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„Wir machen Ihnen Beine“, lautet das Motto der erfolgreichen Laufabteilung des Post SV, die von Peter Schuchhardt (unten rechts) geleitet wird. Foto: Jens Dünhölter

Sportliche Aushängeschilder

Unter dem Motto „Wir machen Ihnen Beine“ fördert die Leichtathletikabteilung des Post SV Gütersloh seit der Vereinsgründung im Jahre 1951 die gesunde Bewegung an der frischen Luft. Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus einer von fünf Gründungsabteilungen unter Leitung des im vergangenen Jahr verstorbenen Laufvaters Horst Eppert die ausgesprochenen Laufspezialisten. „Der Begriff datiert in der Tat aus der Vergangenheit", unterstreicht Sportwart Peter Schuchhardt (58), vielleicht „sollten wir mal über eine Namensänderung nachdenken.“ Den Laufbegeisterten wird's egal sein, schließlich steht der Post SV für zwei traditionelle Laufveranstaltungen, die wirklich jeder Gütersloher zumindest vom Namen her kennt. 

Der traditionelle Pfingstlauf feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag, ist damit zweifellos die traditionellste Laufveranstaltung im Stadtgebiet. „Ich wüsste nicht, welcher Lauf älter sein sollte", kann sich Hansi Müller mit seinen 67 Jahren noch gut an den Zeitabschnitt vor 30 Jahren erinnern. Ins Leben gerufen wurde der Pfingstlauf 1968 in Friedrichsdorf vom dortigen TUS, der zu dieser Zeit im Laufsport führende Post SV assistierte bei der Ausrichtung. Um das Jahr 1998 übernahmen die Postler die alleinige Verantwortung – und verlegten den Lauf an den Dalkeweg. Weil es damals noch keine elektronische Zeiterfassung gab, „haben wir mit der Stoppuhr in einem Zelt am Zielbereich gesessen und die Bons persönlich zur Zeitnahme gebracht“, kann sich Hansi Müller noch genau an die heute manchmal belächelten, im Prinzip aber längst zum Läuferkult gehörenden Geschichten erinnern. Kultstatus und „ein absoluter Selbstläufer“ (Hansi Müller) ist indes auch der Silvesterlauf. Die 5 Kilometer- oder 10 Kilometerrunde am 31. Dezember durch den Rhedaer Forst ist für viele Gütersloher mittlerweile genauso unverzichtbar wie die anschließend kredenzten Berliner. Wie die Abteilungsveränderung geht auch der Silvesterlauf auf die Initiative von Horst Eppert zurück. In diesem Jahr knallen die Sektkorken im Zielbereich am Kamphof bereits im 35. Jahr. Ähnlich wie beim Pfingstlauf ranken sich auch um den Jahres-Abschluss-Lauf unzählige, unvergessene Geschichten. Hansi Müller kann sich gut erinnern, wie Güterslohs Laufvater Eppert den ebenfalls 2017 verstorbenen Sänger Gunter Gabriel höchstpersönlich Seite an Seite durch den Rhedaer Forst eskortierte: „In diesem Jahr laufen die beiden bestimmt im Himmel weiter“, so Hansi Müller.

