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Obere Papierbahn Foto: Detlef Güthenke.

Wir bringen PS auf die Straße

Wussten Sie eigentlich, dass sich monatlich 113 Menschen allein um den Druck von nunmehr 50.000 Exemplaren und die Verteilung des GT-INFO kümmern? Und das ist noch längst nicht alles! Seit Jahren füttere ich gemeinsam mit meinen Kollegen unsere Grafikerinnen mit dem Material, aus dem sie die vielen informativen und unterhaltsamen Seiten gestalten. Nach dem letzten Abgabetermin müssen wir dann eigentlich nur noch warten, bis das Druckergebnis am darauffolgenden Wochenende völlig selbstverständlich mit einer Auflage von 44.000 Exemplaren in den Gütersloher Briefkästen landet – und ab sofort monatlich auch mit 6.000 Magazinen in den Auslagestellen der Stadt. 

Doch zur 500. Ausgabe des Magazins ist es für mich an der Zeit, einmal genauer hinzuschauen. Ich möchte den Weg verfolgen, den das Magazin monatlich zurücklegt – und zwar dann, wenn Redaktion und Grafik ihre Arbeit beendet haben. Das geschieht zumeist am späten Abend des letzten Dienstags eines jeden Monats – dann sind sämtliche Texte geschrieben und alle Druckdaten wurden an die Druckerei in Kassel übermittelt.

Ein Jubiläum auf 72 Druckplatten 

„Bis 18 Uhr sollen nach Möglichkeit die Daten für die Umschlagseiten bei uns eingehen, die Inhaltseiten haben dann noch ein bisschen mehr Zeit, müssen aber bis spätestens 22 Uhr bei uns sein“, erklärt Wolfgang Sommer vom Auftragsmanagement der Druckerei. Er ist der Ansprechpartner für das GT-INFO-Team und zuständig für alle
Belange rund um den Druck  – und heute auch für mich. Jetzt zeigt er mir den Weg unseres Magazins durch das Druckhaus. Zunächst einmal müssen alle Seiten geprüft und in Druckformen aufgebaut werden. „Das geschieht in der Druckvorstufe und kann bis zu vier Stun-den dauern.“ Erst nach mehrmaliger Kontrolle werden die Druckplatten belichtet. Und auch das ist eine stolze Zahl: „Für den Umschlag gibt es zwei Formen mit acht Druckplatten, für den Inhalt mit 128 Seiten benötigen wir sogar 64 Druckplatten.“ Bis zu drei Mitarbeiter kümmern sich darum. 

21,4 Tonnen Papier 

Doch eigentlich beginnt die Arbeit an dem Gütersloher Stadtmagazin bereits eine Woche zuvor. Dann nämlich erhält die Druckerei den endgültigen Seitenumfang und die Anzahl möglicher Beilagen. „Danach berechnen und bestellen unsere Disponenten die erforderliche Papiermenge.“ Das sind allein für die vorliegende Ausgabe sage und schreibe 20,4 Tonnen, nur für den Inhalt, eine weitere wird für den Umschlag benötigt. Bereits zwei Tage vor Druckbeginn werden sie auf Paletten in einer separaten Halle eingelagert, um sich der Raumtemperatur anzupassen. Gerade bei den aktuellen Witterungsbedingungen sei das ungemein wichtig: „Damit das Papier nicht spröde wird und reißt.“ 

220.000 Druckbögen an drei Maschinen

„GT-INFO wird an unterschiedlichen Maschinen gedruckt“, höre ich, während wir den Weg zur nächsten Station, der Bogenoffsetmaschine, einschlagen. Sie ist für die vier Umschlagseiten samt Titel zuständig. Vier Doppelseiten passen auf einen einzigen Bogen. Bis zu 20.000 dieser Bögen werden beidseitig in den kommenden zwei Stunden bedruckt sein. Warum die Daten früher als der Rest eintreffen sollen? Wolfgang Sommer erklärt es mir: „Der fertige Druck muss noch einige Zeit ruhen, damit die Farbe trocknen kann. Das kann je nach dicke des Farbauftrags eine bis vier Stunden dauern.“ In einem rasenden Tempo werden die Bögen von der Bogenoffsetmaschine verschluckt. Dabei schnurrt sie wie ein Kätzchen und spuckt an der anderen Seite unermüdlich die bedruckten Umschlagseiten aus. Wir lassen sie in Ruhe arbeiten und folgen der Spur der anderen Seiten.

