
Stellungnahme Bürgermeisterin Maria Unger
(...) Fachbereichsleitungen sind Führungskräfte, die in der Lage sind, fundiert, sach- und fachgerecht auf Anfragen der Medien, ihren Bereich betreffend, zu antworten. Dies ist auch im Rahmen von Anfragen zu den städtischen Sparbemühungen geschehen. Selbstverständlich ist es nicht zu vermeiden, dass die ein oder andere Berichterstattung im Einzelfall je nach Sichtweise als „unglücklich" empfunden werden kann. Es ist allerdings zu betonen, dass auch Anfragen zur Auswirkung von deutlichen Mittel- oder Personaleinsparungen eine sach- und fachgerechte Antwort erfordern. Über eventuelle Standardabsenkungen städtischer Leistungen dürfen die Bürger und Bürgerinnen sachliche Informationen erwarten. Durch
Zwischenruf von Markus Corsmeyer
Die Anfrage der Gütersloher CDU offenbart ein fragwürdiges Verständnis von Meinungs- und Pressefreiheit für eine demokratische Partei, die per Maulkorberlass versucht, unliebsame Berichterstattung zu verhindern. Was möchte die Gütersloher CDU eigentlich? Eine direkte Einflussnahme auf die öffentliche Meinung? Wie soll sonst die Anfrage der CDU zu verstehen sein? Die Presse verweigert sich der lokalen Politik nicht, aber kann und darf nicht als amtliches Verlautbarungsorgan erscheinen. Tageszeitungen und Magazine haben den ortsansässigen CDU-Politikern in der Vergangenheit sicherlich noch kein Interview verweigert. Darüber hinaus sehen es unsere lokalen Politiker auch immer wieder gerne, wenn sie beim Händeschütteln, beim Spatenstich im Neubaugebiet, beim Neujahrsempfang oder vor Kommunalwahlen mit ihrem Konterfei im heimischen Blätterwald erscheinen. Die Anfrage entlarvt die Einstellung der CDU zum Verhältnis der Politik zur Presse und zeigt, welche Bedeutung sie dieser „Partnerschaft“ beimisst. Die Presse soll als Plattform der Selbstdarstellung unserer Politiker missbraucht werden. Fakt ist: Die CDU kann nicht erwarten, von der Zentralen Öffentlichkeitsarbeiterin Zimmermann vorformulierte Erklärungen und gefilterte Mitteilungen in der lokalen Presse zu lesen.