Neben ihren beiden großen sportlichen, selbstlaufenden Aushängeschildern kümmern sich die rund 100 Mitglieder der Laufabteilung in vielen kleinen Schritten auch um Anfänger, Wiedereinsteiger, die Steigerung der persönlichen Leistungen, aber primär eben auch um den Spaß und die Lust an der Bewegung auf den eigenen zwei Beinen. „Laufen ist ein toller Sport. Niemand ist zu alt dafür. Auch bei Spät- oder Wiedereinsteigern stellen sich ganz schnell Erfolge ein", umreißt der verantwortliche Sportwart Peter Schuchhardt (58) die Abteilungs-Intention. Wie schnell auch den Spätberufenen beim Laufen Flügel wachsen können, hat er am eigenen Leib erfahren. Nach vielen Jahren des „etwas unstrukturierten, nicht organisierten Alleine-Runden-drehen"“ kam er im zarten Alter von 51 Jahren mit dem von Jochen Schröder geleiteten Marathonprojekt der Postler in Verbindung. Während das Überschreiten der magischen 50-Jahres-Marke oftmals aus aktiven Sportlern passive Daumendrücker am Rand macht, sind bei Peter Schuchhardt durch regelmäßiges, strukturiertes Training bei zusammen mit Vereinskollegen bestrittenen Events die Lebensgeister zum x-ten Mal neu erwacht. Gerade diese Gruppendynamik, das Treffen mit Gleichgesinnten, die Geselligkeit, das Miteinander, die Lauf-Ausflüge, die Schuh an Schuh bestrittenen Teilnahmen an Veranstaltungen in ganz Deutschland wirke sich nach Einschätzung der Dauer-Läufer positiv auf das Leistungsvermögen aus. Zum sportlichen anspruchsvollen, alljährlichen Sylt-Lauf ist die bunt gemischte, gut 25-köpfige Truppe in diesem Jahr „mit einem ganzen Eisenbahnwagen voller Leute angereist. Neben den aktiven Sportlern waren auch viele Power-Shopper und Unterstützer dabei“, so Peter Schuchhardt. Der Lauftrainer weiter: „Im Wort ‚Verein’  steckt auch ‚vereint’ drin. Es geht um Laufen und Geselligkeit. Das macht den eigentlichen Sinn aus.“ Von genau diesem Bazillus hat sich vor gut zwei Jahren auch Jennifer Langenstroer (24) infizieren lassen: „Der Anreiz in der Gruppe ist einfach größer. Speziell bei schlechtem Wetter überwindet man den inneren Schweinehund zusammen leichter als alleine. Es macht einfach mehr Spaß und ist leistungsfördernd.“ Nachdem sie mit 18 Jahren angefangen hatte, „so vor sich hinzulaufen“, nahm sie 2015 am Projekt „Fit bis Silvester“ als Vorbereitung auf den Kult-Klassiker teil. Talent und Ehrgeiz fielen den Verantwortlichen schnell ins Auge. Mittlerweile leitet „Jenny“ den achtwöchigen Donnerstag-Kurs „für Wiedereinsteiger und Vereinsmitglieder, die etwas den Anschluss verloren haben.“ Als stellvertretende Lauf-Trainerin gilt sie intern als einer der Zukunftsgaranten. Zur Freude der Verantwortlichen um den 1. Vorsitzenden Heribert Flötotto ist die lange Zeit gefestigte Altersstruktur durch ein paar externe, auch weibliche Neuzugänge „erfreulicherweise deutlich nach unten gegangen“, so Peter Schuchhardt. Diesen Schritt in die Zukunft haben die Laufsportler neben dem Training für Vereinsmitglieder auch den zweimal wöchentlich angebotenen offenen Lauftreffs zu verdanken. Neben den bekannten Gesichtern sind ausdrücklich auch Interessierte willkommen. Es ist nicht einmal eine vorherige Anmeldung nötig. Mann oder Frau „sollten nur in der Lage sein, 45 bis 60 Minuten am Stück durchzuhalten“, so Peter Schuchhardt. Damit der Ausflug durch Wald und Flur weder zur Flucht, noch zum gemütlichen Kaffeetrinken verkommt, werden unter Begleitung erfahrener Übungsleiter die in unterschiedlichen Streckenlängen und Kilometer-Zeiten laufenden Gruppen "Schnell" (6er Schnitt), "Mittel" (7er) und "Langsam" (8er) angeboten.  Neben der generellen Freude an der Bewegung samt der dafür nun mal erforderlichen Grundlagenausdauer widmen sich die Postler indes auch der Tempoverbesserung ihrer „Schnellläufer“ . Jedes Jahr ab März bittet Hans-Joachim Haming jeden Montag zum Bahn- und Intervalltraining ins LAZ Ost. Neben der Tempohärte steht auch immer die Verbesserung der individuellen Lauftechnik im Fokus.  „Auf der Bahn sieht man Fehler beim Aufsetzen oder Abrollen viel besser als im Gelände. Wir geben auf Wunsch gerne Tipps zur Verfeinerung der Technik. Man kann sich beim Laufen schlecht selber beobachten. Wir machen nur ein Angebot. Ob es angenommen wird, muss jeder alleine entscheiden“, stellt Jennifer Langenstroer klar. 

Richtig schnell sein müssen die Aktiven auch beim jüngsten Projekt der Laufabteilung der Postler. Bei der größten Laufveranstaltung der Welt – dem „Wings for Life World Run“ – schnüren am 6. Mai mehr als 155.000 spendenwillige Läuferinnen und Läufer im Sinne einer weltumspannenden Idee in 30 Ländern der Erde zeitgleich ihre Schuhe im Kampf gegen Querschnittslähmungen. Sämtliche Antrittsgelder gehen ohne Abzüge direkt an die Rückenmarksforschung. Seit den Anfängen firmiert das Laufnetz der aktiven Hilfe unter dem Motto: „Wir laufen für die, die nicht laufen können“. In die eindrucksvolle Teilnehmerliste hat sich in diesem Jahr erstmals die Laufabteilung des Post SV Gütersloh eingereiht. Nach vielen eindrucksvollen Erfahrungen in Darmstadt, München oder 2017 im holländischen Breda starten die Postler Punkt 13 Uhr ihren Lauf durch den Rhe-
daer Forst. In Gütersloh hat man sich für eine ebenfalls mögliche Laufbeteiligung per App entschieden. Gegen eine Spende von 20 Euro sei die für den Lauf benötigte Handy-Applikation ladbar, verrät Peter Schuchhardt. Da der „Wings for Life World Run“ als Wohltätigkeitslauf versicherungstechnisch nicht über den Verband abgesichert sei, „sind die Mitglieder des Post SV über den Verein versichert. Alle anderen starten leider auf eigenes Risiko.“ Die App sollte bis zum 5. Mai auf dem Handy installiert sein. Anschließend steht dem beflügelnden Laufvergnügen gegen Querschnittslähmungen nichts mehr im Weg. 

 

www.post-sv-gt.de


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