350 Kilo Farbe für Information und Unterhaltung

Die wurden mittlerweile von Gabelstaplern zu zwei riesigen Rollenoffsetmaschinen transportiert. Sie gehören zu einer Flotte von insgesamt sieben hochmodernen Maschinen und bilden das Herzstück in dem beeindruckenden Drucksaal. Hier surrt eigentlich alles. Tausende von Druckbögen jagen mit ungeheurer Geschwindigkeit durch die Maschinen. „Und sie stehen selten still“, verrät Wolfgang Sommer. An sieben Tagen in der Woche arbeiten die Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb fast rund um die Uhr an allen möglichen Heften, Magazinen oder Katalogen. Und jetzt sind zwei von ihnen nur für das Gütersloher Stadtmagazin GT-INFO reserviert. Ab 22 Uhr stehen bis zu acht Mitarbeiter bereit, um den Druck der Inhaltseiten zu kontrollieren und zu überwachen. Fünf Stunden hat die Nachschicht eingeplant, um die 128 Seiten, verteilt auf vier Bögen, zu bedrucken. 32 Seiten finden auf einem riesigen Druckbogen Platz. „Für die aktuelle Auflage drucken wir also 50.000 Bögen mit 32 Seiten in etwas mehr als einer Stunde“, erklären sie mir. Drei weitere werden folgen. 

Mit Koffein und Frischluft durch die Nacht

Im Gegensatz zu den Umschlagseiten wird hier die Farbe am Ende der Maschine direkt angetrocknet, und der Inhalt steht sofort zur Weiterverarbeitung bereit. Apropos Farbe – ich möchte wissen: Wie viele Kilogramm davon verschlingt unser Magazin eigentlich Monat für Monat. Bis zu 350 Kilo lautet die Antwort. Doch nicht nur das: Im Laufe der Zeit werden selbst im Winter die Fenster und Türen der Halle geöffnet. Es wird eisig, gleichzeitig vertreibt die Kälte die ersten Ermüdungserscheinungen. Gemeinsam mit Unmengen an Koffein, süßen und salzigen Snacks hilft sie dem gesamten Team durch die lange Nacht. 

Am Ende wird es scharf

Um vier Uhr morgens wird es ruhig in der Halle, und der Geruch frischer Farbe durchdringt jede einzelne Pore. Jetzt darf sich das bedruckte Papier endlich ausruhen, genauso wie ich. Doch lange wird hier nicht geschlafen. Hat die Nachtschicht ihre Arbeit beendet, übernimmt um sechs Uhr morgens die Frühschicht die Weiterverarbeitung. Die Umschlagseiten werden jetzt exakt getrennt, um anschließend am Sammelhefter mit den Inhaltsbögen zum fertigen Heft verarbeitet zu werden. Hier wird jedes einzelne 132 Seiten starke Magazin mit zwei Heftklammern regelrecht durchschossen. Doch auch damit ist unser GT-INFO noch lange nicht versandfertig. Am Ende der Produktionskette wartet ein extrem scharfer Dreimesserblock, um überschüssige Schnittkanten zu entfernen. Insgesamt kümmern sich heute vier Mitarbeiter um das Endprodukt, während ein weiterer die Beilagen fertigstellt, die anschließend in einem weiteren Arbeitsschritt in das Heft integriert werden müssen.

24 Paletten voller Neuigkeiten

Zum Schluss werden die fertigen Magazine auf 24 Europaletten gesetzt, um sie wiederum einzeln auf einer Art Drehscheibe zu platzieren. Hier steht ein weiterer Mitarbeiter bereit, um sie für den Abtransport mit Folie zu ummanteln, während ein Gabelstaplerfahrer die transportbereiten Paletten auf die Lagerfläche für den Abtransport absetzt. Es werden die Versandpapiere geschrieben und zwei LKWs sind bereits für den Folgetag terminiert. Am Donnerstagmorgen um 6 Uhr ist es soweit: 21,4 Tonnen Papier, verteilt auf 24 Paletten, setzen sich per LKWs in Bewegung und machen sich auf den 150 Kilometer langen Weg von Kassel nach Gütersloh. 

