Sie keine Cookies verwenden wollen, ändern Sie bitte die Einstellung in Ihrem Browser.

Burkhard Marcinkowski, Geschäftsführer des Unternehmerverbands für den Kreis Gütersloh, im Interview. Foto: Christopher Grigat

Das Potential ist durchaus vorhanden

Vor einigen Wochen wurde der Strukturbericht 2016 vorgelegt: Sinkende Arbeitslosenquote, mehr Beschäftigte und ein Zuwachs an Pendlern – der Kreis Gütersloh verzeichnet in fast allen Bereichen im ersten Halbjahr 2016 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2015 ein Plus. Doch Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der Förderungsgesellschaft pro Wirtschaft GT, sieht da noch wachsendes Potential. Er sagte in einem Interview: „Es kommt immer darauf an, womit man sich vergleicht. In Baden-Württemberg oder Bayern gibt es Kreise und Städte, denen es besser geht. Da will ich hin." Das hört sich gut an. Doch wie sieht die Wirtschaft in Gütersloh die ehrgeizigen Ambitionen, und wie lassen sie sich umsetzen? GT-INFO Redakteurin Birgit Compin hat Burkhard Marcinkowski, Geschäftsführer des Unternehmerverbands für den Kreis Gütersloh, zu einem Gespräch getroffen.

Herr Marcinkowski, was sagen Sie zu dem Vergleich mit Städten in Baden-Württemberg oder Bayern?

Burkhard Marcinkowski: Ich halte es für richtig, diesen Ehrgeiz zu entwickeln. Fakt ist: Der gesamte Kreis Gütersloh, ist ein toller Industriestandort, der durch einen sehr dichten Besatz an unterschiedlichen Industriebetrieben verschiedener Branchen breit aufgestellt ist. Im Landeswettbewerb liegen wir immer ganz weit vorne. Das hat etwas mit der Stärke unseres produzierenden Gewerbes zu tun. Ich finde es gut und richtig, immer besser zu werden, das Potential ist ja durchaus vorhanden. 

Was ist dafür zu tun?

Burkhard Marcinkowski: Die Frage ist zunächst: Haben unsere Betriebe ausreichend Platz, sich vor Ort zu erweitern? Dann geht es darum, ob sie ausreichend Mitarbeiter und Nachwuchs finden. So stellt die in vielen Industrieunternehmen angebotene Duale Ausbildung eine attraktive Alternative zu einem reinen Studium dar. Unsere Unternehmen bieten ein breitgefächertes Angebot an anspruchsvollen und gut bezahlten Arbeitsplätzen und Ausbildungsmöglichkeiten an, um das uns so manche Region beneidet. Und natürlich ist die Höhe der Gewerbesteuerhebesätze wichtig, um hier einen wettbewerbsfähigen Standort zu erhalten. Nicht zuletzt geht es auch um eine positive Stimmung in der Bevölkerung für die heimische Industrie. Es ist bekannt, dass die Wirtschaft und insbesondere unsere starke Industrie hier für Wohlstand sorgen, und das muss auch den kommenden Generationen vermittelt werden. Die Menschen müssen verstehen, dass industrielle Betätigung, die in einem -immer kleiner werdenden-  Umfang als störend wahrgenommen werden kann, für den Wohlstand von Stadt und Einwohner essentiell ist. 

Sie meinen die Verkehrsbelastung durch den Lieferverkehr?

Burkhard Marcinkowski: Ja, das ist gar nicht wegzudiskutieren. Bei uns fließt der Verkehr quer durch die Stadt. Unsere Unternehmen haben gut zu tun. Materialien und Produkte müssen nun mal angeliefert oder ausgeliefert werden.

 

Ein gut funktionierender Wirtschaftsstandort sollte auch neue Betriebe
anziehen. Stichwort: Attraktivität.

Burkhard Marcinkowski: Die Attraktivität des Standorts hat ganz klar auch mit der Attraktivität der Stadt zu tun. Diese hat sich bereits, auch mit dem Theater, nennenswert verbessert. Auf der anderen Seite muss aber auch für produzierendes Gewerbe ausreichend Fläche vorhanden sein, um es anzusiedeln und weiterzuentwickeln. Das Gebiet Hüttenbrink ist attraktiv, weil es autobahnnah liegt, was wir sehr begrüßen. 2016 wurde das Gewerbekonzept der Stadt auch mit unserer Beteiligung erstellt. Für künftige Ansiedlungen eignet sich der Flugplatz, doch auch dort wird eine gute Verkehrsanbindung wichtig sein, denn das Terrain ist nicht autobahnnah. Daneben bieten sich natürlich auch die Mansergh Barracks in der Nähe der Autobahn A2 für weitere Flächenausweisungen an. 

 

Wie sehen Sie den befürchteten Standortwettbewerb nach Fertigstellung der A33?

Burkhard Marcinkowski: Natürlich zeichnet die gute verkehrliche Lage an der A2 den Kreis Gütersloh aus. Doch wenn die A33 fertiggestellt ist, sind auch die angrenzenden Standorte in Niedersachsen attraktiv. Sie haben den Vorteil, dass sie sowohl von den Bodenpreisen als auch von den Gewerbesteuerhebesätzen günstiger sind. Es gibt also auch einen gewissen Standortwettbewerb, in dem Gütersloh attraktiv bleiben muss. 

 

Was wünschen Sie dem Standort
für die Zukunft?

Burkhard Marcinkowski: Es ist mir sehr wichtig, dass die Akzeptanz des Industriestandortes, die Kreis und Stadt ausgezeichnet hat, sich auch in Zukunft weiterentwickelt und wir hier weiterhin heimisches Unternehmertum bewahren. Denn dafür steht Gütersloh mit seinen vielen Familienunternehmen und inhabergeführten Betrieben. Hier werden Entscheidungen zu Standort und Investitionen vor Ort getroffen, häufig auch zugunsten heimischer Zulieferer, Handwerksbetriebe und Dienstleister. Wir müssen ein attraktives Umfeld schaffen, damit die Jugend in der Region bleibt. Und wenn wir alle gemeinsam anpacken, dann schaffen wir das auch.

 

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zu diesem Beitrag:
Ihr Name*:
EMail:
Sicherheitsabfrage
Kommentar*:
(*) = Zum Absenden benötigte Informationen.