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Matthias Borner vor dem Logo der Weberei. Es spiegelt die direkte Darstellung eines Webstuhlschiffchens wider.

Weben und weben lassen – ein Gütersloher Erfolgsrezept

Ein verlässlicher Schlagzeilenlieferant
Was wäre Gütersloh ohne die Weberei! Auf jeden Fall ärmer. Zwar nicht finanziell, schließlich benötigt das Kulturzentrum zum Überleben jährlich einen sechsstelligen Zuschuss. Aber man stelle sich vor, was Gütersloh heute alles fehlen würde, wäre die Weberei wie geplant Anfang der 1980-er Jahre abgerissen worden: ein identitätsstiftendes Bürger- und Jugendzentrum, ein einzigartiger Veranstaltungsort, ein verlässlicher Schlagzeilenlieferant und – darum soll es hier gehen – ein schützenswertes Baudenkmal und Zeugnis einer Epoche in der Gütersloher Wirtschaftsgeschichte, die heute nur noch wenigen bewusst ist. Heute verbindet man Gütersloh vor allem mit Bertelsmann und Miele, die zusammen über 16.000 Menschen in und um Gütersloh beschäftigen. Doch dass aus einem verschlafenen Heidedorf eine moderne Industriestadt wurde, lag nicht an Bertelsmann – dessen Siegeszug vom mittelständischen Verlag zum weltweit erfolgreichen Medienkonzern setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Und es lag auch nicht an Miele, schließlich war der Hausgerätehersteller bis 1907 in Herzebrock beheimatet gewesen.

Vom Vossen-Frottee zur Finanzverwaltung
Seine Entwicklung verdankt Gütersloh vielmehr der Textilindustrie. Die Stadt war im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert ein bedeutender Standort international erfolgreicher Webereien und Spinnereien. Nicht grundlos zeigt das Stadtwappen das Schwungrad eines Spinnrads als Symbol für die Garnspinnerei. Bauliche Zeugnisse dieser Ära sind mittlerweile rar geworden. Wo einst die Seidenweberei der Gebrüder Bartels stand, findet sich heute ein Rewe-Supermarkt, auf dem Gelände der Baum- wollweberei Niemöller & Lütgert stehen mittlerweile Mehrfamilienhäuser, und  Vossen musste – doppelt ärgerlich – dem Finanzamt weichen.

Reich verzierte Fabrik
Zumindest äußerlich erhalten geblieben ist die ehemalige Weberei Greve & Güth, heute „Die Weberei“. 1874 gegründet, beschäftigte sie zu ihren besten Zeiten 450 Mitarbeiter. Speziell Herr Greve hatte es nie weit zur Arbeit. Er residierte in der schmucken Villa schräg gegenüber dem heutigen Biergarten. Der heutige Weberei-Park mit dem Kinderspielplatz war ur- sprünglich der Garten des Fabrikbesitzers. Dass dieser beim Bau der Produktionsstätte nicht auf den Pfennig schauen musste, zeigt auch die prächtige Verzierung der Fabrikfassade mit ihren Erkern, Zinnen, Pilastern und Gesimsen. Das Innere des Gebäudes brannte bei einem Bombenangriff 1945 aus. Die Außenmauern blieben zum Glück großenteils erhalten und tragen heute als moderne Form der Verzierung mehrere Hundert Schichten Graffitti. Noch nach dem Krieg gab es in Gütersloh über 50 Webereien und Spinnereien. Erst die Krise der europäischen Textilindustrie in den 1970-er Jahren machte ihnen ein Ende. So schloss 1975 auch die Weberei Greve & Güth ihre Pforten. An einigen Stellen lebt die alte Textiltradition in Gütersloh aber fort. Erstens produzieren immerhin noch zwei traditionsreiche Firmen bis heute: die Band- und Gurtweberei Güth & Wolf und der Berufsbekleidungshersteller Niemöller & Abel. Zweitens bietet das Stadtmuseum Webkurse an einem historischen, aber voll funktionsfähigen Webstuhl an. Und drittens will wohl niemand bestreiten, dass auch heute noch genügend Spinner in Gütersloh leben …


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Kommentare zu diesem Beitrag:
10.03.2011 - Hermann
Coole Serie!

20.08.2011 - Pebbles
Aritcels like these put the consumer in the driver seat-very important.

20.08.2011 - Pebbles
Aritcels like these put the consumer in the driver seat-very important.

07.10.2012 - Cinthya
Elke Susanne Ruef sagt:Liebe Britta,ffcr mich bist du ein Engel auf Erden und ich bin unendlich dkaabnr ffcr deine Channelings. Dadurch bekommt man ein Handwerkszeug in die Hand, womit man arbeiten kann und das auch verste4ndlich ist. Bisher hat es mir oft an der Umsetzung des Wissens gefehlt.Ich bin einfach total begeistert.Lieben Dank!!!

07.10.2012 - Cinthya
Elke Susanne Ruef sagt:Liebe Britta,ffcr mich bist du ein Engel auf Erden und ich bin unendlich dkaabnr ffcr deine Channelings. Dadurch bekommt man ein Handwerkszeug in die Hand, womit man arbeiten kann und das auch verste4ndlich ist. Bisher hat es mir oft an der Umsetzung des Wissens gefehlt.Ich bin einfach total begeistert.Lieben Dank!!!

27.01.2014 - cqyKuYHr
greg.txt;1;3

27.01.2014 - cqyKuYHr
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22.03.2014 - yIujURn
aha, I like this topic, bookmark this page, huangjintang.