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Kay Klingsieck. Foto: Wolfgang Sauer

Impulsgeber

Welche Eigenschaften braucht man, um als Sparkassenchef zu bestehen?
Für mich ist es entscheidend, den Blick für „das große Ganze“ zu haben, eine authentische Führungskraft zu sein sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Klarheit und Orientierung zu geben. Nach meiner Ansicht besteht man als Sparkassenvorstand durch eine ausgewogene und gute Gestaltung des Unternehmens. Ich sehe mich auch als Impulsgeber, der neue Ideen in die Sparkasse bringt, um diese damit strategisch nach vorne zu bringen und zukunftssicher aufzustellen. Darüber hinaus ist es wichtig, Verantwortungsbewusstsein mitzubringen. Ich bin aber auch ein Freund davon, die Eigenverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken – sie sind das höchste Gut, das wir als Sparkasse Gütersloh-Rietberg haben. Ohne sie wäre die Sparkasse nichts. Strategie, Gestaltung, Flexibilität, Belastbarkeit, Verantwortung und Führung – das sind aus meiner Sicht die wesentlichen und wichtigen Punkte für den Job, den ich jetzt mache – und ab dem 1. Januar 2018 zukünftig machen werde.

Die Sparkasse Gütersloh-Rietberg hatte in der Vergangenheit nicht immer eine gute Presse. Wie wollen Sie einen Imagewechsel vollziehen?
Wie bereits erwähnt sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das wesentliche „Asset“ unserer Sparkasse. Sie leisten hervorragende Arbeit. Das muss wieder deutlich in den Vordergrund rücken. Unterschiedliche Umfragen und Analysen dokumentieren, dass wir wirtschaftlich gut unterwegs sind und eine hochwertige Beratung anbieten. Das spiegeln uns auch unsere Kunden wider. Wir als Vorstand sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen nah bei den Menschen – unseren Kunden – sein. Es ist wichtig aufzuzeigen, was die Sparkasse Gütersloh-Rietberg wirklich ausmacht. Vielen ist gar nicht bewusst, dass wir ein großer lokaler Förderer für Vereine und gemeinnützige Organisationen sowie einer der größten Arbeitgeber sind. Meine Aufgabe muss es sein, das stärker zu präsentieren und in der Öffentlichkeit darzustellen. Letztlich kommt es darauf an, dass wir insgesamt als Sparkasse Gütersloh-Rietberg gute Arbeit leisten und unseren Kunden eine hochwertige professionelle Beratung bieten.


Aber die Sparkasse ist doch bereits ein großer Förderer. Was wollen Sie in diesem Zusammenhang noch verändern?
Unsere vielfältigen Förderungen und Aktivitäten sind vielen Menschen beziehungsweise vielen unserer Kunden gar nicht so bekannt oder bewusst. Wir müssen stärker transportieren, wofür wir stehen – und warum wir gut für unsere heimische Region sind. Dazu gehört die Kreditversorgung mittelständischer Unternehmen genauso, wie die Aus- und Fortbildung junger Menschen, die Förderung von Veranstaltungen wie der „Woche der kleinen Künste“ oder auch die Förderung des Klettergerüsts eines Kindergartens.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie für die Sparkasse Gütersloh-Rietberg in den nächsten fünf Jahren? Stichworte Digitalisierung, Regulierung, Demographie und Niedrigzinsphase.
In der Niedrigzinsphase muss es uns als Sparkasse darum gehen, einen klaren Wachstumskurs anzustreben. Im Firmenkundengeschäft sowie im Privatkundengeschäft gilt es, weiter zu wachsen. Wir müssen für unsere Kunden im gesamten Anlage-, Kredit- und Verbundgeschäft ein starker und verlässlicher Partner sein. Zum Stichwort Regulierung gilt aus meiner Sicht Folgendes: Die regulatorischen Anforderungen sind eine große Aufgabe für uns. Mein Credo lautet daher: Wir müssen die Regulierung auch als Chance begreifen. Eine Chance, sich qualitativ zu verbessern. Ein Beispiel ist das Beratungsprotokoll: Es ist für den Kunden gut, noch einmal festgehalten zu bekommen, was tatsächlich besprochen wurde. Das bringt durchaus noch mehr Qualität in das Bankgeschäft. Chance ist auch ein gutes Stichwort für das Thema Digitalisierung. Sie wird noch von vielen als Gefahr gesehen. Digitalisierung hat aber auch für den Finanzdienstleistungssektor einen großen Vorteil: Wir können das Kundengeschäft flexibler gestalten und unseren Kunden noch bessere Lösungen bieten. Darüber hinaus werden wir in den Strukturen und Prozessen eindeutig effizienter. Im Bereich der Demographie müssen wir einerseits für die älteren Kunden da sein, aber auch den jüngeren Kunden entsprechende Lösungen bieten, so dass Bankgeschäfte auch von zu Hause aus ganz einfach sind.

