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Das Filetstück an der Carl-Bertelsmann-Straße: Wird es ein Hotel oder Boardinghaus? Hier sind Spekulationen über die Nutzung noch erlaubt. Foto: Hagedorn Architekturbuero

Gleis 13 nimmt schnell Gestalt an

„Wir sehen uns in der Pflicht“, sagten Thomas und Barbara Hagedorn beim GT-INFO Stadtgespräch zum neuen Quartier „Gleis 13“. Das ist jetzt fast zwei Jahre her – am 28. September feierten sie gemeinsam mit den Verantwortlichen und 200 geladenen Gästen eine Baustellenparty auf dem Gelände.

Rückblick: Fast 20 Jahre lang tat sich nichts auf dem Gütersloher Güterbahnhof am Langer Weg, zwischen Carl-Bertelsmann-Straße und Holzstraße. Seit den 90er-Jahren lag das knapp 1,1 Hektar große Areal brach. Erst im Sommer 2014 kam Bewegung in die Sache: Die Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) bot das 11.000 Quadratmeter große Gelände zum Verkauf an. Gesucht wurde ein Käufer für die innenstadt-abgewandte Bahnhofsseite. Ein tragfähiges Konzept war gefragt. Im Einklang mit der Stadt schloss man Einzelhandel an der Stelle kategorisch aus, sonst waren jedoch die unterschiedlichsten Nutzungen denkbar: Gewerbe, Wohnen, Ausstellungsräume, Gastronomie, ein Erhalt des Gebäudekomplexes oder der totale Abriss. Nichts schien mehr unmöglich und das zog endlich die Bewerber an. Mehr als zehn Interessenten stellten ihre Konzepte vor. Überzeugt hatte schließlich das Angebot des Gütersloher Unternehmens Hagedorn Revital mit Rick Mädel als Geschäftsführer. Ihr Konzept: nach Abriss der maroden und einsturzgefährdeten Güterhalle vier Gebäudekomplexe zu errichten. In den kommenden sechs Jahren wollte Revital hierfür bis zu 15 Millionen Euro investieren. Die Fertigstellung war spätestens 2017/2022 vorgesehen. Für die Entwicklung und Realisierung holte Revital den Bielefelder Projektentwickler Christoph Borchard und das Architekturbüro Jonek und Dressler mit ins Boot. 

 

Einblick: Jetzt also die Baustellenparty auf dem Gelände. Bereits nach zwei Jahren befinden sich zwei der durchnummerierten Gebäudekomplexe im Bau. Haus IV, unweit gegenüber von Porta, ist fast fertiggestellt, Haus III folgt im März 2018. Auf dem Gelände des Gebäudes Haus II steht gerade noch das Zelt für die 200 Gäste. Auch hier beginnen jetzt die Bauarbeiten. Einzig Haus I wartet noch auf einen spruchreifen Mieter. Zusammengefasst heißt das: Es geht schneller voran als gedacht. Ganze zwei Jahre ist man der Planung voraus, erklären die Investoren und künftigen Mieter in einer Podiumsrunde den Gästen. Voraussichtlich 2019 oder 2020 wird die 18.000 Quadratmeter große Nutzfläche mit allen Gebäuden fertiggestellt sein.

 

Ihre Zwischenbilanz: Das Fitnessstudio „Fit X" aus Essen, ist einziger Mieter im Haus IV mit 2.650 Quadratmetern Nutzfläche und einer bestechend schönen Fassade, bezogen mit einem Facid-Gewebegemisch. Bereits vor Weihnachten wird es eröffnet. Das Konzept: Es wird rund um die Uhr geöffnet sein, bei niedriger Monatsgebühr. Leiter Mike Hofmann erklärte bei der Vorstellung, dass Fit X mehr als 30 Kurse pro Woche anbieten werde. Der nächste Mieter ist die Agentur für Arbeit. Sie wird in dem gut 4.210 Quadratmeter großen Gebäudekomplex Haus III etwa 60 Prozent der Fläche nutzen. Thomas Richter bereitet gerade seine 70-köpfige Mannschaft für einen Umzug aus der Königstraße in das Gebäude im März 2018 vor. Damit verspricht sich die Gütersloher Agentur viele Vorteile und die Bündelung interner Arbeitsabläufe. Noch befindet sich das Haus im Rohbau, doch es gehe zügig voran, so Rick Mädel von der Revital. Für Gütersloher besonders interessant dürfte der Mieter sein, der in das Haus II einziehen wird: Das Verler Unternehmen Scanfabrik wird dann 2.000 Quadratmeter belegen. Ein Jahr nach dem jetzigen ersten Spatenstich soll das Gebäude im November 2018 bezugsfertig sein. Der geschäftsführende Gesellschafter Erich Schemmann erklärte, in Gütersloh werde die Belegschaft auf bis zu 100 Mitarbeiter aufgestockt. Die Scanfabrik
teilt sich dann das Gebäude mit der Regio IT, die im Haus II 1.966 Quadratmeter bezieht. Auch sie wird im Anschluss ihre Belegschaft aufstocken, uns zwar von derzeit 20 auf 80 Mitarbeiter, verspricht Geschäftsführer Andreas Poppenborg auf der Baustellenparty den Gästen.

 

Ausblick: Haus IV komplett belegt, Haus II ebenfalls und Haus III zu 60 Prozent. Was ist mit dem Rest? Auch die übrigen 40 Prozent werden laut Gleis-13-Projektleiter Rick Mädel schon bald vergeben sein. Bleibt das Filetstück an der Ecke zur Carl-Bertelsmann-Straße: Das einzige Haus, für das noch keine Mietverträge unterzeichnet sind, ist das Haus I. Es sei schon etwas Besonders, sagt Thomas Hagedorn in der Podiumsrunde beim Baustellenfest, denn es soll die Quartiers-Bebauung 2019 abschließen. Sechs- oder siebengeschossig werde es werden, so die Pläne der Investoren. Jedes Stockwerk erhält dann rund 1.000 Quadratmeter Fläche. Es wirke schon ein wenig wie das berühmte New Yorker Waldorf Astoria, erklärt Hagedorn weiter, in Bezug auf das lange und schmale Grundstück. „Ein Hotel also?“, fragen sich die Gäste. „Kann sein, muss aber nicht”, ließ Hagedorn verlauten. Und doch, so gibt er den Spekulationen freien Lauf, sei derzeit das Interesse an einer Hotelnutzung besonders hoch. Alternativ sei auch die Idee, hier ein Boarding House zu errichten, ließ sich Christoph Borchard zu einer Aussage hinreißen. Wenn es denn ein Hotel werde, habe man Platz für 80 bis 100 Betten. Doch nicht nur das. Da ähnlich wie im Haus III nur rund 60 Prozent der Fläche für die angedachte Herberge zur Verfügung stehen soll, stellt sich natürlich die Frage nach den übrigen 40 Prozent. Auch dafür ist der Bauherr offen und kann sich hier sowohl Büros als auch Wohnungen vorstellen. Doch einen ganz persönlichen Wunsch habe er dann doch noch: Auf dem Dach wünscht sich Thomas Hagedorn eine „Sky Bar”. Und zwar eine, die täglich geöffnet hat und von der aus man einen fantastischen Ausblick über den Dächern von Gütersloh genießen könnte.

 

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