80 Verteiler bei Wind und Wetter

Doch auch das ist noch lange nicht alles: Damit jedes Exemplar seinen Weg hinein in den richtigen Briefkasten findet, übernimmt Domus Werbung die Verteilung von 44.000 Exemplaren (!) im gesamten Stadtgebiet. „Und zwar bei jedem Wetter“, erklärt Anne-Christin Meyer. Nachdem die aktuelle Ausgabe bei der Speditionsfirma um 9.30 Uhr angeliefert und abgeladen wurde, werden die Magazine von drei Fahrern an die jeweiligen Verteiler ausgeliefert. Sie sind zumeist Schüler und Studenten, Hausfrauen, Rentner, Arbeitnehmer aber auch Arbeitslose. Jetzt stehen 80 von ihnen bereit, um in die 101 Verteilgebiete auszuschwärmen. „Die wiederum sind unterschiedlich groß, so dass ein Mitarbeiter zwischen 100 bis 650 Exemplare verteilt.“ Dafür haben sie an jedem ersten Wochenende eines Monats zwischen Donnerstag und Samstagmittag Zeit. „Oftmals sind entfernte Gehöfte oder neue Straßenzüge am Stadtrand nicht im Verteilgebiet integriert. Doch falls möglich, versuchen wir auch sie in die Verteilung einzubeziehen“, höre ich. Und manchmal erreicht eine Ausgabe ihren Briefkasten gar nicht. „Dem gehen wir natürlich auf den Grund“, so Ann-Christin Meyer, „denn schwarze Schafe gibt es immer.“ Doch letztendlich legen sich die Mitarbeiter für ihre Wege ganz schön ins Zeug – und so manche von ihnen bewältigen lange Fußmärsche, denn sie erledigen ihren Job zu Fuß. Andere nutzen ein Fahrrad oder das eigene Auto. Die Magazine selbst haben sie gut geschützt verstaut – in einem Bollerwagen oder Rucksack, vielleicht auch in Fahrradtaschen oder Umhängetaschen, in Trollys oder in anderen geeigneten Utensilien. Und so findet auch die Jubiläumsausgabe des GT-INFO rechtzeitig ihren Weg in die Briefkästen der Gütersloher Haushalte – von Kattenstroth bis Sundern, von Spexard und Pavenstädt bis nach Blankenhagen und Nordhorn, von Avenwedde und Isselhorst bis in die Determeyer-Siedlung. Darüber hinaus verteilen wir ab sofort weitere 6.000 Magazine zu den 44.000 Haushaltsexemplaren in den Gütersloher Auslagestellen – Monat für Monat. Das GT-INFO ist das auflagenstärkste Printprodukt im Gütersloher Stadtgebiet.

Weitere Zahlen zum Schluss

Haben Sie mitgezählt? An der vorliegenden 500. Ausgabe des Gütersloher Stadtmagazins GT-INFO waren 24 Personen allein in der Druckerei beteiligt. Sie setzen sich zusammen aus einer Person im Auftragsmanagement, drei Disponenten sowie einem Mitarbeiter für Versand und Logistik. Hinzu kommen drei Mitarbeiter in der Druckvorstufe und acht weitere an den Druckmaschinen, zwei Gabelstaplerfahrer sowie fünf Personen in der Weiterverarbeitung und einem Mitarbeiter, der die Beilagen betreut. Zwei LKW-Fahrer transportieren die Magazine von Kassel nach Gütersloh. Die Verteilung übernehmen bis zu 80 Personen, hinzu kommen drei Fahrer und eine Verwaltungsmitarbeiterin. 21,4 Tonnen Papier setzen sich aus 220.000 Druckbögen zusammen, aus denen anhand von 72 Druckplatten 50.000 Exemplare mit 128 Seiten Inhalt und vier Seiten Umschlag entstanden sind. Um die letztendlich auch lesen zu können, wurden 350 Kilogramm Farbe benötigt. Hinzu kamen Berge von Süßwaren, Salzgebäck und jede Menge Koffein. Und das Ergebnis halten sie gerade in der Hand.

 

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