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Foto: Fotolia.com/sdecoret/andreusK

Graswurzelbewegung in Gütersloh

„Wie wollen wir in Zukunft leben?“, „Wie digital wollen wir sein?“, fragen wir uns nicht erst seit der Auftaktveranstaltung über Digitalisierung in der Stadt. Die Digitalisierung ist ein Schritt, der unumgänglich ist, um wirtschaftlich und auch privat mitzuhalten, in einer sich immer schneller ändernden Gesellschaft. Gerade sucht die Veranstaltung „Digitaler Aufbruch“ im Gütersloher Theater nach Lösungen für die hiesige Stadtgesellschaft. 


Wie Gütersloh aktuell aufgestellt ist, zeigen Beispiele verschiedener Aktivitäten von Personen und Organisationen in der Stadt. Viele von ihnen sind frei und unabhängig und gehören damit zur vielzitierten Graswurzelbewegung. Ursprünglich beschrieb man damit gesellschaftliche und natürlich auch politische Initiativen, die direkt aus der Bevölkerung heraus entstehen. Heute wird mit dem Begriff auch die Digitalisierung „von unten“ assoziiert. Denn gerade das Internet bietet eine große Plattform für das basisorientierte Organisieren von Interessen und Ideen. Entwicklungen von Social Media, ja auch Facebook, gehen darauf zurück, denn auch sie fingen im Kleinen an. Und es hört nicht auf. Im Gegenteil, vielleicht fängt es gerade erst an, mit der „freien und unabhängigen Digitalisierung“ für alle – auch in Gütersloh. 

GT-Info hat sich in Gütersloh einmal umgeschaut und zeigt einen ersten Überblick, der  sicherlich nicht auf Vollständigkeit beruht, denn vieles steckt noch in den Kinderschuhen und anderes wird gerade erst geplant. Wir dürfen also gespannt sein, was uns die digitale Zukunft bringen wird.

 

Open-Data – Wertschöpfung im digitalen Zeitalter

Daten, die ohne Einschränkung genutzt, verbreitet und verwendet werden dürfen, werden als Open Data bezeichnet. Dahinter steckt die Idee, dass derartig offene Daten zu mehr Transparenz und auch Zusammenarbeit führen. Dazu gehört auch die Forderung nach der sogenannten „offene Verwaltung“ in den Städten und die Öffnung von Regierung und Verwaltung im Bereich des „Open Government“. Bereits 2011 wurde dafür auch die Open Government Partnership gegründet, mit dem Ziel, den weltweiten offenen Austausch über Reformen in der Datennutzung zu fördern. 

Wie wichtig das Thema in der Gesellschaft und auch für Unternehmen sein kann, zeigt auch eine Publikation, die von der Bertelsmann Stiftung 2017 herausgegeben wurde. Darin heißt es: „Mittlerweile wächst die Überzeugung, dass Unternehmen einen größeren Nutzen durch Transparenz erzielen und dass Offenheit einen höheren Wohlstand mit sich bringt.“ Die Stiftung stellt die Publikation als Download kostenlos zur Verfügung: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/open-data-wertschoepfung-im-digitalen-zeitalter/

 

Makerspace – Make Things in Gütersloh

Gerade formte sich Makerspace in der Gütersloher Stadtbibliothek. Dabei handelt es sich um einen Ort, an dem sich Technikbegeisterte und Kreative treffen, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Ziel ist es, ein Umfeld von Gleichgesinnten zu bilden sowie Knowhow und Maschinen mit der Gemeinschaft zu teilen. Dafür wurde jetzt der gemeinnützige Verein Makerspace Gütersloh e. V. gegründet, den GT-INFO auf den folgenden Seiten ausführlich vorstellen wird.

 

Freifunk – freies WLAN für alle

Fast schon ein Klassiker, wenn es um die Graswurzelbewegung und Open Data geht, ist sicherlich Freifunk. Die Verbreitung freier Netzwerke, die Demokratisierung der Kom-
munikationsmedien und die Förderung lo-
kaler Sozialstrukturen sind das Ziel dieser Community, die seit Jahren auch in Gütersloh agiert. Durch die Vernetzung ganzer Stadtteile wird hier der digitalen Spaltung entgegengewirkt, während freie, unabhängige Netzwerkstrukturen aufgebaut werden. Dafür richtet Freifunk in Städten und Kommunen offene WLAN-Netze ein, verbindet sie miteinander und ermöglicht so einen freien Datenverkehr, idealerweise in der ganzen Stadt – oder zumindest innerhalb des Freifunk-Netzes. Damit alle WLAN-Router im Freifunk-Netz direkt miteinander kommunizieren können, bedarf es natürlich der „Mitmacher“. Privathäuser, Geschäfte und Firmen können sogenannte Freifunk-Knoten aufstellen, um so das Netz immer breiter aufzustellen. Um vom Netz zu profitieren, kann jeder die Software herunterladen und installieren. 

 

FSuB – Freie Software und Bildung 

Seit mehr als 25 Jahren setzt sich der Verein Freie Software und Bildung dafür ein, dass im Bildungssektor, an öffentlichen Stellen und in den Privathaushalten Freie Software verwendet wird. Ursprünglich in Berlin beheimatet, wurde auf der aktuellen Jahresmitgliederversammlung Ende September in Gütersloh Kurt Gramlich zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt. „Freie Software steht unter einer Lizenz, die ausdrücklich erlaubt, diese Software zu verändern, beliebig oft zu kopieren und weiter zu verteilen. Deshalb ist Freie Software besonders zum Lernen geeignet“, so die Vereinsmitglieder. Und sie haben in Gütersloh viel vor: Geplant sind Kooperationen mit verschiedenen freien Software-Projekten, um im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen die Idee der Freiheit in der Software weiter zu verbreiten.

 

Senioren – Willkommen in der digitalen Welt 

Auch die heimischen Senioren formieren sich mehr und mehr in der digitalen Welt. Roelfina Trauernicht-Kloen ist dabei in Gütersloh die Taktgeberin, die ältere Menschen zu begeistern weiß, wenn es um das Handling von Smartphone und Co geht. Mit ihren 72 Jahren lädt sie ältere Menschen auf eine Reise in die digitale Welt ein und erklärt, wie man in dieser neuen Welt lebt und mit den technischen Hilfsmitteln wunderbar den Alltag meistern kann. Warum das bei ihr so gut klappt, während in so manchen Familien die Enkel schier verzweifeln? Sie erklärt eben genau das, was sie gefragt wird. Lernen lasse sich nur das, was die Menschen auch wissen wollen, sagt sie. 

So hilft sie und erklärt, Sie hilft und erklärt, egal, ob es sich dabei um ein Virenprogramm für den PC handelt oder um eine Wetter-App fürs Handy. Roeli vernetzt im Netz. „Die Lernenden tragen diesen Gedanken zurück in ihre eigenen neuen Netzwerke. Der Kreis zieht weitere Kreise“, heißt es im Internet über sie. 

 
 

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