
Als Anfang des Jahres um die Umsetzung der Sparbeschlüsse für den Defizitausgleich des städtischen Haushalts gerungen wurde, zauberte die CDU im Kulturausschuss in einer Nacht- und Nebelaktion einen neuen Betreiber für die Weberei aus dem Ärmel. Matthias Markstedt, der Wapelbad–Sanierer, sollte nach dem Willen der Christdemokraten nun in einer noch zu gründenden Genossenschaft auch die defizitäre Weberei retten. So wird seit über vier Monaten mal öffentlich, mal geheim im stillen Kämmerlein mit Andreas Kimpel als Moderator über die Zukunft der Weberei gesprochen; zumeist aber über die Medien gestritten. Aber anscheinend immer noch ohne konkretes Ergebnis. Wenn jetzt Hans–Peter Rosenthal, der Vordenker der Grünen, die Stadt zum Handeln auffordert und Andreas Kimpel das Ansinnen nachdrücklich ablehnt, so können diese Äußerungen getrost als „Sommertheater“ zum Füllen des „Sommerlochs“ gewertet werden. Rosenthal wird nicht so naiv gewesen sein zu glauben, dass die Verwaltung von sich aus die Initiative ergreifen würde, um die PariSozial vor die Tür zu setzen. Der Architekt der „Plattform plus“ weiss ganz genau, dass Leserbriefe dazu nicht ausreichen. Anträge und mehrheitsfähige Beschlüsse sind notwendig, um einen Wechsel in der Trägerschaft der Weberei herbeizuführen. Warum stellt Hans–Peter Rosenthal diese Anträge nicht? Und warum verhält sich Matthias Markstedt so ruhig, obwohl das doch sonst nicht seine Art ist? An der Bewertung der mobilen Güter kann es nicht liegen; denn die sind von einem externen Berater vorgenommen worden. Liegt es vielleicht an der Personalie „Roschinski“, die Markstedt auf keinen Fall übernehmen möchte, wie er angekündigt hatte?
Die Initiativen und Nutzer der Weberei haben ein Recht auf eine zeitnahe Entscheidung – bevor die Weberei in eine Schieflage kommt. Und dann wiederum hätte Hans–Peter Rosenthal Recht. Das „Sommertheater“ um das Theater geht in die nächsten Runden. Zuerst zerplatzt der Traum von einem Hotel wie eine Seifenblase, dann kommt die 1. „Putzkolonne“ ihren Verpflichtungen nicht nach – aus welchen Gründen eigentlich – jetzt kann bei den momentanen hoch sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad nicht gearbeitet werden und last but not least ist die Verwaltung
Was soll diese Geheimniskrämerei bei der CDU? Das hat sie doch gar nicht nötig. Schnell und voreilig könnte man auf den Gedanken kommen, dass die Damen und Herren des Rates etwas zu verbergen haben. Aber was ist das nur? Und was sagen eigentlich die „Plattform plus“ – Partner zu dem CDU Ansinnen? Der UWG dürfte das eigentlich gar nicht ins Konzept passen, unterstützt sie doch das Aktionsbündnis „Mehr Demokratie wagen“. Bleibt also nur zu hoffen, dass die unsinnigen Anträge und Anfragen ebenfalls nur „Sommertheater“ sind und schnell vergessen werden. Auf ebenfalls sonderliche Gedanken könnte man auch bei den diversen Nachfragen von CDU und Bündnis Grünen zur Freizeitsportfläche und dem Jugendtreff Schlingbrede – vormals Agendapark – kommen. Wenn jetzt der Ausbau moniert wird, ist das schon verwunderlich; denn auch hier haben sowohl CDU als auch Grüne allen Beschlüssen in den Gremien zugestimmt. Hätten sie vorher in den Haushalt geschaut, wären dem Bürger einige Hunderttausend Euro erspart geblieben. Jetzt ist es zu spät. Also auch alles abhaken unter „Sommertheater“?