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Kultur-Spätschicht in der City

20 Jahre Langenachtderkunst in Gütersloh

Bildende Kunst, phantasievolle Aktionen, außergewöhnliche Objekte, Malerei und Musik: 20 Mal schon stand die Kunst im Fokus eines langen abendlichen Spaziergangs durch die Gütersloher Innenstadt. Und es ist diese spezielle Atmosphäre der Langenachtderkunst, die Güterslohs City bis spät in die Abendstunden hinein in Atem hält. Samstag, 18. Mai, 19 bis 24 Uhr, ist es wieder soweit. Dann erwartet die Besucher wieder einmal diese flirrende Szene mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Provokation und Stille. Der Eintritt ist frei.

Die Erfolgsgeschichte der Langenachtderkunst ist heftig: Seit 20 Jahren zieht diese Nacht Tausende Besucher in die Stadt, jedes Jahr stellen die Gütersloher Galerien, Museen und Kultureinrichtungen ein Programm auf, das es kulturell krachen lässt. Die Langenachtderkunst ist nichts für Puristen. In dieser Kultur-Spätschicht kann man aus dem Vollen schöpfen und von einer Ausstellung zur nächsten flanieren. Im Veerhoffhaus warten zum Beispiel unter dem Titel „Nexus“ Arbeiten von Monika Lioba Lang, die Erinnerungsfragmente mit dem kollektiven Gedächtnis paart, und auch von Frank Hermann, der Relikte des Konsums verarbeitet.

Kunst und Unterhaltung
wohin man auch schaut Die Druckkunst, die vor einem Jahr ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes durch die Deutsche UNESCO-Kommission aufgenommen wurde, wird wiederentdeckt. Die Druckplatten können aus völlig unterschiedlichen Materialien bestehen. Was aus der Experimentierfreude entstehen kann, zeigen die Druckunikate von Heidrun Klimmey, die in der Galerie Siedenhans und Simon ausgestellt werden. Linolschnitte des Druckkünstlers Phillip Hennevogl sind in der Werkstatt Holzpixel in der Blessenstätte 18 zu sehen.  Im Stadtmuseum darf man auch selbst Hand anlegen. Die alte „Tiegel“-presse ist „live“ im Einsatz.

32 Kunst-Stationen in der Stadt
Die Möglichkeiten des Klangs ausloten und sich an anderer Stelle mit dem Wert der Stille beschäftigen: In der Langenachtderkunst ist vieles möglich. In einer Performance des Künstlers Yannick Averdiek, der mit großen Tanks mit der Aufschrift „Stille“ durch den Trubel schreitet, treffen Geräuschimprovisationen auf die Besucher. Am Alten Kirchplatz wird der Bielefelder Klangkünstler Stan Pete die Stahlplastik „Turm“ mit mechanischen und elektronischen Mitteln klanglich untersuchen.
Fußball-Emotionen modelliert in Ton, Foto-Assoziationen zum Objekt Hut oder auch Käfer aus dem Upcycling: Die Besucher erwartet eine überraschende, aber auch verstörende Mischung aus Experiment und Performance. An vielen Stationen wird die Ausstellung von Malerei und Kunst ergänzt durch Klang und Musik.

Die Stadt bebt
Zum Jubiläumsjahr bringen rhythmische Beats die Stadt zum Beben. „GTrommelt“ lockt von Station zu Station und zieht die Besucher zum Beispiel in die „Baustelle Kunst“, eine Gemeinschaftsausstellung von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Kreis Gütersloh in der Galerie im Forum der Stadthalle. Der Fachbereich Kultur feiert zusammen mit seinem Partner, der Bürgerstiftung Gütersloh, sowie mit Veranstaltern und Gästen eine außergewöhnliche Nacht, in der sich jeder auf eine ganz individuelle Spurensuche begeben und seine Route durch die Innenstadt kreieren kann. Die neu gestaltete, interaktive und mobile Homepage geht ab 29. April, passend zur kulturellen Spätschicht, an den Start. ˜

Foto 1: wertkreis
Der Wertkreisladen zeigt Malerei aus dem KunstWerk Atelier. Antje Peeters, Jennifer P. und Rihan Turan, alle drei Teilnehmerinnen des Talentkurses, präsentieren ihre Malerei.

Foto 2: Elke Kampeter
Testosteron in Ton: bei freudepur zeigt Bildhauerin Marion Plaßmann Szenen aus der Fußballwelt als skizzenhaft modellierte Emotionen in Ton.


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