In der Studie „Lesen in Deutschland 2008“ der Stiftung Lesen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurde repräsentativ die deutsche Lesewelt vermessen. Die Studie zeigt die Veränderung der Lesekultur von 1992 über 2000 bis ins Jahr 2008 auf. Die zentralen Ergebnisse: 2008 liest jeder Vierte in Deutschland nie ein Buch. 1992 war es nur jeder Fünfte. Vor allem der klassische „Gelegenheitsleser“ ist rückläufig. Gaben im Jahr 2000 noch 31 Prozent an, monatlich zwischen einem bis vier Bücher gelesen zu haben, so sind dies aktuell nur noch 25 Prozent. Vor allem in der jungen Generation ist ein eher selektives und überfliegendes Leseverhalten zu beobachten. Zwischen drei und vier Millionen Menschen sind laut Schätzungen des Bundesverbandes Alphabetisierung und der Stiftung Lesen in Deutschland (die Dunkelziffer nicht mitgerechnet) funktionale Analphabeten! Soll heißen: Sie können weder richtig lesen noch schreiben und somit die Schriftsprache im Alltag nicht nutzen. Es besteht also ein großer Handlungsbedarf: Die Zunahme der Nicht- und Wenigleser muss schnellstens gestoppt werden, um eine wachsende Benachteiligung individueller Entfaltungschancen zu vermeiden. Anlässlich ihres 175-jährigen Jubiläums startet die Bertelsmann AG gemeinsam mit der Stiftung Lesen und dem Goethe-Institut eine außergewöhnliche Initiative zur Leseförderung in unserer Heimatstadt Gütersloh. Die primäre Zielgruppe der Aktion „Lesespaß“ sind Kinder von drei bis 14 Jahren aus lesefernen Familien. Darüber hinaus sollen jene Zielgruppen angesprochen werden, die in diesem Zusammenhang den größten Einfluss haben: Eltern, Erzieher und Lehrer. Für Menschen mit Migrationshintergrund werden zusätzlich zweisprachige Maßnahmen durchgeführt. Durch die Vernetzung einer Vielzahl von Maßnahmen, die Ansprache aller relevanten Zielgruppen und durch internationalen Know-how- Transfer soll die Aktion Lesespaß das Leseverhalten am Standort Gütersloh nachhaltig verbessern.

Ihr Markus Corsmeyer