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Foto: Fotolia.com/Paul Malyugin

Sonne tut gut, aber...

Ob am Strand, im Straßencafé, beim Fahrradausflug oder bei der Gartenarbeit – bereits erste Sonnenstrahlen ziehen uns im Frühjahr ins Freie. Doch zu viel Sonne ist ungesund. Ohne geeigneten Schutz können UV-Strahlen die Haut schädigen. Gleichzeitig ist jetzt die Hochzeit für viele Pollen-Allergiker. Und dann sind da noch die Mücken, Stechfliegen und Zecken, die bereits jetzt in Sträuchern und Wiesen auf ihre Opfer warten. 

Frau Dr. Addicks, wie schützen wir unsere Haut in der Sonne richtig?

Dr. Barbara Addicks: Trotz häufiger Kälte ist die Sonneneinwirkung im Frühjahr schon sehr stark. Wer einen Spaziergang macht, Rad fährt, im Garten arbeitet oder Sport treibt, sollte schon jetzt Sonnenschutzmittel benutzen. Je nach Hauttyp empfehle ich in unseren Breiten den Lichtschutzfaktor 15 bis 30. Bei stark geschädigter Haut oder verminderter Immunabwehr sogar Faktor 50. 

 

Was raten Sie Kindern und Jugendlichen?

Dr. Barbara Addicks: Man muss früh mit dem Sonnenschutz beginnen. Und zwar ganz konkret, um dem Hautkrebs vorzubeugen. Jede Zelle hat einen Reparaturmechanismus, der allerdings im Laufe des Lebens schwächer wird. Wir haben Patienten, die mit 30 Jahren an Hautkrebs leiden. Das zeigt uns, wie wichtig ein früher Schutz ist. Zusätzlich sollte man eine längere direkte Sonneneinwirkung vermeiden. Kinder machen da intuitiv vieles richtig. Sie gehen in den Schatten, wenn die Sonne auf der Haut brennt. Viele Erwachsene versuchen das auszuhalten, weil sie unbedingt braun werden wollen. 

 

Und doch gilt die Sonne als natürlicher Stimmungsaufheller...

Dr. Barbara Addicks: Das ist richtig. Helligkeit und Wärme geben uns ein gutes Gefühl. Deshalb kann UV-Licht auch als Therapie bei Depression eingesetzt werden und es ist ein Therapeutikum bei vielen Hauterkrankungen. Wir müssen aber auch ein vernünftiges Maß finden, um schadlos alt zu werden.

Viele meinen, durch Sonnenschutz wird auch die Bildung des Vitamin D gestoppt.

Dr. Barbara Addicks: Das Thema Vitamin D-Mangel ist eher ein internistisches oder orthopädisches Problem. Für die Haut bedeutet es jedoch, dass wir auch im Schatten genügend UV-Licht erhalten, um Vitamin D bilden zu können. Selbst Sunblocker können es nicht vermeiden, dass UV-Licht in die Zellen gelangt. Meiner Meinung nach erhalten wir auch mit UV Schutz ausreichend Sonnenlicht.

Wie sehr kann man sich auf den Lichtschutzfaktor verlassen und welche Körperpartien sollten besonders geschützt werden?

Dr. Barbara Addicks: Die Angaben der Lichtschutzfaktoren sollte man nicht allzu zu wörtlich nehmen, denn auch mit einem Faktor 30 kann ich nicht 30mal länger in der Sonne bleiben, als ohne. Menschen mit Glatze oder schütterem Haar sollten auf jeden Fall einen hohen Lichtschutzfaktor verwenden und zusätzlich einen Hut tragen. Bei Gartenarbeit und Fahrradfahren empfehle ich sogar Handschuhe, um die Hände zu schützen. 

Wer dennoch braun werden möchte, setzt auf Selbstbräuner. Können sie das empfehlen?

Dr. Barbara Addicks: Unbedingt. Selbst Wissenschaftler und Klinikärzte empfehlen ihn. Ein Selbstbräuner ist unschädlich und für die Haut wesentlich besser, als sich direkt in die Sonne zu legen.

Das Frühjahr ist auch die Zeit der Allergiker. Was kann ihnen helfen?

Dr. Barbara Addicks: Da die Pollen eigentlich überall sind, kann man das Leiden ein wenig lindern, indem man sich abends abduscht oder die Haare wäscht. So trägt man sie nicht ins Bett. Womit wir sehr gute Erfolge erzielt haben, ist allerdings die Hyposensibilisierung. Das ist eine spezifische und langfristige Immuntherapie, mit der sich Allergien behandeln lassen. Ziel ist es, das Immunsystem an die allergieauslösenden Stoffe zu gewöhnen und den Verlauf der allergischen Erkrankung abzuschwächen.

Sobald es wärmer wird, plagen wieder Mücken und Stechfliegen. Was können wir gegen sie tun?

Dr. Barbara Addicks: Vor allem Kinder sollten geschützt werden, da ihre Haut aufgrund einer geringer ausgebildeten Hornschicht deutlich empfänglicher für Stiche ist als die der Erwachsenen. In der Apotheke gibt es die unterschiedlichsten Abwehrmittel. Nach einem Stich empfehle ich erst die Desinfektion und anschließend ein kühlendes, abschwellendes Gel oder ein Kühlkissen.

Wie sollte man auf Zeckenbisse reagieren?

Dr. Barbara Addicks: Auch dagegen gibt es vorbeugenden Schutz. Wer eine Zecke auf der Haut findet, sollte sie behutsam samt Kopf entfernen und anschließend einige Tage lang ganz genau hinschauen, ob sich an der Stelle eine leichte Röte entwickelt. Wenn ja, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, denn die Hautreaktion kann ein Hinweis auf mögliche Spätfolgen, wie Schäden der betroffenen Hautstelle, des Nervensystems oder der Gelenke sein.