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Wie leben wir in Zukunft? Im Alter? Was ist das richtige Konzept? Wer darauf Antworten sucht und an diesem Thema interessiert ist, sollte die folgenden Seiten lesen. Birgit Compin hat aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der alternativen Wohnform die Arbeit des Vereins Sovital vorgestellt ... Foto: Frank Tiedeman

Leben im Alter

Genau das“, so sagt Irene Müller, Bewohnerin der heutigen Anlage, „ist die Zeit, zu der man beginnen sollte, sich über mögliche spätere Lebenssituationen Gedanken zu machen, denn bis zur Umsetzung können noch Jahre vergehen.“ Die Wohnung oder das Haus wird langsam zu groß, Zimmer stehen leer und der Garten macht sowieso viel zu viel Arbeit. „Wer kleine Kinder hat, zieht oftmals mit seiner Kleinfamilie in einen Vorort“, so Ernst Imkamp, „doch später taucht dann die Frage auf, ob ein Leben in der Stadt gerade für ältere Menschen nicht sinnvoller ist.“ Kurze Wege und die schnelle Erreichbarkeit von Geschäften und Dienstleistern des täglichen Bedarfs, aber auch zu Ärzten, machen das Leben in der Stadt gerade für ältere Menschen angenehmer und leichter.

Natürlich, so sagen die Mitglieder des Vereins, gibt es bereits in Städten wie Gütersloh sehr gute professionelle Wohnanlagen für ältere Menschen. Doch den Mitgliedern von Sovital schwebte eine autarke und gemeinschaftliche soziale Wohnform vor. Eine, bei der man sich um den anderen kümmert, wenn er Hilfe braucht – ob bei Krankheit oder Gebrechlichkeit. Eine, in der man gemeinsam feiern kann und trotzdem das so wichtige „Leben und Leben lassen“ praktiziert. 

Was nach Utopia klingt, ist eine Lebensform, die individuelle Lebensvorstellungen in eigenen Wohnungen mit gemeinschaftlichem Wir-Gefühl und einem sozialen Netz verbindet. Keine Alters-WG ehemaliger 68er also.

Was 2001 begann, nahm im Laufe der Jahre Gestalt an. „Wir wussten, dass wir all den Gesprächen endlich Taten folgen lassen mussten“, sagt Achim Strothmann und gründete mit seinen Mitstreitern den Verein. Danach begannen sie zu „trommeln“, wie er sagt. Sie gaben Seminare in der Volkshochschule und machten viel Öffentlichkeitsarbeit, um auf ihr Projekt aufmerksam zu machen. „Jedes Mal, wenn wir an die Presse gingen“, erinnert sich Irene Müller, „kamen mehr interessierte Menschen hinzu und mit ihnen kam auch neue Energie und das Projekt nahm schneller Fahrt auf.“ Sie schauten sich geeignete Grundstücke an und suchten Investoren, die ihr Projekt mitplanen und finanzieren konnten. 2008 war es dann endlich so weit: Zwei Doppelhäuser mit Aufzug waren an der Bismarckstraße in Gütersloh bezugsfertig. Sie beherbergen 20 barrierefreie Wohnungen, von 45 bis 89 Quadratmetern, und 23 Bewohner. Eine der größten Wohnungen wird heute für Gemeinschaftsräume genutzt. Hier findet die monatliche Versammlung statt und jeden zweiten Samstag im Monat ein Nachbarschaftscafé. Hier wird gemeinschaftlich Skat gekloppt, auf der Terrasse im Sommer gegrillt und zu Silvester gefeiert oder ganz einfach nur geklönt. 

Zehn Jahre Sovital – das will gefeiert werden, sagen die Mitglieder und laden Familien, Freunde und Nachbarn, aber auch Interessierte ein, um mit ihnen am Samstag, 7. Juli, auf das 10-jährige Bestehen anzustoßen. Und sie wollen informieren um andere zu motivieren, über eine Wohnform wie die ihre einmal intensiver nachzudenken. 

Ein Interwiew mit Mitgliedern des Vereins Sovital finden sie in der aktuellen Print-Ausgabe von GT-INFO – ab 30. Mai in Ihrem Breifkasten und im Gütersloher Einzelhandel.


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