Wie hat sich das Sparkassengeschäft seit Ihrem Start 1999 verändert?
Das möchte ich Ihnen an einem Beispiel verdeutlichen: Als ich als Auszubildender anfing, musste ich noch Kontoauszüge in die Schließfächer der Geschäftskunden einsortieren. Das war eine Aufgabe zu Anfang meiner Ausbildung. Das hat sich radikal verändert. Damals steckte in unserer Sparkasse das Thema Online-Banking noch in den Kinderschuhen. Heute ist es für uns selbstverständlich. Das Bankgeschäft wird immer digitaler. So müssen Auszubildende heute lernen, wie die Sparkassen-App funktioniert, wie das Push-Tan-Verfahren im Rahmen einer Online-Überweisung zu handhaben ist oder was das elektronische Postfach im Online-Banking ausmacht.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Sparkassen-Chefs aus?
Eine große Herausforderung ist sicherlich die Flexibilität im Alltag. Der Tag ist nicht immer komplett planbar – in gewissen Strukturen jedoch schon festgelegt. Um die Sparkasse zu leiten, führe ich viele Gespräche mit den Geschäftsbereichsleitern, aber auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern insgesamt, um zum Beispiel Aufgabenstellungen aus dem Kundengeschäft, gesetzliche Veränderungen oder Steuerungsthemen zu erörtern und zu entscheiden. Es ist meine Aufgabe, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren, ihre Eigenverantwortung zu stärken und die Sparkasse so erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das bedeutet: Ich habe am Tag viele Termine, begleite diverse Projekte, um Entscheidungen herbeizuführen, die für die Zukunftssicherheit der Sparkasse Gütersloh-Rietberg wichtig sind und nehme natürlich auch Kundentermine wahr. Ich repräsentiere die Sparkasse aber auch, wie zum Beispiel im Rahmen unserer Sponsoring-Aktivitäten, in unseren Stiftungen oder bei öffentlichen Anlässen und Veranstaltungen. Ich nehme außerdem viele Abendtermine wahr. Zwei bis drei Abende in der Woche bin ich durchschnittlich immer unterwegs.

Sie bilden mit Ihren Kollegen Torsten Neubauer und Frank Ehlebracht den Gesamtvorstand der frisch fusionierten Sparkasse Gütersloh-Rietberg. Sie alle drei sind mit Ihren Häusern lange Zeit verbunden. Ist das ein Vorteil?
Es ist ein Vorteil, dass wir alle drei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut kennen. Ein weiterer Pluspunkt ist: Frank Ehlebracht kommt aus der „alten“ Sparkasse Rietberg, Torsten Neubauer und ich aus der „alten“ Sparkasse Gütersloh. Der Integrationsprozess hinsichtlich der Fusion fängt damit schon im Vorstand an. Wir drei kennen die Strukturen und Prozesse der Sparkasse Gütersloh-Rietberg gut. Kurzum: Wir wissen, wie die Sparkasse Gütersloh-Rietberg „tickt“ – und wie man sie weiterentwickeln kann. Wir ergänzen uns im Vorstand gut und haben ein großes Vertrauen untereinander. Das ist die optimale Basis für eine gute Zusammenarbeit. Dabei hat jeder von uns unterschiedliche Schwerpunkte, was nach meinem Dafürhalten wichtig ist, um die Sparkasse Gütersloh-Rietberg erfolgreich in die Zukunft zu führen. ˜

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